Kein Weltcup ohne Profis für Strom, Gas und Wasser

Techniker ziehen an einem Strang

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- Willingen (nv). Ständig unter Strom stehen die Mitglieder des Teams Technik beim Weltcup, denn ohne ausreichend „Saft“ können die Willinger an der Mühlenkopfschanze keine großen Sprünge machen. Eine Stromstärke von 1000 
Ampere – das entspricht etwa dem Bedarf von 28 Einfamilienhäusern – müssen sie bereitstellen.

„Wie viele Container für die Skisprung-Teams werden aufgestellt?“, „Welche Küchengeräte sind für das Festzelt vorgesehen?“, „Wie hoch ist die Anzahl der Toilettencontainer?“: Diese und ähnliche Fragen stellen die Cheftechniker Manfred Querl (Willingen) und Bernd Müller (Schwalefeld) von Weltcup zu Weltcup. Wenn die beiden Elektriker jede Steckdose, zum Beispiel für die Ausrüstung der Skitechniker, und jede Kaffeemaschine abfragen, ist das allerdings kein übertriebener Sinn fürs Detail, sondern dringend notwendige Planung.

„Mit einer Stromstärke von 1000 Ampere bewegen wir uns stets an der Grenze des Machbaren“, berichtet Querl mit Blick auf das kleine Transformatorenhäuschen im Auslauf der Mühlenkopfschanze, direkt neben dem Eingang zum Tunnel. „Diese eine Stromquelle ist die zentrale Versorgungsstelle“, ergänzt Müller. Ob feste Einrichtungen wie Funktionsgebäude und Standseilbahn oder mobile wie Festzelt und Toilettencontainer – alles hängt an diesem Trafo.

Wie schwierig die exakte Planung ist, erläutert Querl am Beispiel der Lagercontainer für die Getränke: Da die Getränke bei einer Temperatur von unter null Grad Celsius gefrieren, sind dort Frostwächter eingebaut. Wenn es zu kalt wird, springen in den Containern automatisch Heizungen an. „Für jeden Container müssen wir daher eine Reserve von drei Kilowattstunden in unser Konzept einbeziehen.“ „Für Flutlicht und die Fernsehübertragung installieren externe Firmen zusätzliche Stromaggregate“, erklärt Müller. Gleiches gelte für die Beleuchtung der Wege und Parkplätze durch das Technische Hilfswerk.

Bei einem Stromausfall, zum Beispiel durch eine Beschädigung einer Überlandleitung, stünde 
somit zumindest die Mühlenkopfschanze selbst nicht im Dunkeln, und die TV-Journalisten könnten live berichten. „Einen derartigen Notfall hat es zum Glück noch nie gegeben“, betont Querl. Dass er nicht auszuschließen ist, wissen die insgesamt 27 Weltcup-Techniker aber spätestens seit dem 16. Januar 2010, als Schnee und Eis eine Stromleitung kappten. Dem Kurzschluss folgte ein bis zu 50-minütiger Stromausfall in Willingen und Umgebung. „Für einen solchen Fall gibt es allerdings einen Katastrophenplan“, gibt Querl Entwarnung.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 28 Januar.

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