Rund 5000 Stimmen abgegeben – Ehrung am 6. April

Sportlerwahl 2018: Leichtathleten geben den Ton an - Zwei Vorjahressieger in der Lesergunst erneut vorn

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Die Ergebnisse der Sportlerwahl 2018: (von oben links im Uhrzeigersinn) Carolin Schäfer, Robert Ingenbleek, Patrick Lange, Theo Schätte und Tatajana Schilling.

Waldeck-Frankenberg. Die Würfel sind gefallen bei der Wahl der Sportler des Jahres von Waldeckischer Landeszeitung und HNA Frankenberger Allgemeine. Rund 5000 Stimmen wurden abgegeben, 300 mehr als im vorigen Jahr. Hier die Ergebnisse.

Die international erfolgreichen Carolin Schäfer (Siebenkampf) und Patrick Lange (Triathlon) verteidigten ihre Titel. Sie waren diesmal als Profisportler in einer eigenen Kategorie aufgestellt. Über die Amateure wurde in einer gesonderten Wertung abgestimmt, was bei den allermeisten gut angekommen ist. 

So war denn auch klar: Zwei neue Sieger als Sportlerin und Sportler des Jahres würde es geben: Tatjana Schilling und Robert Ingenbleek heißen sie. Die meisten Stimmen bei den zehn Mannschaften vereinten die Handballfrauen aus Bad Wildungen auf sich. Hochinteressant war die Auszählung der Kategorie „Der besondere Preis“. Knapp setzte sich dabei Theo Schätte aus Schreufa durch. Am Samstag, 6. April, bei Finger Haus in Frankenberg werden die Sportler gekürt. Unter dem Motto „Sport vereint“ ehren auch der Sport- und der Landkreis erfolgreiche Athleten.

Mannschaft: Erstligist ist Erster

Mit deutlichem Vorsprung setzten sich die Bundesliga-Handballerinnen aus Bad Wildungen in der Kategorie „Mannschaft des Jahres“ mit 822 Stimmen durch. Auf den Plätzen folgten fast gleichauf die erfolgreichen heimischen Leichtathletik-„Oldies“. „Was muss ich bezahlen, damit wir diese eine Stimme noch bekomme“, witzelte Tatjana Schilling vom Seniorinnen-Quartett des TSV Korbach, das erneut Dritter wurde (601 Stimmen). 602 Stimmen zählte man für den Vorjahressieger, die M50-Männer der LG Eder. 

„Das gilt es zu feiern“, freut sich Robert Ingenbleek im Namen der „Ederjünger“. Für das Siegerteam gab es mehrfach Grund zur Freude, wie Tessa Bremmer betont. „Es ist super, dass unsere Leistung in Bad Wildungen und im Umkreis anerkannt wird, dass die Menschen unsere Arbeit zu schätzen wissen, auch wenn wir nicht oben in der 1. Bundesliga mitspielen“, so die Vipers-Trainerin, die mit der Aktion auch die Hoffnung verbindet, dass mehr Leute aus der Umgebung den Weg zu den Spielen in die Ense-Halle finden.“ Platz vier unter zehn Mannschaften – ein schöner Achtungserfolg für die FSG Eder-bringhausen/Buchenberg. Der Kreisoberligameister (574 Stimmen) war damit auch bestes Fußballteam. 

Profisportler: Noch ein Titel mehr für Carolin Schäfer und Patrick Lange

Auch er lag wie 2017 vorn: Patrick Lange. 

Viel haben beide schon gewonnen: Er die deutschlandweite Sportlerwahl, gar einen Bambi. Sie ist Hessens Sportlerin des Jahres. Nun sind beide erneut Sportler des Jahres in Waldeck-Frankenberg: Patrick Lange und Carolin Schäfer. Der „Eisenmann“ aus Bad Wildungen, in Darmstadt aktiv, hat sich zum zweiten Mal als Iron-Man-Weltmeister die Krone aufgesetzt beim Triathlon auf Hawaii. Und das hat offenkundig auch im hiesigen Landkreis viele beeindruckt. 1858 Stimmen bekam der 32-Jährige, der die Anerkennung in der Heimat zu schätzen weiß.

Bei allen Auszeichnungen bedeutet es ihm immer etwas, wenn es solch positive Reaktionen aus Bad Wildungen und der Umgebung gebe, hatte Lange kürzlich beim Empfang seiner Heimatstadt gesagt. Er freue sich nun auf die Herausforderung, als doppelter Hawaii-Champion 2019 der Gejagte zu sein. Für eine direkte Stellungnahme zur Sportlerwahl war Lange nicht zu erreichen.

Mehr als 2000 Stimmen erhalten: Carolin Schäfer.

Bei derartiger Konkurrenz ist eben dann auch ein Olympia-Silbermedaillengewinn ein Stückchen dahinter. Skispringer Stephan Leyhe vom SC Willingen vereinte 1208 Stimmen auf sich und ist Zweiter. Mit fast 1000 Stimmen verbuchte auch der Frankenberger Beachvolleyballer Paul Becker ein respektables Ergebnis. „Wow, das sind ja klasse Nachrichten zum Jahresabschluss“, freute sich Carolin Schäfer im Kurzurlaub in Oberstdorf über die Wiederholung ihres Vorjahressieges. „Es war eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen. 

Und ich fühle mich geehrt, dass meine Leistung von den Bürgern so sehr honoriert und geschätzt wird. Das macht mich sehr stolz und motiviert mich für das kommende Jahr“, so die 26-jährige Siebenkämpferin, die mit 2200 Stimmen ein rekordverdächtiges Votum und in allen Teilen des Kreises sehr hohe Stimmzahlen erhielt. Beachvolleyballerin Sarah Schneider muss sich freilich als Zweitplatzierte mit 954 Stimmen nicht grämen, zumal sie gestandene Biathletinnen wie die Horchler-Schwestern hinter sich ließ. Die ältere, Nadine, lag um sieben Stimmen vor Karolin.

Sportler des Jahres (Amateurbereich): „Oldies“ Schilling und Ingenbleek vorn

Malaga in bester Erinnerung: Tatajana Schilling, die fünf Medaillen bei der Senioren-WM holte, wurde Sportlerin des Jahres.

Ein bisschen mehr Kribbeln war angesagt bei den Kandidaten der Sportlerwahl, die nicht mehr mit „Promis“ wie Caro Schäfer oder Patrick Lange in einer Kategorie aufgestellt waren. Die Amateure hatten erstmals eine eigene Rubrik, und mancher liebäugelte sicher mit einem guten Platz. Zwei erhielten zum Jahresende einen Anruf von der Heimatzeitung – und waren perplex. „Hui! Das ist doch viel oder?“, fragte Tajana Schilling ob der 1793 Stimmen, die sie zur Amateur-Sportlerin des Jahres machten. 

Auch er war erfolgreich bei der Weltmeisterschaft der Senioren in Malaga: Robert Ingenbleek, Sportler des Jahres 2018.

Damit überzeugte die 48-jährige Lelbacherin beinahe so viele Wähler wie Iron Man Lange. „Die Kandidaten sind ja alle Gewinner, und die Leistungen sind schwer zu vergleichen. Aber Platz eins – das finde ich natürlich klasse“, meinte Schilling, die sich bei den Leichtathletik-Senioren im zu Ende gehenden Jahr unter anderem in Malaga zweimal die WM-Krone aufsetzte (Siebenkampf und 4x400-Meter-Staffel). Den Ehrungsabend 6. April hat sie sich fest vorgemerkt: „Eine schöne Veranstaltung, vor allem, weil man so viele andere Sportler trifft.“ Einige Tage zuvor will Schilling eventuell bei der Hallen-WM im polnischen Torun starten. 

Bei den Männern setzt Robert Ingenbleek die Phalanx der siegreichen Leichtathletik-„Oldies“ fort und holte sich mit 907 Stimmen den Titel Sportler des Jahres. Auch der 54-Jährige war 2018 in Malaga erfolgreich, wurde Sechster im Diskuswurf sowie Achter im Kugelstoßen der M 50. „Das freut mich unheimlich“, sagte der Frankenberger Rechtsanwalt in einer ersten Reaktion am Telefon. Schon vergangenes Jahr hatte er in der damals noch gemeinsamen Rubrik mit den Profisportlern vorne mitgemischt und als bester Amateur den vierten Platz belegt. Und nun der Sieg in der neuen Kategorie Amateure. „Ich bin begeistert, dass wir für unsere Leistungen solch ein Feedback von den Lesern und Sportfans bekommen“, sagte der deutsche Meister im Kugelstoßen.

Hinter Ingenbleek reihten sich die Kandidaten teils dicht hintereinander ein. In Nachwuchstalent Marius Karges (638 Stimmen) ist auf Platz zwei ein weiterer Leichtathlet zu finden; starkes Ergebnis bei der erstmaligen Nominierung. Sehr achtbar ist das Abschneiden für Handballer Heinrich Wachs (571) und Sportschütze Tom Barbe (524), die auf den Plätzen folgen. Bei den Frauen kommt Sportschützen-WM-Teilnehmerin Johanna Tripp aus Ernsthausen als Zweitplatzierte auf überraschend gute 1230 Stimmen.

Der besondere Preis: Schätte knapp vor Fricke

Stimmenbester von vier sehr engagierten Ehrenamtlern: Theo Schätte.

Besondere Leistungen besonders wertzuschätzen. Dafür ist die Rubrik „Besonderer Preis“ da. Und die Leser wussten die Arbeit des nominierten Quartetts gebührend zu würdigen: Alle vier erhielten eine sehr hohe Zahl an Stimmen. 33 Stimmen trennten letztlich Platz eins von Platz zwei. Theo Schätte aus Schreufa lag knapp vor Kerstin Fricke aus Korbach. 1378 Kreuzchen wurden für Schätte gemacht. Der 61-Jährige hat sich beim TSV Viermünden/Schreufa im Fußball sowie verstärkt mit der Arbeit mit Flüchtlingen verdient gemacht und freute sich, dass die Leser dieses Engagement zu schätzen wissen.

„Das ist eine tolle Nachricht so kurz nach Weihnachten. Mit diesem Erfolg habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagte Schätte, der Lehrer der Cornelia-Funke-Schule in Gemünden ist. Trotz aller Freude über den Erfolg (für ihn „das i-Tüpfelchen“), der natürlich eine Bestätigung des eigenen Engagements darstellt, gelten Schättes Gedanken sofort den Mitstreitern: „Verdient haben das ohne Zweifel alle.“ Und er freut sich auf den Ehrungsabend am 6. April: „Da wäre es schön, wenn alle teilnehmen könnten.“ 

Keinesfalls traurig über Platz zwei ist Kerstin Fricke, die sich als Motor im Sport- und Jugenddorf beim Hessentag engagierte: Es sei sehr erstaunlich, dass es so viele Stimmen für sie gebe“, sagte die 51-Jährige vom TSV Korbach. „Ich freue mich, dass meine Arbeit so ins Licht gerückt und dermaßen anerkannt wird.“ Nicht viel weniger als 1000 Stimmen sammelte Knut Holzapfel, Leichtathletik-Trainer der LG Eder und Sportabzeichen-Referent im Sportkreis. Und auch für die Arbeit von Waldecks Kreisschiedsrichter-Obmann Matthias Henkelmann hatten die Teilnehmer viel übrig; 847 stimmten für den Ehringer.

So haben Sie abgestimmt:

Profibereich

Sportler des Jahres

Stimmen

Patrick Lange (Triathlon/DSW Darmstadt)

1858

Stephan Leyhe (Skispringen/SCW Willingen)

1208

Paul Becker (Beachvolleyball/TSV Frankenberg)

996

Mario Jassmann (Boxen/Korbach)

522

Sportlerin des Jahres

Carolin Schäfer (Siebenkampf/LG Eintracht Frankfurt)

2200

Sarah Schneider (Beachvolleyball/TSV Frankenberg)

954

Nadine Horchler (Biathlon/SC Willingen)

514

Karolin Horchler (Biathlon/WSV Clausthal-Zellerfeld)

507

Manuela Brütsch (Handball/HSG Bad Wildungen)

292

Johanna Goliszewski (Badminton/BV Mülheim)

86

Amateurbereich

Sportler des Jahres

Robert Ingenbleek (Leichtathletik/LG Eder)

907

Marius Karges (Leichtathletik/TV Friedrichstein)

638

Heinrich Wachs (Handball/HSG Twistetal)

571

Tom Barbe (Sportschießen/SV Goddelsheim)

524

Christopher Niggemann (Biathlon/SC Willingen)

445

Jens Fischer (Karambol-Billard/BC Herne)

444

Korab Kabashi (Taekwondo/TSV Korbach)

423

Nicolas Dannler (Trapschießen/SV Hertingshausen)

318

Marius Oderwald (Brazilian Jiu Jitsu/BC Bad Arolsen)

214

Sportlerin des Jahres

Tatjana Schilling (Leichtathletik/TSV Korbach)

1793

Johanna Tripp (Sportschießen/SV Ernsthausen)

1230

Emelie Huhn (Fußball/FSV Hessen Wetzlar)

927

Theresa Engels (Tennis/TV Odershausen)

544

Mannschaft des Jahres

HSG Bad Wildungen Vipers (Frauen, Handball)

822

LG Eder (Männer M 50, Leichtathletik)

602

TSV Korbach (Frauen W 45, Leichtathletik)

601

FSG Ederbringhausen/Buchenberg (Senioren, Fußball)

574

TSV Frankenberg (Männer, Volleyball)

564

TC Blau-Weiß Frankenberg (Männer H 50, Tennis)

491

SG Landau/Wolfhagen (Frauen, Fußball)

472

TSV Vöhl (Frauen, Tischtennis)

226

Eintracht Edertal (Senioren, Fußball)

222

TC Sachsenhausen (Männer, Tennis)

145

Der besondere Preis

Theo Schätte (Schreufa, Fußball, Schulsport)

1378

Kerstin Fricke (Korbach, Koordinatorin Sportprogramm Hessentag)

1345

Knut Holzapfel (Reddighausen, Trainer LG Eder, Sportabzeichen-Referent)

947

Matthias Henkelmann (Ehringen, Schiedsrichter-Obmann Fußballkreis)

847

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