Bike-Festival in Willingen: Elektrofahrräder zentrales Thema - neue Strecke für E-Bikes

So sportlich wie noch nie

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Gruppenfoto mit Downhillerin. (v.l.) Pia Isabella Klopfleisch, Streckenchef Volker Schröder, Johannes Niemann (Ley Event-Agentur), Jörg Wilke (Geschäftsführer Ettelsberg-Seilbahn), Bürgermeister Thomas Trachte, Touristik-Manager Ernst Kesper, Monika Weber (Delius Klasing Verlag).

Willingen. Die Frage, ob 26-, 27,5 oder 29-Zoll-Räder das Maß aller Dinge beim Mountainbike der Zukunft ist, stellte sich im vergangenen Jahr. Dieses Mal ist das E-Mountainbike eines der zentralen Themen beim Willinger Bikefestival. Die Veranstaltung findet vom 27. bis 29. Mai bereits zum 19. Mal im Upland statt.

 Von Stillstand oder gar Rückschritt aber keine Spur. Monika Weber hat sogar eine Vision. „Wir wollen in Willingen nicht nur das größte Mountainbike-Festival sein, sondern das größte Fahrrad-Festival in Deutschland und Europa werden“, sagt die Eventleiterin des Delius Klasing Verlags bei der gestrigen Pressekonferenz im Vorfeld. Mountainbike allein reicht nicht mehr. „Es gibt keinen großen Hersteller mehr, der das Thema Elektrofahrrad außer Acht lässt“, sagt Weber. Kein Wunder, dass ihr Verlag seit kurzem auch ein E-MTB-Magazin herausbringt.

Rennrad mit dicken Reifen

Und für die, die mit Strom unterwegs sind, geht es auch sportlich zu, erstmals wird beim Festival in Willingen neben dem traditionellen Marathon auch eine Strecke extra für E-Biker angeboten. Die 40 km sind fast identische mit der Einsteigerrunde (U15/17). Allerdings sind es mit 1300 ein paar Höhenmeter mehr, weil zusätzlich vier besondere Passagen warten. „Die sind so steil, die schafft man mit dem normalen Rad nicht“, erklärt Streckenchef Volker Schröder. Für die „Normalos“ stehen weiter 53, 95 und 130 km zur Auswahl.

„Gravel“ heißt aus dem Englischen übersetzt Kies oder Schotter. Manche sprechen einfach nur, fast altmodisch, vom „Crossrad“. Gemeint ist eine weitere Nische, die die Hersteller bedienen und in der sie versuchen Kunden zu gewinnen. Im Prinzip ist es ein Rennrad mit dickeren, geländegängigen Reifen. Um auch die Modelle zu bewerben, gibt es am Freitag ein „Gravel Race“ auf einer 5-km-Runde, zuschauerfreundlich nahe des Expo-Geländes mit rund 130 Ausstellern.

Fester Bestandteil der drei Tage im Upland ist auch das Downhill-Spektakel. Diesmal ist die Bergabhatz gleichzeitig die zweite Station des European Cups. Mit dabei ist auch eine Lokalmatadorin. „Ich freue mich auf das Rennen, aber noch mehr auf das ganze Drumherum“, meinte Pia Isabella Klopfleisch. Die 21-jährige Lizenzfahrerin aus Willingen hofft bei den Frauen unter den Top ten zu landen. Die Enduro Series und nicht zuletzt die Scott Junior Trophy runden das Programm ab.

„Wir sind so sportlich wie noch nie“, freut sich Johannes Niemann von der ausrichtenden Ley Event-Agentur.

Strecken werden ausgebaut 

Bürgermeister Thomas Trachte unterstreicht die Bedeutung des Festivals für Willingen, denn eine der Hauptzielgruppen der Region ist der naturnahe Aktivtourismus. „Den wollen wir weiter entwickeln und dabei ist uns das Bike-Festival sehr behilflich“.

Ernst Kesper, Leiter der Touristik-Information, ergänzt, „dass sich im Upland das Radfahren fast auf Augenhöhe mit dem Wandern bewegt“. 40 Prozent der Gäste steigen aufs Rad, 43 wandern und 23 kommen wegen des Wintersports, das ergab eine aktuelle Erhebung. Um dem Trend Rechnung zu tragen, sollen demnächst die Pläne für den Bikepark im Bereich des Köhlerhagens verwirklicht werden.

Im nächsten Jahr soll dort ein Sessellift mit Radbeförderung die zwei alten Schlepplifte ersetzen. Bis 2018 sollen auch neben der bestehenden noch zwei weitere Freeride-Strecken verwirklicht werden. „Das wird ein eigenes Produkt für Mountainbiker“, kündigt Jörg Wilke, Geschäftsführer der Ettelsberg-Seilbahn an. (ni)

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