Waldecker Siebter beim Ironman in Thun

Jens Schumann: Kampf um Hawaii-Ticket endet mit Qualen

Triathlet beim Zieleinlauf, im Hintergrund Zuschauer
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Zieleinlauf: Triathlet Jens Schumann hat es hinter sich.

Was für ein Drama: Triathlet Jens Schumann muss seinen Traum vom Ironman Hawaii erst einmal begraben.

Thin/Schweiz - Trotz qualvoller letzter Kilometer ist der Athlet des TSV Eintracht Waldeck aber aber vom Ironman in der Schweiz hochzufrieden zurückgekehrt. Im Ziel war es gleichwohl ein Wechselbad der Gefühle für ihn. Jens Schumann hatte sich seit mehr als einem Jahr auf den Wettkampf in Thun (Kanton Bern) vorbereitet.

Einerseits war Platz sieben seiner Altersklasse M 35 ein starkes Ergebnis, und er steigerte seine 2019 in Hamburg aufgestellte Ironman-Bestzeit um elf Minuten auf 9:14:02 Stunden – auf einer schwereren Strecke. Andererseits: Erhebliche Magen-Darm-Probleme auf der zweiten Hälfte der Marathonstrecke verhinderten ein Traumergebnis.

Um ein Ticket für den Ironman Hawaii 2022 zu ergattern, hätte der Bergheimer Zweiter werden müssen. Die Zahl der vergebenen Startplätze war coronabedingt noch einmal von vier auf zwei reduziert worden. Doch Schumann hatte diesen zweiten Platz in Reichweite, nachdem der Ironman Switzerland lange Zeit genau nach Plan lief.

Schwimmen ganz nach Plan - trotz kürzerer Strecke

„Es hatte sich schon in den letzten Wochen der Vorbereitung abgezeichnet, dass meine Form stimmt. Das Rennen lief eigentlich, wie ich es mir vorgestellt hatte“, sagte der 35-Jährige. In 45:22 Minuten waren die 3,1 Kilometer Schwimmen – die eigentlich 3,8 km lange Strecke war vom Veranstalter falsch vermessen worden – voll im Soll.

Das Schwimmen im Thuner See verlief für Schumann nach Plan. Auf den beiden Radrunden im Berner Oberland mit 2200 Höhenmetern spielte er seine Stärke besonders in den Steigungen aus und verbesserte sich in der Altersklasse bis auf Rang drei. „Ich fuhr in einer Supergruppe mit vier, fünf anderen und habe bis aufs Watt genau mein Pensum abgewickelt“, berichtete Schumann.

Am Ende ein Kampf gegen den eigenen Körper

Mit „Puls im grünen Bereich“ machte er auf der ersten Hälfte der Laufstecke Schumann noch weiter Boden gut. Nachdem er von seiner Position erfahren habe und wusste, dass der Zweitplatzierte langsamer läuft, habe er sogar der Tempo verlangsamt, „um hinten heraus genug Luft zu haben“.

Gleichwohl passierte das Unglück: Der Magen spielte nicht mehr mit, und Schumann kämpfte zum Schluss mehr gegen den eigenen Körper als gegen die Konkurrenten. „Ich musste dreimal die Toilette aufsuchen. Die Elektrolyte waren damit aus der Körper gespült“, so Schumann, der auch ohne Chance aufs Hawaii-Ticket bis ins Ziel durchhielt.

Aber statt der angepeilten 2:55 dauerte der Marathon unter diesen Umständen 3:24 Stunden. Als Siebter war er insgesamt 56. von 1026 Triathleten. Darüber muss man nicht unglücklich sein. Ist auch Jens Schumann nicht: „Meine Frau beschäftigt das viel mehr als mich. Ich bin eigentlich mega-zufrieden, weil alles aufging, was in meiner Macht stand. Ich weiß: Wenn der Körper mitgespielt hätte, wäre es eine Zeit um 8:50 Stunden und wahrscheinlich Platz zwei geworden“, sagt Schumann.

Er will nun eine Auszeit nehmen und nachdenken, ob er den Hawaii-Traum noch einmal in Angriff nimmt oder nicht. Er weiß auf jeden Fall: Drauf hätte ich’s.

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