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Waldecker Jens Schumann gewinnt Triathlon am Edersee

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Von: Gerhard Menkel

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Jens Schumann unmittelbar nach seiner Ankunft im Ziel am Waldecker Sportplatz.
Die Arme hoch: Jens Schumann unmittelbar nach seiner Ankunft im Ziel am Waldecker Sportplatz. © Artur Worobiow

Seit 1984 gibt es Triathlon am Edersee. Den Gewinner auf der Olympischen Distanz hat Veranstalter TSV Waldeck nie gestellt. Bis zu diesem Samstag. Jens Schumann ist der erste – nach genau 37 Rennen.

Waldeck – Als Jens Schumann laufend die letzten Meter hinunter zum Ziel nahm, formierte sich unten ein kleines Empfangskomitee: Helfer der Triathlonsparte des TSV Eintracht in ihren grünen Shirts. Sie begrüßten ihren Mann mit lautem Beifall und fröhlichem Hurra – schließlich hat er Vereinsgeschichte geschrieben. Alles dazu und zur nicht leichten Rückkehr des Edersee-Triathlons aus dem Corona-Lockdown in Fragen und Antworten.

2018 Achter, 2019 Dritter: War Jens Schumann jetzt einfach dran?

Vorab vielleicht eine kleine Geschichte, Als am späteren Vormittag klar war, dass sich die Spekulationen um einen erneuten Start von Ironman-Weltmeister Patrick Lange (zuletzt 2018 dabei) erledigt hatten, konterte Daniel Hankel, die Bemerkung, der Superstar fehle ja diesmal, lässig: Man habe selbst einen Superstar, sagte der Leiter der Triathlonsparte des TSV Eintracht. Eine gewisse Erwartungshaltung beim Veranstalter war also da. Und Schumann wusste darum. Seine Ankunft im Ziel quittierte er mit einem langgezogenen „Jaa“, dazu stieß er beide Fäuste nach oben. Man konnte darin ein Stückweit Erleichterung sehen.

Wie ordnete der Gewinner selbst den Sieg ein?

„Es war schon ein Traum, hier mal Erster zu werden“, sagte Schumann., der vor drei Jahren in Hamburg seinen ersten Ironman bestritten und im selben Jahr als Dritter am Edersee auf der Kurzdistanz das Podest erreicht hatte. Ihn hätten ja alle unter Druck gesetzt, fügte er halb im Scherz hinzu. Er selbst hatte Anfang der Woche ein wenig um den Erfolg des Unterfangens gebangt, weil er leichte Magen-Darm-Probleme hatte „Es freut mich, dass es geklappt hat“, sagte er im Ziel, wo es Küsschen seiner Frau Sally gab und eine von Daniel Hankel inszenierte kleine Dusche.

Wie groß war sein Vorsprung?

Der 35-Jährige war 2:13:18 Stunden schwimmend (1,5 Kilometer), Rad fahrend (40 km) und laufend (knapp 10 km) unterwegs – so schnell wie nie. Ihm am nähsten kam Jean Surmont, der Hamburger von Team Triathlon Dänischer Wohld wurde nach 2:17:45 Stunden gestoppt.. Insgesamt drittschnellster war Dominik Herold (SC Oberursel) als Starter der Seniorenliga 1 in 2:20:54. „Alles wie geplant“. meinte Schumann zum Rennverlauf: Obwohl: Im See „hätte ich mir gewünscht, dass es eine Minute schneller ist“. 26:03,1 Minuten benötigte er (Disziplinrang sechs), auf dem Rad (1:10:51) und beim Lauf (36:23,5) war keiner flotter. Dabei fand er die veränderte Laufstrecke „anspruchsvoller als die letzte“, weil sie welliger sei. Als nächste Wettkämpfe hat sich Schumann übrigens einen halben (31., Juli, Dresden) und einen kompletten Ironman (16. September/Italien) vorgenommen.

Lisa-Alexandra Beyer aus Hamburg auf der Radstrecke
Debüt am Edersee und gleich die Gewinnerin: Lisa-Alexandra Beyer aus Hamburg auf der Radstrecke. © Artur Worobiow

Bad Wildunger Jonas Diederich wird Gesamtvierter

Gab es weitere Podestplätze für heimische Starter?

Der aus Bad Wildungen stammende, für Eintracht Frankfurt startende Jonas Diederich gewann als Gesamtvierter (2:27:01) die TM 30, in der Stephan Kunert aus Affordern in 2:38:51 Dritter wurde. Thomas Friebe verpasste als schnellster Trianha des VfL Arolsen in 2:42:24 das Treppchen als Vierter der TM 35 knapp. Weitere heimische Finisher: Sebastian Heck (TSV Waldeck), 2:46:26 (6. TM30); Christoph Kunert (Affoldern), 3:00:04 (5. TM 35), Artan Bocci (VfL Arolsen), 3:10:41 (4. TM 50); Armin Hankel, 3:25:20 (10. TM30), Steffen Dreher (beide TC Affoldern), 3:27:23 (11. TM30).

Wer war die schnellste Frau im Feld?

Lisa-Alexandra Beyer Vereinskollegin des Männer-Zweiten Surmont. Die Hamburgerin (29) erzielte in 2:33:56 Stunden die klar schnellste Zeit aller Starterinnen auf der Kurzdistanz. Dass die Flachstrecken gewöhnte Edersee-Debütantin auf ein Strecken-Auf-und-Ab traf, behagte ihr durchaus: „Vielleicht hat es gerade deshalb so viel Spaß gemacht.“ Die Fahne Waldeck-Frankenbergs hielt Annika Hartmann hoch. „Ein tolles Rennen“, fasste die 25-Jährige von den VfL-Trianhas ihre Premiere auf dieser Distanz zusammen. Obwohl ihr etwa auf der Hälfte der Laufstrecke die Lust ein wenig abhanden gekommen war. Ihre Zeit: 2:45:47; damit war sie die Viertschnellste.

Wie viele Starter und Starterinnen gingen auf die olympische Distanz?

Insgesamt nahmen 144 Frauen und Männer (einschließlich Senioren- und Mastersliga) das Rennen auf, fast 100 weniger als vor drei Jahren.

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