Trainieren und Geduld haben das Motto für Leyhe, Horchler und Zeutschel

Verletzungen und Wettkampfabsagen: Upländer Wintersportler im Wartestand

Bei den Testrennen im Dezember schnitt Marie Zeutschel ganz gut ab. SiIe hofft, dass wenigstens die Junioren-WM in dieser Saison stattfindet.
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Nur einmal mit Startnummer: Bei den Testrennen im Dezember schnitt Marie Zeutschel ganz gut ab. SiIe hofft, dass wenigstens die Junioren-WM in dieser Saison stattfindet.

Biathlon-Talent Marie Zeutschel wollte in diesem Winter den nächsten Schritt machen. Karolin Horchler wollte nach Verletzungspause wieder ins Weltcupteam. Skispringer Stephan Leyhe hoffte zunächst auf einen Start bei der WM im Februar. Doch längst ist klar: Der Waldecker Anteil am Wintersportgeschehen wird erst einmal fehlen. Wie ergeht es dem Upländer Trio im Wartestand?

Die Gesundheit ist bei Marie Zeutschel nicht das Problem. Die 20-Jährige – seit August in der Sportfördergruppe der Bundespolizei in Bad Endorf in Oberbayern – ist so fit, wie man angesichts der coronabedingten Trainingseinschränkungen sein kann. Allerdings kann es sein, dass ihre gesamte „Saison“ nur aus Training bestehen wird.

Der IBU-Junior-Cup, also quasi der Weltcup der Junioren, wurde bereits vor langer Zeit komplett abgesagt. Und was Deutschlandpokal und Alpencup betrifft, so haben auch schon eine Reihe Ausrichter abgewunken angesichts der Infektionslage und den zu großen oder risikoreichen Hürden in Sachen Hygienekonzept. Ob die deutschen Meisterschaften, die an diesem Wochenende stattfinden sollten, noch irgendwann nachgeholt werden, steht in den Sternen.

Marie Zeutschel hofft auf die Junioren-WM

„Manchmal gibt es täglich neue, geänderte Informationen“, berichtet Zeutschel vom Trainingsalltag. Die Athletin des SC Willingen hat Verständnis für die Absagen; gleichwohl würde sie gerne noch einmal ihr Können zeigen, um wenigstens ein Ziel noch erreichen zu können: Teilnahme an der Junioren-WM ab 24. Februar in Obertilliach. Die „Deutschen“ wären als Qualifikationsrennen dafür gewertet worden.

Vier Startplätze gibt es (plus Nachrücker), „und ich denke, meine Chancen stehen nicht schlecht“, urteilt die nun in Freiburg lebende Upländerin. Grund für ihre Annahme sind die Leistungen in den Testrennen des DSV vor Weihnachten. Wenn alles gut geht, finden vom 22. bis 24. Januar in Oberhof weitere interne Testrennen statt. Dieser Lehrgang der Trainingsgruppe IIa ist er der zweite des gesamten Kaders. „Seit dem ersten im Dezember habe ich viele Kolleginnen nicht mehr gesehen“, sagt Zeutschel. Denn Trainiert werde nur in den Gruppen der Heimtrainer.

Blick in die Ferne: Zeit für malerische Ausblicke hatte Karolin Horchler, während sie nur dosiert trainieren konnte. Hier lässt sie auf Instagram die Fans an einer Tour am Hochfelln in den Chiemgauer Alpen teilhaben.

Gut trainieren ist das einzige, was Zeutschel derzeit bleibt. Einzige Lichtblicke im Wartestand: Ein paar freie Tage mehr, weniger Reisestress“; den ich aber gern in Kauf genommen hätte“. Und: „Immerhin sind die Trainings bedingungen rund um den Feldberg nach alle dem Schnee ein Traum.“

Traumhaftes Wetter genießen. Dafür hatte auch Karolin Horchler viel Zeit. Auf ihren Sozialmedienkanälen lässt sie die Fans teilhaben an ihren Skitouren durch die Chiemgauer Alpen. Erst im November nahm die 31-Jährige Biathletin aus Ottlar nach langer Zeit wieder das Gewehr in die Hand. Und vor drei Wochen postete sie: „Endlich wieder Biathlon in der Chiemgau-Arena.“

Karolin Horchler: noch kein Comeback in Sicht

Das Training in Ruhpolding hat Horchler nach langer Zwangspause infolge von Schienbein-OP und gebrochener Rippe (die Verletzung brach ein zweites Mal auf) inzwischen intensiviert, den Druck nimmt sie aber weiter von sich, zumal sie mehr auf ihren Körper hören will.

Sie habe noch kein Datum, wann sie wieder in den Wettkampf einsteige, ließ Horchler kürzlich wissen. Die Europameisterschaft Ende Januar kann kein Ziel für sie sein. Vielleicht reicht es für ein paar IBU-Cup-Rennen zum Ausklang der Saison.

Neues Hobby: Stephan Leyhe ist derzeit häufig auf Langlauf-Ski unterwegs.

Und was macht eigentlich Stephan Leyhe? Öfter mal was Neues, wie es so schön heißt. Nachdem der Schwalefelder, gerade 29 geworden, sich entschieden hat, in diesem Winter keine Wettkampfsprünge mehr zu machen, erfreut er sich am Langlaufen; die schmalen Ski hat er als Trainingsmöglichkeit auf Schnee für sich entdeckt.

In Titisee durften die Fans ihn als Weltcup-Zaungast mal wieder im TV sehen. Und dort übt Leyhe bald auch einen „Nebenjob“ aus: Beim Weltcup in Lahti ab 22. Januar nimmt er bei Eurosport die Co-Kommentatoren-Rolle an der Seite von Reporter Gerhard Leinauer ein. (schä)

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