Weltcup-Willingen: 1000 Einschreiben in der Woche

Ticket-Rückerstattung: Schwerstarbeit für Bernd Wilke und SCW-Geschäftsstelle

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Die Post ist da: Bernd Wilke bringt Christine Hensel (unten) und Elke Rischen vom Ski-Club Willingen viel Arbeit. 

Viel Arbeit wegen der Absage des Springens und der damit verbundenen Rückzahlung hatte die  Post und der Ski-Club Willingen.  

An „normalen“ Tagen tragen Bernd Wilke und seine Kollegen von der Post in Willingen vielleicht ein Einschreiben mit Rückschein aus. An den Tagen nach dem vom Wind gekürzten Weltcup-Wochenende im vergangenen Februar lieferte „Bernie“ diese Briefe gleich kisten- oder säckeweise in der Geschäftsstelle des Ski-Clubs im Funktionsgebäude an der größten Großschanze der Welt an.

Fan-Post für Stephan Leyhe, der am Mühlenkopf seinen ersten Weltcupsieg überhaupt gefeiert hatte? Von wegen. Nach der Absage des Sonntags-Wettbewerbs – es wäre das 50. Springen in der Willinger Weltcup-Historie gewesen – wollten die Absender ihr Geld zurück und mussten dafür das Originalticket bei Christine Hensel und Elke Rischen in der Geschäftsstelle einreichen.

Zur Erinnerung: Aus Sicherheitsgründen und um vor allem die Zuschauer nicht zu gefährden, war das Springen nach einer Sturmwarnung im Einvernehmen von Polizei, Gemeinde und Ski-Club abgesagt wurde.

Christine Hensel traf die Absage trotz der Freude über Stephan Leyhe und seinen Triumph ins Mark. Zusammen mit ihrer Kollegin Elke Rischen hatte sie seit Oktober wieder den Kartenvorverkauf organisiert, es deutete sich ein neuer Rekord an, für den spätestens die Tageskasse am Tag nach dem Leyhe-Sieg gesorgt hätte. Den beiden Frauen war sofort klar, was, diese Absage bedeuten würde. Christine Hensel brach in Tränen aus und musste getröstet werden.

Es galt nun in den nächsten Tagen und Wochen, den vielen Zuschauern das Geld für die Eintrittskarte am Finaltag oder den Anteil an der Dauerkarte zu erstatten. Die Präsidenten Jürgen Hensel und Wilhelm Saure entschieden sich schnell (und richtig) gegen die von einigen Besuchern vorgeschlagene Gutschein-Lösung für das nächste Jahr.

Um allerdings einen Ansturm auf die Geschäftsstelle mit dem Wunsch auf Barauszahlung zu verhindern, wurde der Postweg angestrebt und schließlich organisiert. Schwerstarbeit für den Postboten „Bernie“ und seine Kollegen, den die Einschreiben mit Rückschein aus dem In- und Ausland brachen über den Weltcup-Ort ein.

„Statt der 25 üblichen Einschreiben in der Woche waren es plötzlich 1000“, erzählt Wilke. Der Ski-Club nahm auch das Angebot von Bürgermeister Thomas Trachte und der Gemeinde dankend an, der drei Wochen lang jeweils zwei Mitarbeiterinnen der Gemeinde gleichzeitig abstellte, die nach dem bewährten Ski-Club-Helfer-Motto „Viele Hände, schnelles Ende“ die Briefe öffneten, sortierten, ehe das bewährte Ticketteam Hensel/Rischen die Karten prüften und die Überweisungen veranlassten. Geballte Frauen-Power auch dank der Gemeinde.

Alles reibungslos 

„Das lief alles so reibungslos und einigermaßen zügig ab, so dass einige Fans noch nach Wochen nachgefragt haben, wann denn die Überweisung erfolgen werde, weil sie den bereits längst überwiesenen Betrag auf ihrem Konto übersehen hatten“, erzählt Christine Hensel. „So schnell hatte mancher gar nicht mit der Rückerstattung gerechnet.“ Es habe kaum Beschweren Beschwerden gegeben. Wenige Fans versuchten, über Ticket-Kopien an ihr Geld zu kommen, reichten dann aber auf Nachfrage die Originale ein. Der ein oder andere verzichtete sogar auf sein Geld und spendete für den Skinachwuchs.(be)

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