Noch rund 68 400 Waldeck-Frankenberger organisiert   

Sportvereine verlieren moderat an Mitgliedern 

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Sportliche Frauen: Sportkreischef Uwe Steuber will mehr von ihnen für die Vereine gewinnen.

Die Sportvereine in Waldeck-Frankenberg verlieren weiter Mitglieder. Im vergangenen Jahr sank ihre Zahl aber nur moderat. 

Waldeck-Frankenberg - Wie aus der jüngsten Bestandserhebung des Landessportbunds Hessen hervorgeht, zählten die Vereine zum Stichtag 1. Januar 2020 68 382 Mitglieder und damit rund 330 weniger als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Minus von etwas weniger als einem halben Prozent.

„Die Sportfamilie in Waldeck-Frankenberg ist mit Abstand die größte organisierte Gruppe in unserem Landkreis“, sagt Sportkreischef Uwe Steuber und spricht von einer „stolzen Zahl“ an Mitgliedern. Im Zehn-Jahres-Vergleich sind die Verluste freilich schmerzhaft: Am 1. Januar 2010 zählten die damals noch selbstständigen Sportkreise Waldeck und Frankenberg 73 707 Mitglieder, über 5000 mehr als aktuell.

Fünf Vereine abgemeldet

Analog sind auch weniger heimische Vereine als 2019 im Landessportbund Hessen (LSB) gemeldet. Ihre Zahl sank um fünf auf 318. Vor zehn Jahren am 1. Januar 2010 waren in Waldeck und Frankenberg zusammen 334 Sportvereine gemeldet.

Mit seinen Zahlen liegt der heimische Kreis im Trend – der ländlichen Kreise. Im benachbarten Schwalm-Eder-Kreis zum Beispiel meldeten die Vereine über 500 Mitglieder weniger (von 62 182 auf 61 625) als vor einem Jahr. Zuwachsraten verbuchten lediglich die städtisch geprägten Sportkreise, allen voran Frankfurt. 

Der größte hessische Sportkreis legt nach Daten des LSB aktuell um rund 25 000 auf 262 217 Mitgliedschaften zu; in der zurückliegenden Dekade belief sich das Plus auf satte 108 000 Mitgliedschaften, davon gingen freilich allein 70 000 auf das Konto der Eintracht.

Zuwächse nur in städtischen Regionen 

Auch Darmstadt-Dieburg, Wiesbaden oder die Region Kassel, Hessens drittgrößter Sportkreis, verbuchten Zuwächse. Insgesamt weisen sieben der 23 hessischen Sportkreise im Zehn-Jahres-Vergleich ein Plus vor. 

Der LSB warnt vor dem Schluss, dass in den ländlichen Vereinen schlechtere Arbeit geleistet werde. In den Ballungszentren sei einfach die Bevölkerung stark gewachsen, in den ländlichen Regionen eher geschrumpft. „Das macht sich auch bei den Mitgliedschaften bemerkbar.“

Starke Bindung an die Vereine

Ins demografische Bild passt, dass Waldeck-Frankenberg im Jahresvergleich in der Altersklasse 61 Jahre und älter um rund 200 Mitglieder zulegte. Ein kleines Plus (20 mehr) gab es außerdem bei den Allerjüngsten bis sechs Jahre, in allen anderen Gruppen standen Minuszeichen.

Umgekehrt ist die Bindung an die Vereine auf dem Land nach wie vor deutlich höher als in der Stadt. Dieses spezielle Ranking führt weiter der Vogelsbergkreis an, 44,1 Prozent seiner Einwohner gehören einem Sportklub an. Waldeck-Frankenberg hat mit 43,6 Prozent Platz zwei vor Limburg-Weilburg (43,3) und Hersfeld-Rothenburg (42,6) verteidigt. In der Region Kassel sind, zum Vergleich, knapp 30 Prozent der Bevölkerung organisiert.

Steuber will mehr Frauen gewinnen

Uwe Steuber freut sich über die starke Verbundenheit. Die Sportentwicklungsplanung im Landkreis zeige einen ähnlichen Trend, sagt er. Der Sportkreis-Chef will sich die Ergebnisse der Entwicklungsplanung gemeinsam mit Vereinen und Verbänden anschauen, um auf dieser Basis zu handeln. 

„Ein Ziel des Sportkreises wird es in nächster Zeit sein, die Zahl der im Sportverein organisierten Frauen zu erhöhen. Gerade die vielen Einsparten-Vereine haben Chancen, das weibliche Geschlecht durch interessante Angebote zu gewinnen“, sagt er. Etwa 40 Prozent (27 102) der Mitglieder sind Frauen, weibliche Jugendliche und Mädchen.

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