Appell an Vereine 

Uwe Steuber: Hallen für Schulsport öffnen

Sportkreis-Chef Uwe Steuber, der hier mit der Übungsleiterin Birgit Kleinschmidt ein Kinder-stark-machen-Banner hält.
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Plädoyer für den Sport von Kindern und Jugendlichen: Sportkreis-Chef Uwe Steuber, der hier mit der Übungsleiterin Birgit Kleinschmidt ein Kinder-stark-machen-Banner hält.

Der Sportkreisvorsitzende Uwe Steuber hat an den Landkreis Waldeck-Frankenberg appelliert, wieder Schulsport in der Halle zuzulassen.

Korbach – Er könne die aktuell aus Gründen des Infektionsschutzes vorerst bis 4. Dezember verfügte Schließung der kreiseigenen Hallen für den Sportunterricht nicht nachvollziehen, auch wenn andere Kreise ebenso verfahren würden, sagt Steuber.

Die Schüler seien ja ohnehin im Klassenverband zusammen, deshalb könnten sie in den großen Hallen auch gemeinsam Sportunterricht erhalten. „Die aktuelle Regelung muss überdacht werden“, fordert Steuber. Er appelliert ans Kreishaus außerdem, Prüfungen von Schülern oder auch Sportlehrern mit verpflichtend vorgeschriebenen Inhalten unterm Hallendach zu erlauben. Die Sportlehrer ruft Steuber dazu auf, Sportunterricht draußen anzubieten, solange die Hallen geschlossen seien. „Man kann sich gute Sachen einfallen lassen. Es ist so wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen sich bewegen und nicht nur wandern gehen.“

Für verständlich hält der Sportkreischef, dass die Hallenbäder im Landkreis nicht nur für den normalen Badebetrieb, sondern auch für den Schwimmunterricht geschlossen bleiben. Sie extra dafür hochzufahren sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar. So weit zufrieden zeigt sich Steuber, dass sich beim verlängerten Corona-Lockdown für den Amateur- und Breitensport keine schärferen Regeln abzeichnen als die für November beschlossenen „Aus meiner Sicht ist das für den Amateursport erst mal okay.“

Steuber sorgt sich zwar um das Vereinsleben, der Sportkreis hat aber seinen Worten nach keine Signale erhalten, dass Vereine finanziell in schweres Fahrwasser geraten sind. Seine Erklärung: „Die Vereine haben auch weniger Ausgaben.“ Auch dass bisher lediglich drei der mehr als 300 Sportvereine in Waldeck-Frankenberg Corona-Hilfen des Landes auf Antrag bewilligt bekommen hätten, bewertet er als gutes Zeichen. Das Land hat neu sogenannte Billigkeitsleistungen eingeführt. Sie können bei existenzbedrohenden Liquiditätsengpässen gewährt werden. Diese Förderung bezieht sich auf den ideellen Bereich. Für den wirtschaftlichen Zweckbetrieb können Vereine Überbrückungshilfe beantragen.

Steuber ist klar, dass Vorstände den Schritt auch deshalb scheuen, weil die Rücklagen des Vereins soweit aufgebraucht sein müssen, ehe er Steuergelder erhalten kann. Er weist darauf hin, dass zweckgebundene Mittel, die fest für bestimmte Projekte eingeplant sind, von der Rücklage abgezogen werden dürfen. „Das ist in der Privatwirtschaft auch so, ich kann nur empfehlen, bei Bedarf einen Antrag zu stellen.“

An die Mitglieder appelliert der Sportkreis-Chef: „Bitte den Vereinen treu bleiben und diese Durststrecke mit ihnen gehen, sie leben ja im Wesentlichen von den Vereinsbeiträgen.“ Von größeren Austrittswellen weiß er bisher nichts. Allerdings können offenbar schon die üblichen Mitgliederbewegungen sinkende Zahlen bedeuten. „Uns fehlen die Eintritte“, sagt Thorsten Spohr, zweiter Vorsitzender des TSV Korbach. Austritte gebe es nicht mehr als in den Vorjahren auch, nur melde in Coronazeiten kaum jemand zum Beispiel sein Kind neu an – vermutlich weil die Vereine aktuell nur ein eingeschränktes oder gar kein Angebot machen können.

Steuber fordert die Übungsleiter deshalb auf, sich Gedanken zu machen: „Was kann ich den Kindern und Jugendlichen draußen anbieten.“ Kreative Ideen gebe es. Er verweist etwa auf den preisgekrönten Fitnesspfad des TSV Elleringhausen oder auf virtuelle Schnitzeljagden, wie sie die LG Diemelsee mithilfe der App Actionbound für ihren Nachwuchs veranstalte. „Trainer Jan Speer macht das mit großem Erfolg.“ (mn)

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