Bühne für das junge Ehrenamt

Sportkreis sucht junge Leute, die sich beispielhaft engagieren

Sieben junge Frauen des TSV Elleringhausen beim gemeinsamen „Hampelmann“ auf der grünen Wiese.
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Ein Beispiel für junges Ehrenamt: Das Juniorteam des TSV Elleringhausen mit (von links) Mia Weber, Maleen Bernhardt, Lilli Zimmermann, Maria Göbel, Emilia Göbel und Lana Krummel.

Feiern geht grade nicht. Fördern schon. Also nimmt der Sportkreis Waldeck-Frankenberg sein 75-jähriges Jubiläum zum Anlass für eine Aktion, bei der sich alles um das junge Ehrenamt dreht.

Korbach/Frankenberg – „Wir wollen dem jungen Ehrenamt eine Bühne bieten und zeigen, wie vielfältig sich junge Leute im Sport freiwillig engagieren. Auch um anderen Mut zu machen, es ihnen gleichzutun“, sagt der Sportkreisvorsitzende Uwe Steuber.

Die Idee: Jugendliche und Heranwachsende vorzustellen, die sich beispielhaft im organisierten Sport einsetzen. Wo und wie auch immer – ob als Übungsleiterin, Jugendsprecher, Betreuer der vereins-eigenen Facebook-Seite, als Schiedsrichter oder Kampfrichterin, im Vorstand oder bei besonderen Aufgaben wie der Entwicklung einer Vereins-App oder der Organisation eines Sportfests. „Wir wollen darstellen, wie wichtig junge Engagierte mit ihrer Kreativität und Mitsprache, ihren neuen Ideen für die Vereine sind“, sagt Steuber.

Den Sportkreis aufs Handy laden

Den Sportkreis Waldeck-Frankenberg kann man sich jetzt auch aufs Handy laden. Sozusagen. Seit neustem ist die Sportkreis-App verfügbar. Sie versteht sich als digitale Visitenkarte für den Sportkreis. Die App wurde in einem partnerschaftlichen Projekt von Stifter-helfen, Deutschem Olympischen Sportbund und Vmapit für Vereine entwickelt. Nachrichten, Termine und Angebote setzen die inhaltlichen Schwerpunkte beim Sportkreis. Nutzer können sich auch per Push-Nachricht auf dem laufenden halten. Die App kann man sich kostenlos im Appstore oder unter GooglePlay herunterladen. mn

Es gibt sie ja die jungen Menschen, die sich trauen und früh Verantwortung übernehmen. Hendrik Brand etwa aus Münden, der seit seinem 13 Lebensjahr im Fußball als Schiedsrichter Spiele pfeift. Waldemar Maier, der mit 25 Jahren den Trainerschein im Boxen erworben hat. Oder Dörte Fabry (25), die mit einem jungen Team den Turngau Waldeck aus der Krise führte. Das Junior-Team des TSV Elleringhausen, das einen bundesweit bestaunten Fitnesspfad entwarf. Oder Benedict Geise aus Dodenhausen, der mit 22 Jahren die Sportjugend Waldeck-Frankenberg führen möchte.

Hinter der Aktion steht der Sportkreis nicht allein, sondern auch der Landkreis und seine Sportkommission. Die breite Geste der Wertschätzung junger Ehrenamtler ersetzt sozusagen die übliche Sportlerehrung des Landkreises. Sie fällt für das vergangene Jahr aus – „wegen Corona fand schlicht zu wenig Wettkampfsport statt, um eine gewisse Anzahl an Aktiven zu ehren“, sagt dazu der Leiter des Fachdiensts Sport und Jugend, Matthias Schäfer. Aus demselben Grund verzichteten auch die Zeitungen auf die klassische Wahl der „Sportler des Jahres“.

Die Frage ist, wie die jungen Ehrenamtlichen finden. Zuerst sind Vereins- und Abteilungsvorstände aufgerufen, Vorschläge zu machen. Sie haben eine entsprechende Mail erhalten. Um die Sache auf eine breite Basis zu stellen, können auch andere Vereinsmitglieder, Trainer, ja ebenfalls Eltern, Großeltern oder Freunde dem Sportkreis junge Engagierte benennen, die es verdient haben vorgestellt zu werden.

Trainer mit 25 Jahren: Waldemar Maier (rechts), hier mit Reinhard Jassmann, der seit Jahrzehnten junge Boxer ausbildet.

Drei Bedingungen sind zu erfüllen: Die Vorgeschlagenen sollen mindestens 14 und höchstens 27 Jahre alt sein: Sie müssen in einem Sportverein oder Sportfachverband mitarbeiten, der dem Landessportbund angeschlossen ist. Und: Sie müssen zudem mit ihrer Nominierung einverstanden sein.

Von den vorgeschlagenen jungen Menschen werden am Ende zehn ausgewählt. Sie werden in der Waldeckischen Landeszeitung und der Frankenberger HNA porträtiert und zum Abschluss beim Sportkreistag am 6. Mai in Korbach geehrt. Die 75-Jahr-Feier des Sportkreises, die als Forum angedacht war, ist auf das kommende Jahr verschoben worden.

Alle zehn Ehrenamtlichen erhalten als Anerkennung einen Gutschein, etwa zum Einkaufen, oder auch für einen Restaurant- oder Kinobesuch. „Wir wollen mit dem Kauf der Gutscheine Branchen ein bisschen unterstützen, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind“, sagt Kerstin Mühlhausen, die Leiterin der Sportkreis-Servicestelle.

So geht’s: Schicken Sie eine Mail mit dem Namen ihres/ihrer Kandidaten/in, dem Sportverein oder Fachverband, bei dem er oder sie mitarbeitet, und einer kurzen Beschreibung des Engagements an: Kerstin.Muehlhausen@lkwafkb.de. Unter allen Einsendern verlosen wir zwei Einkaufsgutscheine über je 30 Euro. (Gerhard Menkel)

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