Siebenkämpferin aus Bad Wildungen im Interview

Vize-Weltmeisterin Caro Schäfer ist heiß auf die Heim-EM

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Bad Wildungen. Für Carolin Schäfer verlief der Einstieg in die Saison nicht optimal. Drei ungültige Versuche im Kugelstoßen beim Meeting in Götzis. Vor der EM haben wir mit ihr gesprochen.

Die 26 Jahre alte Siebenkämpferin aus Bad Wildungen, die für Frankfurt startet und bei der WM 2017 Silber gewann, spricht vor der EM über...

Leistungsdruck 

„Natürlich sind nach WM-Silber im vergangenen Jahr die Erwartungen hoch. Aber die kommen nicht nur von der Öffentlichkeit. Mein eigener Anspruch ist im Grunde größer als der Druck von außen. Und eines darf man nicht vergessen: Die Konkurrenz um die Medaillen ist bei der EM fast die gleiche wie bei der WM in London.“

Rückschläge 

„Das Meeting in Götzis Ende Mai kam zu früh. Insgesamt verlief diese Saison schwieriger als die vorherige. Ich hatte nicht die Frühform wie 2017, nach acht Monaten ohne Wettkampf fehlte mir die Sicherheit. Aber wer mich kennt, der weiß, dass mir Rückschläge auch ganz guttun. Manchmal brauche ich einen Dämpfer, damit ich mich aufs Wesentliche konzentriere. Insofern hat das Aus in Götzis meinen Kampfinstinkt geweckt, nach dem Motto: jetzt erst recht. Aber natürlich hätte ich dort gern schon die EM-Norm geknackt, um mich dann in Ruhe vorbereiten zu können.“

Heimspiele

 „Nicht viele Sportler bekommen die Chance, eine große internationale Meisterschaft vor heimischem Publikum zu bestreiten. Das ist etwas Besonderes, keine Frage. Vor einem Jahr in London haben die Zuschauer einen Riesenlärm gemacht, das war das Gänsehaut pur – und ich bin noch nicht mal Britin. Von daher hoffe ich, dass die deutschen Fans im Olympiastadion ein paar Prozent herauskitzeln können und uns Athleten puschen. Außerdem ist es schön, dass die Leichtathletik in Deutschland eine große Bühne erhält und in den Mittelpunkt rückt. Im besten

Fall gibt die Heim-EM einen Schub für unsere Sportart.“

Ziele 

„Wie gesagt: Ich war zuletzt nicht in der Superform des Vorjahres. Trotzdem: Alles unter einer Medaille ist für mich kein Ziel. Die Voraussetzungen sind nicht die schlechtesten. Ich fühle mich besser als vor dem Wettkampf in Ratingen Mitte Juni, ich gehe als zweitbeste Athletin Europas an den Start, kurzum: Die Chance auf Edelmetall ist da.“

Horrorszenarien

 „Da kann es nur eines geben, nämlich drei Ungültige zu machen. Das wäre in der Tat der Horror. Aber über so etwas denke ich überhaupt nicht nach.“

Rituale

 „Was ich vor jedem Wettkampf mache, ist ein Spaziergang – noch vor dem Frühstück – mit meinem Trainer Jürgen Sammert, um den Kreislauf zu aktivieren. Dabei reden wir über alles Mögliche. So starte ich entspannt in den Tag. Zwischen den Disziplinen darf meine Musik nicht fehlen. Ansonsten bin ich nicht abergläubisch oder so. Weitere Rituale gibt es nicht.“

1. Tag (Hürden, Hochsprung, Kugel, 200 m): Donnerstag ab 10 Uhr; 2. Tag (Weit, Speer, 800 m): Freitag ab 10.50 Uhr

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