Verbandsliga-Debüt gegen Pfungstadt misslingt

Sachsenhäuser Tennisherren unter Wert geschlagen

Tennis, Herren, Verbandsliga, Gruppe 056, Saison 2020/2021, TC 88 Sachsenhausen am 21.06.2020.
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Die Tenniskünste von Steffen Henckler  reichte nicht aus, damit die Sachsenhäuser die Pfungstädter als Verlierer nach Hause schicken.

0:6. Kleine Lehrstunde. So hatten sich Andre Dämmer, Steffen Henckel, Steven Seidler und Jeremias Tent ihr Debüt in der Tennis-Verbandsliga nicht vorgestellt.

Sachsenhausen –Das Herren-Quartett vom Aufsteiger TC Sachenhausen hatte sich auf der eigenen Anlage gegen den Vorjahresvierten TAS Pfungstadt schon auch eigene Punkte ausgerechnet. 

Die waren auch durchaus möglich, denn drei Spiele wurden durch den Match-Tiebreak entschieden. Dieser Spielmodus, der in dieser Saison neu eingeführt wurde, ersetzt den entscheidenden dritten Satz. Dabei wird jeder Punkt wie beim Tischtennis gezählt, wer zuerst zehn Zähler und gleichzeitig zwei Punkte Vorsprung hat, gewinnt das gesamte Spiel.

Dämmer (3:6,7:5, 3:10) und Tent (6:3, 2:6, 6:10) verloren ihre Spiele auf diese Weise zwar knapp, aber beide waren auch nicht so recht zufrieden mit ihrem Auftritt. „Ich habe überhaupt nicht zu meinem Spiel gefunden“, sagt Dämmer. Seine erfolgreiche Aufholjagd im zweiten Satz, er lag schon 1:5 zurück, hat die Nummer eins im Sachsenhäuser Team nicht zusätzlich motiviert. „Im Tiebreak war bei mir plötzlich die Spannung weg.“

 Tennis ist viel Kopfsache

Auch Tent gab mit zunehmender Spielzeit ein Match noch aus der Hand, das er lange Zeit dominiert hatte. „Ich führe im zweiten Satz 2:0 und dann kam bei mir nicht mehr viel. Ich weiß nicht genau warum der Faden bei mir gerissen ist. Tennis ist viel Kopfsache“, sagte er nach der Begegnung. Kein Spieler im Team, das dreimal in Folge aufgestiegen ist, konnte sich noch daran erinnern, wann einer von ihnen das letzte Mal einen Entscheidungssatz verloren hatte.

Henckel und Seidler waren hingegen mit ihrem ersten Verbandsliga-Auftritt zumindest nicht so unzufrieden wie sie es rein von ihren Spielergebnissen sein müssten, sie verloren jeweils 1:6, 0:6. Darunter seien aber viele knappe Spiele gewesen, betonen beide.

Harter Kampf um Ehrenpunkt

Auch die beiden Doppel stachen diesmal nicht. Henckel musste erneut ein 0:6, 1:6 hinnehmen, auch wenn der Partner Dämmer hieß. Seidler/Tent lieferten hingegen einen großen Kampf um den Ehrenpunkt, den sie eigentlich nach dem 5:7, 6:1 und 8:10 auch verdient gehabt hätten. Obwohl das Sachsenhäuser-Quartett die Frage verneint, ob nicht auch ein konditionelles Problem diese glatte Niederlage verursacht habe, war schon deutlich sichtbar, dass nachlassende Beinarbeit im Laufe des Spiels auch einige Fehlerpunkte verursacht hat.

Corona bremst Vorbereitung aus

Hier kommt einmal Corona ins Spiel, denn dieses Virus hat die Vorbereitung der Mannschaft erheblich gebremst. Eine Woche Trainingslager in Wien fiel genauso aus, wie die vereinbarte Arbeit mit einem Trainer. „Die Ungewissheit, ob die Saison überhaupt startet hat uns auch einiges an Motivation genommen“, vermutet Dämmer. Die Vorbereitung in der Winterzeit sei gut gewesen, aber ab Mitte März und dem Lockdown habe die Mannschaft nicht mehr so viel getan. Alle Plätze waren gesperrt und Tennisspielen im Homeoffice ist schwierig.

Doch der Spielplan meint es gut mit dem Sachsenhäuser Team. Sie haben in dieser Woche spielfrei und dann geht es nach den Ferien erst am 16. August wieder los. „Wir haben jetzt noch genug Zeit, um mögliche körperliche und spielerische Defizite noch auszugleichen“, sagt Dämmer.

Aber Corona bietet auch positive Effekte: Die Spieler haben ihre Urlaubsreisen abgesagt, so bleibt mehr Zeit fürs gemeinsame Training. Allerdings bedarf es schon einer guten Organisation, die Vier unter einen Hut zu bekommen, denn Dämmer wohnt in Brilon, Tent in Göttingen, Seidler in Twiste und Henckel in Adorf. Außerdem hat die Pandemie dafür gesorgt, dass es in der laufenden Saison keinen Absteiger in der Verbandsliga geben wird, sodass die Sachsenhäuser bereits jetzt für die zweite Verbandsliga-Saison planen können.

Saison ohne Absteiger

Tennisspielen ohne Abstiegsangst sollte der Mannschaft ein entspannteres Auftreten auf dem Platz ermöglichen.

Überhaupt erinnerte auf und neben dem Tenniscourt an diesem ersten Spieltag nicht mehr allzu viel an die Pandemie und ihre Einschränkungen. Niemand trat in Sachsenhausen mit Mundschutz auf, das Duschen war wieder erlaubt, einzig die Bewirtung im Tennisheim ist noch verboten. Schließlich geben sich Gewinner und Verlierer zum Schluss am Netz nur noch die Faust und nicht mehr die Hand. Noch durfte kein Sachsenhäuser in der Verbandsliga die Siegerfaust ballen, aber die Saison ist ja noch lang… (rsm)

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