Superspannende Entscheidung in Pyeongchang: Nur die Norweger stärker 

Jubel in Schwalefeld: Stephan Leyhe gewinnt im Team die Silbermedaille

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Zwei ordentliche Flüge zur Silbermedaille: Stephan Leyhe auf der Großschanze in Pyeongchang.

Pyeongchang. Stephan Leyhe hat bei seiner olympischen Premiere die Silbermedaille gewonnen. Beim Mannschaftsspringen auf der Großschanze in Pyeongchang musste das DSV-Quartett mit Karl Geiger, Leyhe, Richard Freitag und Andreas Wellinger nur Norwegen den Vortritt lassen. Platz drei belegte nach einem spannenden Dreikampf Polen.    

Stephan Leyhe ist der zweite Medaillengewinner vom Ski-Club Willingen: Auf den Tag genau vor 20 Jahren gewann Petra Behle, geborene Schaaf, mit der deutschen Biathlon-Staffel der Frauen bei den Spielen in Nagano die Goldmedaille. Petra Behle berät und vermarktet heute Sportler - und Stephan Leyhe ist einer der von ihr betreuten Athleten. 

Medaille früh perfekt

Mit 1098,5 Punkten war am Olympiasieg der favorisierten Skandinavier mit Daniel Andre Tande, Andreas Stjernen, Johann Andre Forfang und Robert Johansson am Ende nicht zu rütteln. Deutschland (1075,5) verwies auf den allerletzten Drücker das polnische Team mit Maciej Kot, Stefan Hula, David Kubacki und Kamil Stoch (1072,4) auf den Bronzerang - weil ausgerechnet Olympiasieger Stoch patzte.

Die Medaille für das deutsche Team stand früh fest, nur die Farbe war offen - Österreich als erster "Verfolger" des Favoriten-Trios lag nach Durchgang eins schon rund 50 Punkte zurück. Leyhe hatte 128 Meter erzielt - okay, Platz zwei von Startspringer Karl Geiger verteidigt. Allerdings holte Stefan Hula für Polen auf und die Norweger mit Andreas Stjernen zogen weiter davon.

Wellinger wieder stark

Richard Freitag (134,5) und Andreas Wellinger mit starken 140 Metern führten Deutschland wieder näher an den Goldplatz heran. Vor dem Finale betrug der Rückstand des DSV-Quartetts auf Norwegen umgerechnet nur gut einen Meter, Kamil Stoch und Co. folgten weniger als zwei Meter hinter Deutschland.

Das Team von Werner Schuster verlor zu Beginn des zweiten Durchgangs sofort wieder an Boden. Geigers 134 Meter konterte Tande mit satten 140 Metern.

Leyhe: Kein Angriff nach vorn

"Nicht wirklich ein Angriff nach vorne", sagte ARD-Kommentator Tom Bartels dann über Leyhes zweiten Sprung. Mit 129 Metern verlor der Schwalefelder fünf Meter auf Hula, und das DSV-Team lag nun 1,1 Zähler hinter Polen zurück. Als letzter Springer im zweiten Block ließ Andreas Stjernen die Norweger auf fast 30 Punkte Vorsprung davonziehen.

Ähnliches Bild dann nach dem jeweils dritten Springer: Freitags 134,5 Meter reichten nicht gegen den Polen David Kubacki. Forfangs mittelmäßiger Sprung (132 Meter) fiel nicht weiter ins Gewicht. Das Duell um Platz zwei blieb aber hochspannend.

Wellinger legte als erster aus dem führenden Trio vor. 134,5 Meter. Was machte Stoch? Spät am Schanzentisch, die gleiche Weite wie Andy Wellinger. Und dann: Jubel beim DSV-Team, die Silbermedaille.   

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