35 Grad Steigung bei 30 Grad Hitze: Willinger Premiere mit „Spaß-Garantie für Jedermann“

Schanze hoch kraxeln - auch für Horchler eine Herausforderung

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Krabbeldewandnuff: Nicht nur den Aufsprunghügel hatten die Kraxler zu bewältigen – auch die „Treppen“ des Anlaufturms.

Willingen. 35 Grad bei gut 30 Grad: Das war die Herausforderung beim „1. Warsteiner Mühlenkopf Kraxler“ in Willingen.

Beim neuen Spaßwettkampf herrschte verkehrte Welt, denn die größte Großschanze der Welt wurde nicht von oben ins Tal, sondern von unten nach oben bezwungen – eine Idee, die aber gut ankam.

160 Teilnehmer waren zur Freude des Skiclubs Willingen und der vielen neugierigen Zuschauer zur Premiere gekommen. Bei Kaiserwetter hatten diese a Sonntag die wenig beneidenswerte Aufgabe, den immerhin 815 Meter hohen Hügel mit 35 Grad Steigung und 156 Höhenmetern bei drückender Hitze zu bewältigen.

Laufend. Eigentlich. Teilweise ging es aber auch nur kriechend auf allen Vieren vorwärts. Nach dem Bergauflauf auf Rasen ging es über eine eigens errichtete Rampe über den Schanzentisch und dann die Schanze hoch. Zwar wurde nach der Hälfte der Strecke das Personal gewechselt, aber wer beim oberen Teil dran war, hatte es richtig schwer. Da wurden selbst bei „nur“ 400 Metern Strecke manchem die Beine weich.

Den Anfang machte der Willinger Skinachwuchs, danach standen die beiden Einzelrennen mit gemeinsamer Wertung und die Staffel auf dem Programm. Auch Nadine Horchler, Topathletin des Ski-Clubs, die schon im vergangenen Sommer auf den Treppen der Mühlenkopfschanze trainiert hatte, nahm das Rennen in Angriff. 

Mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison hatte die in Mittenwald lebende Biathletin gute Luft und landete am Ende hinter Michael Kuck (5:17,0 Minuten) und Martin Spilker (5:25,8) nach 5:27,5 Minuten auf Platz drei in der Einzelwertung und nötigte dabei vielen Männern Respekt ab.

„Ein Top-Event, beste Stimmung, tolle Organisation, Spaß-Garantie für Jedermann“, fasste Horchler ihre Eindrücke zusammen. Freilich war getreu dem olympischen Motto die Teilnahme wichtiger als der Sieg, stand trotz der Quälerei der Spaß an der Freude im Mittelpunkt.

Bergfexe vor „Steil ist geil“

Gleichwohl gab es auch Sieger. Bei den Staffeln hießen die drei Erstplatzierten „K 1 Bergfexe“, „Steil ist geil“ und „Der gestiefelte Kater“. Zur Freude des Publikums war auch SCW- und OK-Präsident Jürgen Hensel („Es hat richtig Spaß gemacht“) mit seinen Söhnen Markus und Thomas am Start. Das Trio erzielte mit 4:40 Minuten eine respektable Zeit. Waren die Rückstände auch teilweise sehr groß: Alle – ob Profis oder Lauf-Amateure – wollen wieder kommen. Zumal auch das Rahmenprogramm mit Bierkkastenstapeln und mehr stimmte.

Auch die Warsteiner Brauerei war mit der Premiere des Schanzen-Kraxlers zufrieden Das Familienunternehmen aus dem Sauerland stiftete 17,53 Euro pro Teilnehmer an die Aktion Lichtblicke e.V. und ehrte nicht nur die kostümierten Starter mit Preisen und Pokalen.

Eine tolle Gaudi, die nach einer Wiederholung ruft und zur Tradition werden kann. (be)

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