Matthis-Leon Wilhelm mit 7,23 Meter süddeutscher Hallenmeister der U 18 · Auch Tilman Garthe holt Titel

Ein Sprung in die nächste Dimension

Karlsruhe/Frankenberg - Matthis-Leon Wilhelm hatte schon im Vorjahr angedeutet, dass er die sieben Meter drauf hat. Sein explosiver Satz auf 7,23 Meter ist dennoch ein Riesending. Stark bei den „Süddeutschen“ in Karlsruhe auch Tilman Garthe, Meister über 800 Meter.

Sowohl der 16 Jahre alte Weitspringer vom TSV Frankenberg als auch der eine Woche ältere Mittelstreckler von der LG Eder setzen in ihrem zweiten U18-Jahr im Vergleich zum Vorjahr noch eins drauf: Beide Edertalschüler vergoldeten ihre Silbermedaillen. Den Auftakt machte Matthis-Leon am Samstag um 12.55 Uhr mit einem Sprung auf 6,84 Meter – diese Weite hätte ihm schon gereicht. Im ungültigen vierten Versuch landete er schon mal hinter der Siebenmetermarke, im fünften blieb er deutlich darunter (6,72 m). Als dann die Konkurrenten auf den Plätzen zwei und drei, Mark Andreas Maurer (TS Germersheim/6,80 m) und Julian Horf von der LSG Saarlouis (6,75 m) sich im sechsten Versuch nicht mehr verbesserten, stand Matthis-Leon als süddeutscher Meister bereits fest – und konnte in seinem letzten Versuch alles auf eine Karte setzen. Der Sprung war perfekt. Der Frankenberger traf den Balken haargenau und landete schließlich bei den fast sensationellen 7,23 Metern. Damit durchbrach er erstmals mit einem gültigen Versuch die „Schallmauer“, verbesserte seine persönliche Bestmarke aus dem Vorjahr gleich um 25 Zentimeter und qualifizierte sich außerdem für die deutschen U20-Hallenmeister-
schaften in Sindelfingen. Zu noch höheren Weihen fehlen Matthis-Leon lediglich sieben Zentimeter: Die Norm für die Olympischen Jugendspiele (16. – 28. August) in Nanjing/China liegt bei 7,30 Meter. Seine Siegesweite hätte ihm in der DLV- Bestenliste des Vorjahres Rang eins eingebracht. In der „ewigen Bestenliste“ des hessischen Verbands rangiert Matthis-Leon jetzt auf Rang neun. „Diese Entwicklung mit dem geringen Trainingsaufwand von drei Einheiten pro Woche ist kaum zu glauben“, freute sich Trainer Heinz Vollmar über den Coup von Karlsruhe. Er will nach dem Ende der Hallensaison das Trainingspensum auf vier Einheiten erweitern. Beim Hochsprung am Sonntag verpasste Matthis-Leon eine weitere Medaille knapp. Mit 1,90 Meter übersprang er die gleiche Höhe wie der Bronzemedaillengewinner und wurde Vierter aufgrund der Fehlversuchsregel. Gold und Silber gingen mit 1,93 Meter weg. Gut eine Stunde nach der Weitsprungentscheidung holte 
sich Tilman Garthe über 800 Meter seine Goldmedaille. Er war mit seiner Hallenbestleistung von 1:57,56 Minuten leicht favorisiert – nachdem sich seine vermeintlich stärksten Konkurrenten Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) und Lukas Eisele (LG Filder) für die 1500 Meter entschieden hatten, ging er als Titelanwärter Nummer eins ins Rennen. Dieser Rolle wurde Tilman mit seinem souveränen Start-Ziel-Sieg vollauf gerecht. Nach 1:56,62 Minuten hatte er im Ziel fast fünf Sekunden Vorsprung vor Clemens Lutterbach vom TV Staufen. Ein weiterer Erfolg für Trainer Knut Holzapfel.Ein weiteres Mal Pech hatte der ebenfalls noch 16 Jahre alte Sabbona Abdulkadir von der LG Eder. In der letzten Schulsportstunde vor den Titelkämpfen, für die er sich vergeblich um eine Befreiung bemüht hatte, verstauchte er bei einem Mannschaftsspiel prompt das Fußgelenk so schwer, dass ein Start bei den „Süddeutschen“ trotz intensiver therapeutischer Behandlung nicht möglich war. Silber oder Bronze wäre für den gebürtigen Äthiopier, der bei den „Hessischen“ über 3000 Meter disqualifiziert worden war, machbar gewesen. (WH)

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