Frauenhandball: Bad Wildungen vor der neuen Saison

Die HSG träumt vom ganz großen Sprung

- Von Jürgen HeideBad Wildungen. Platz sieben und die damit verbundene Qualifikation für die eingleisige Liga ist das Minimalziel der HSG-Handballerinnen in der 2. Bundesliga. Das Hauptziel ist aber Playoff-Rang vier. Doch insgeheim wird beim Fünften der Vorsaison vom Aufstieg geträumt

Dass die HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim in der vergangenen Saison als Fünfter nur um einen Platz die Teilnahme an den Aufstiegsplayoffs verpasst hat, ärgert Gerry Weiss immer noch. Schließlich war der Aufsteiger zwischenzeitlich sogar Dritter. „Die Enttäuschung, dass wir die Playoffs nicht geschafft haben, ist noch da“, gibt der ehrgeizige Trainer zu. „Aber wenn mir vorher andererseits jemand gesagt hätte, dass wir am Ende auf Rang fünf stehen, wäre ich zufrieden gewesen.“ Letzteres ist der Coach selten, „weil man immer etwas verbessern kann.“ So möchte er mit den Süd-Waldeckerinnen auch in seinem dritten Trainerjahr weiterkommen, auch wenn Weiss bewusst ist, „dass unsere Schritte nach den großen Sprüngen, die wir gemacht haben, nicht mehr so groß ausfallen werden.“

Dass er mit seinem Team um Spielführerin Danja Lerch in die Playoffs will, liegt auf der Hand. „Das ist realistisch und wäre für Bad Wildungen eine schöne Sache“, sagt Weiss, nachdem die HSG noch einmal investiert und besonders durch die Verpflichtungen der international erfahrenen Rückraumspielerinnen Alexandrine Zinsou (BFC Beek Sittard) sowie Ruta Latakaite (TV Mainzlar) auch nach außen dokumentiert hat, dass sie „mittelfristig in die erste Liga möchte“, wie der Vorsitzende Hans-Werner Derx bestätigt.

„Wenn der liebe Gott will, können wir vielleicht auch den Aufstieg schaffen“, sagt Weiss. Doch dem 44-Jährigen ist bewusst, dass dazu alles optimal laufen muss. Vor allem von Verletzungen, wie sie derzeit Zinsou (Schleimbeutelentzündung in der Schulter) und die von Erstligaabsteiger und Ligakonkurrent Borussia Dortmund neu verpflichtete Rechtsaußen Annika Busch (Muskelteilriss) plagen, muss die Mannschaft verschont bleiben. „Unser Hauptziel ist die Playoff-Teilnahme, aber natürlich wollen wir alle mehr“, sagt Sabine Heusdens. Doch auch die Halblinke weiß, dass ein Platz unter den ersten vier Teams nach der Hauptrunde nicht einfach werden wird. In der Saison 2011/2012 dürfte der Sprung in die erste Bundesliga aber noch schwieriger werden, weil es dann schon eine eingleisige zweite Liga gibt. Für diese qualifizieren sich die besten sieben Teams der Süd- und der Nordstaffel in der am übernächsten Samstag beginnenden Saison.

„Weil auch die anderen Mannschaften nicht geschlafen haben“, so Derx, sondern viele Teams ihre Kader aufgerüstet haben, wird sogar das Erreichen des siebten Platzes für die HSG kein Selbstläufer werden, glaubt Weiss. „Dass wir unter die ersten Sieben kommen, ist für uns lebenswichtig.“ Denn wenn Torjägerin Cristina Mihai und Co. dieses (Mindest-) Ziel nach zuletzt fünf Aufstiegen in sieben Jahren nicht erreichen würden, fände sich der ambitionierte Klub in der neuen dritten Liga wieder.

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