Crew vom SC Edersee holt Weltmeisterschafts-Bronze

In Sydney zur Medaille

Kilian König und Johannes Brack segeln auf ihrem Boot „Jeannie“ vor der Kulisse der Skyline von Sydney. Die Crew vom SC Edersee kam mit den Bedingungen dort sehr gut zurecht.

Sydney/Sachsenhausen - Die Bedingungen kamen ihnen entgegen, die Taktik ging in den meisten Wettfahrten auf: Für Kilian König und Johannes Brack ist die Weltmeisterschaft in der Flying-Dutchman-Klasse fast optimal verlaufen. Der dritte Platz ist für das Segelteam vom SC Edersee ein großer Erfolg.

So ein bisschen hätten sie auf den Bronzerang geschielt, sagt Kilian König. Aber dafür, das war ihm klar, müsste es bei den neun Wettfahrten vor der Kulisse der Skyline von Sydney nahezu perfekt für ihn und Johannes Brack laufen. Zweimal ging ihr Plan nicht auf, mussten sie sich mit den Plätzen 19 und 16 begnügen. Weil aber die beiden schlechtesten Ergebnisse aus der Wertung fielen - und das Duo vom SC Edersee ansonsten überaus kons­tant stets einen Top-Sechs-Platz belegte -, stand am Ende der dritte Platz zu Buche. Nur die Ungarn Szabolcs Majthényi und András Domokos, die ihrer Favoritenrolle gerecht wurden, und die Niederländer Enno Kramer und Ard Geelkerken waren besser.

„Unvergessliches Erlebnis“

In der Welt sind König und Brack schon gut rumgekommen, haben Flying-Dutchman-Regatten in Kalifornien, Neuseeland und vielen anderen Ländern gesegelt. Im Vorjahr erreichten sie bei der WM in Schottland den siebten Platz. Sydney sei trotz dieser Erfahrungen „ein unvergessliches Erlebnis“ gewesen, sagt König - zum einen wegen der Stadt und des Segelreviers, in dem im Jahr 2000 die olympischen Rennen ausgetragen wurden, zum anderen wegen der Bronzemedaille.

Bereits an Weihnachten kam das Team in der australischen Metropole an. Ihr Boot „Jeannie“ war da bereits einige Zeit in einem Container unterwegs. Bei den offenen australischen Meisterschaften machten König und Brack vor allem mit, um sich an die Bedingungen vor Ort zu gewöhnen. „Das war sehr wichtig, um das richtige Gefühl zu bekommen“, erklärt König. Quasi nebenbei erreichte die Crew vom Edersee dabei den dritten Platz.

Die Tage um Silvester und Neujahr bis zum Start der Weltmeisterschaft am 3. Januar nutzte das Duo, um etwas auszuspannen, neue Energie zu tanken und dann frisch in die Titelkämpfe zu starten. Die Form stimmte, das Material war sehr gut, zudem spielte auch der Wind mit, der mit meist vier bis fünf Beaufort eher stark wehte. „Das kam uns entgegen, bei mehr Wind sind wir meist besser“, erläutert König, der in Sachsenhausen eine Segelmacherei betreibt. Gegen elf Uhr - dann begann die erste von meist zwei Wettfahrten pro Tag - setzte der Wind ein, wurde dann zunehmend stärker. „Bis 18 Uhr waren wir dann auf dem Wasser. Das kostet schon Kraft“, sagte der 33-Jährige.

Sieg im vorletzten Rennen

In den ersten vier Fahrten lief es für König und den 30-jährigen Brack mit den Plätzen zwei, drei, vier und nochmals drei unter fast 50 Booten sehr gut. „Unser taktischer Plan ist da voll aufgegangen“, berichtet Brack. Dann kamen die beiden Rennen, in denen sich das Duo verschätzte. Die Ausgangslage blieb gut, dennoch begann nun das Zittern; ein weiteres schwaches Ergebnis hätte wohl die Medaille gekostet. Dazu kam es aber nicht: Mit Platz sechs in der siebten Wettfahrt behaupteten König und Brack Rang drei, mit dem Sieg im achten Rennen - dabei setzten sich die zu diesem Zeitpunkt bereits als Weltmeister feststehenden Ungarn erstmals nicht durch - vergrößerten sie ihren Vorsprung auf das befreundete deutsche Duo Kai Schäffers und Peter van Koppen. Nach Platz vier in der letzten Wettfahrt am 9. Januar stand die Bronzemedaille fest und die Sektkorken knallten.

Platz drei ist das bislang beste Ergebnis der Crew bei einer WM. Im nächsten Jahr wollen die Segler vom Edersee wieder bei den Titelkämpfen starten, die Anreise wird dann deutlich kürzer sein: Gesegelt wird 2016 auf dem Steinhuder Meer in der Nähe von Hannover. „Vielleicht“, sagt König, „können wir dann noch weiter vorn dabei sein.“

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