Upländerin vorerst Ersatzläuferin im deutschen Team

Start der Biathlon-WM: Karolin Horchler muss auf ihre Chance warten

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Weltcup ist nicht IBU-Cup: Die Anstrengung war Karolin Horchler bei vielen Rennen anzusehen. Ihr Saisonziel WM-Qualifikation hat sie aber geschafft.   

Willingen – Es sind ihre ersten Weltmeisterschaften, aber sie ist zunächst nur Zuschauerin. „Ich muss auf meine Chance warten“, sagte Biathletin Karolin Horchler.

Für die 29-Jährige Biathletin beginnt wie für die elf anderen deutschen Starter an diesem Donnerstag die WM im schwedischen Östersund.

Ein Einsatz in der Mixed-Staffel zum Auftakt war für die 29-jährige Ottlarerin ohnehin kein Thema; den Part der Damen übernehmen Vanessa Hinz und Laura Dahlmeier. Aber auch bei der Nominierung für den Sprint am Freitag und damit auch der Verfolgung am Sonntag ging sie leer aus.

Die Gründe dafür, dass die Mannschaftskolleginnen den Vorzug erhalten, liegen auf der Hand. Die letzten Ergebnisse von Horchler vor der zweiwöchigen Pause vor der WM waren wenig berauschend, sie verpasste in allen drei Rennen in Übersee die Top 40.

„Da kam einiges zusammen“, betrieb die Sportlerin vom WSV Clausthal-Zellerfeld Ursachenforschung. „Vorher hatte ich einen leichten Infekt und konnte nicht so viel trainieren. Dazu kamen in Canmore die große Kälte, die Höhe und die Zeitumstellung. Und in Soldier Hollow habe ich dann auch am Schießstand nicht gut gearbeitet.“ 

Vorbereitung macht Horchler Mut

Die Phase will sie aber beim Vorbereitungslehrgang bis vergangenen Samstag in Hochfilzen hinter sich gelassen haben. Mut machen ihr dabei auch die beiden internen Kontrollwettkämpfe. „Die waren echt gut“, sagte Horchler, „ich habe mich wieder gut gefühlt.“

Inwieweit die Trainer die Leistungen bei der Nominierung berücksichtigt haben, das weiß sie nicht. Für den Sprint jedenfalls hat es nicht gereicht, obwohl es dort fünf statt der bei Weltmeisterschaften üblichen vier Startplätze für das deutsche Team gibt. Denise Herrmann, Franziska Hildebrand, Vanessa Hinz und Franziska Preuß dürfen ins Rennen gehen, weil Laura Dahlmeier wegen ihres Olympiasieges im Sprint ein persönliches Startrecht hat.

Einzel und Staffel als Einsatzchance

Horchler ist damit zunächst Ersatzläuferin, falls jemand vom gesetzten Quintett ausfällt. Unabhängig davon hofft sie auf einen Einsatz im Einzelrennen am nächsten Dienstag. Es ist ihre Paradedisziplin, weil sie da ihr Stärken, die eindeutig im Schießen liegen, am besten ausspielen kann. „Ich bin bereit“, gibt sich die Sportsoldatin kämpferisch. Allerdings sind da nur vier deutsche Damen startberechtigt.

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Eine weitere WM-Chance könnte sich mit der Staffel eröffnen. „Über die Starts für die zweite Woche wird aber erst vor Ort entschieden.“ Vermutlich keinen Einfluss hat sie auf den abschließenden Massenstart. Dafür qualifizieren sich die besten 15 der Weltcupwertung – Horchler ist aktuell 29. – und die Medaillengewinner. Aufgefüllt wird das 30er-Feld mit den Punktbesten der WM.

Rustikale Hütten statt Hotel

Nach der Rückkehr vom Feinschliff aus Hochfilzen war am Sonntag in der Wahlheimat Ruhpolding Kofferpacken angesagt. Am Montag ist der DSV-Tross von München nach Schweden geflogen. In Östersund wurde kein Hotel, sondern rustikale Hütten bezogen, da teilt sich Karolin Horchler ein Zimmer mit Denise Herrmann.

Vor Ort kann sich die Upländerin auch auf ihre positiven Erinnerungen an Schweden stützen. 2010 gewann sie in Torsby Silber bei der Junioren-WM und 2014 feierte sie in Östersund ihr Weltcup-Debüt. Im Einzel blieb sie fehlerfrei und landete als 24. auf Anhieb in den Punkterängen. „Von daher ist es echt cool, dass ich dort jetzt auch mein WM-Debüt geben kann.“ Nicht nur als Zuschauerin hofft sie.

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