Letztes Spiel endet mit Sieg

TSV Goddelsheim meldet sich ab – das Ende des Kegelsports im Landkreis

Raritäten: Der TSV Goddelsheim stellte das letzte aktive Sportkegelteam in Waldeck-Frankenberg. Jetzt warfen auch (hinten von links) Roger Compart, Manfred Köhler und Friedrich Kügler sowie (vorn) Eva Kügler und Ernst Mühlberger die letzten Kugeln.
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Raritäten: Der TSV Goddelsheim stellte das letzte aktive Sportkegelteam in Waldeck-Frankenberg. Jetzt warfen auch (hinten von links) Roger Compart, Manfred Köhler und Friedrich Kügler sowie (vorn) Eva Kügler und Ernst Mühlberger die letzten Kugeln.

Am Sonntag ging es in Goddelsheim nochmal um Punkte. Nun gibt es keine aktive Sportkegler-Mannschaft mehr in Waldeck-Frankenberg.

„Goddelsheim verabschiedet sich aus dem Ligabetrieb und wird keine Mannschaft mehr melden.“ Diese Anmerkung unter der aktuellen Tabelle der Bezirksliga Nord-Ost der Sportkegler mag aus Sicht von Ligaleiter Klaus Jakob eine Randnotiz sein. Aus Sicht des Kegelsports in Waldeck-Frankenberg ist sie eine Zäsur oder das Ende einer Ära. Es gibt nun keine aktive Kegelmannschaft mehr im Landkreis.

Seit Ende 2017 hielt der TSV Goddelsheim allein das heimische Kegel-Fähnchen taper hoch. Im Heimspiel gegen die KSG Kassel 4 kullerten nun am Sonntag im Sportlertreff am Goddelsheimer Sportplatz die letzten Kugeln der TSV-Kegler – und sicher auch hier und da ein Tränchen, zumal sogar der Abteilungsvorstand gekommen war zu einer historischen Stunde, die eigentlich niemand erleben will. „Es war ein emotionaler Tag“, berichtet Roger Compart vom Abschiedsspiel der Goddelsheimer, das wenigstens mit einem Sieg endete.

TSV-Quartett seit 20 Jahren im Team

Roger Compart, Ernst Mühlberger, Eva und Friedrich Kügler haben mehr als 20 Jahre gemeinsam ein Team gebildet, der Aufstieg in die Bezirksoberliga war der größte Erfolg. Andere, die dazu gehörten, sind nicht mehr aktiv. Besonders zahlreich war das Personal schon in den vergangenen Jahren nicht mehr beim TSV, der eine Zeitlang sogar vier Mannschaften im Ligabetrieb stellte.

Aus Frankenberg war 2016 Manfred Köhler nach Goddelsheim gewechselt, nachdem es an der Eder nicht mehr weiterging. Ein letzter personeller Glücksgriff für die Lichtenfelser. Die Zeit anhalten können sie aber auch nicht. „Wir werden alle nicht jünger, gesundheitlich macht es irgendwann keinen Sinn mehr, wenn man nicht nur zum Spaß kegeln will“, begründet Compart den Schlussstrich der Goddelsheimer. Wobei dieser Spaß die Flamme lange Zeit am Brennen hielt. „Wir haben immer von Jahr zu Jahr überlegt und oft gesagt: Eine Saison machen wir noch“, sagt Compart.

Zum Ende der Kegel-Ära war auch der Vorstand der Goddelsheimer Kegelsparte dabei; v. links Otto Brühmann, Elisabeth Huneck, Bernd Bäcker, Roger Compart und Hartmut Greisler.

Er selbst ist mit einigem Abstand der Jüngste im Team, das wenig Perspektive hat. Das gestanden sich die TSVler ein, so gern sie ihr Hobby ausüben. „Es fällt uns schwer, weil wir immer so viel Spaß haben. Du bist ja meist den ganzen Sonntag zusammen unterwegs“, blickt Compart zurück, der mit seinen Teamkollegen am Sonntag manches Anekdötchen wieder aufleben ließ.

In einer gemeinsamen Mannschaft mit einem anderen Verein weiterzumachen, stand ihnen freilich nicht als Option zur Verfügung. Der aus dem Clubs Hansa und Kilian hervorgegangene SKV Korbach hat sich im Herbst 2017 vom Spielbetrieb abgemeldet, seitdem gab es nur noch die Goddelsheimer.

Die planen nun im Laufe dieses Jahres noch eine gemeinsame (Abschluss-)Fahrt, und die Abteilung will im Sommer ein wenig mit allen Mitgliedern feiern, zumal es eine Reihe passive gibt. Und dann wird auch in Goddelsheim nur noch „just for fun“ gekegelt oder um Vereinsmeisterehren.

Ehrung für Manfred Köhler

In der Meisterschaft der Bezirksliga endete die Saison für Goddelsheim voraussichtlich auf Platz drei. Das vorgezogene letzte Spiel gegen KSG Kassel 4 endete mit einem 3:0 (2590:2344/24:12) für den TSV. Anstarter und Tagesbester Roger Compart (675/8) brachte sein Team gegen Klaus Jakob (644/6) in Führung. Manfred Köhler (633/4) baute gegen Conny Burg (601/3) den Vorsprung aus. Friedrich Kügler (634/5) behauptete sich gegen Ingo Mandelik (565/2), Ernst Mühlberger (648/7) gewann gegen Dieter Weber (524/1).

Am Rande gab es noch eine Ehrung für Manfred Köhler. Spartenleiter Hartmut Greisler überreichte ihm für 40-jährige Mitgliedschaft im Hessischen Kegelsportbund die silberne Ehrennadel. (schä)

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