Vorgänger Michael Groß beim Willinger Weltcup-Skispringen in neuer Funktion

Sebastian Szlachta neuer Chef des Teams Anlauf

Neuer Chef, bewährtes Team: Michael Groß (links) überreicht Sebastian Szlachta symbolisch einen Brocken Kunstschnee. Foto: ni

Willingen. Eigentlich hätte eine Flasche Sekt oder Schnaps den Besitzer wechseln müssen, aber sie begnügten sich symbolisch mit Kunstschnee: Michael Groß überreichte einen Brocken an Sebastian Szlachta, seinem Nachfolger als Chef in Sachen Anlauf fürs Willinger Weltcup-Skispringen.

Schanzenchef Wolfgang Schlüter ist froh, dass ein reibungsloser Übergang gewährleistet ist. Sein Schwiegersohn hat immerhin zwölf Jahre zusammen mit dem Team Anlauf stets für eine perfekte Anlaufspur gesorgt. „Ein paar Tricks und Kniffe“ will Groß dem neuen Mann in der Übergangszeit auf jeden Fall noch zeigen.

Job als Schneemacher hilfreich

Szlachta arbeitet seit fünf Jahren an der Schanze mit. Zunächst hat er mit dem Bagger von seinem Arbeitgeber Rohde aus Korbach unten im Strycktal den Kunstschnee bewegt. Im letzten Jahr ist der 35-Jährige, der seit sieben Jahren in Willingen wohnt, im wahrsten Sinne des Wortes hochgerückt ins Team Anlauf. Und jetzt ist er bereits der „Vorarbeiter“. Dabei hilfreich ist ihm auch sein Job im Winter als Schneemacher am Sonnenlift. Ganz wichtig ist ihm aber die Unterstützung insbesondere der älteren Mitglieder. „Ihre Erfahrungen möchte ich nicht missen, immerhin sind einige von ihnen schon Jahrzehnte dabei“, so Szlachta.

Wenn es doch mal Probleme gibt, dann ist sein Vorgänger nicht weit weg. „Ich bin ja nicht aus der Welt“ sagt Groß. Manchmal ist er nur einige hundert Meter entfernt. Denn der 49-Jährige nimmt nun SCW-Präsident und OK-Chef Jürgen Hensel einige Aufgaben ab. „Ich kümmere mich zum Beispiel um die TV-Technik oder bin Ansprechpartner für die Werbeagenturen.“ Er hilft dabei, dass das Fernsehbild ebenso reibungslos läuft wie die Vermarktung.

Kühlschlangen fest installiert

Derweil kann Szlachta nicht viel ändern, weil über all die Jahre die Arbeit immer mehr perfektioniert wurde. Zuletzt wurde die Präparierung der Eisspur noch einmal verbessert. Die Kühlschlangen, die sonst immer mühsam den steilen Anlauf hoch ausgerollt werden mussten, wurden im September erneuert und fest installiert. „Damit sparen wir einen halben Tag harter Arbeit“, erzählt Schlüter ein bisschen stolz. Und weil unter den Plastikrohren noch fünf Zentimeter dicke Isolierplatten montiert wurden, wird auch ein Drittel weniger Schnee benötigt und zudem Energie gespart.

Damit reichten der vergangene Samstag und ein paar Stunden am Sonntag, um die mit Glykol befüllten insgesamt zwei Kilometer langen Kühlschlangen auf dem 107 Meter langen Anlauf mit rund 20 Zentimeter Kunstschnee zu belegen. Zusammen mit den etwa 8000 Litern Wasser, das die Willinger Feuerwehr dazu spritzte, entstand ein kompakter Eisblock. „Der muss die Woche über richtig durchfrieren“, erklärte Schlüter.

Nur noch die Spur fräsen

Am kommenden Wochenende wird dann bereits die Anlaufspur für den 2. bis 4. Februar gefräst. Alles begutachtet von Sebastian Szlachta, „damit der Technische Delegierte die Sache auch dieses Mal ohne Mängel abnimmt“. Kein Wunder, dass er sich bei seinem ersten Mal als Chef Anlauf wünscht, „dass beim Weltcup wieder alles reibungslos funktioniert“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare