Corona fordert Kreativität heraus

Was Sportvereine zu Weihnachten den Mitgliedern mit auf den Weg geben

Foto-Collage mit Weihnachtsgrüßen von Bogenschützen des SV Eppe
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Mit kreativen Ideen und viel Schreibkraft haben die Bogenschützen des SV Eppe ihre Weihnachtsbotschaft verkündet. Ihre Trainerin Bo Bergenthal möchte sie nicht verlieren in diesen Coronazeiten immer wieder.

Corona ließ die Weihnachtsfeier im Sportverein in diesem Jahr nicht zu. Trotzdem wollen Vorstände mit den Mitgliedern in Kontakt treten. Was sie ihnen mit auf den Weg gegeben haben, dafür haben wir Beispiele gesammelt.

SV Eppe, Bogenschießen: Bo Bergenthal, die Trainerin der SVE-Bogenschützen versucht einiges, damit sie, der Bogen und der Verein nicht aus der Gedankenwelt der Kinder verschwinden. „Ich versuche, immer wider irgendetwas anzuleiern, entweder über Whatsapp oder bei Facebook/Instagram Es ist wichtig in Kontakt zu bleiben, sonst kann es schnell auseinandergehen“, sagt Bergenthal.

Es gebe jene, die ihre Sportart mit Leib und Seele betreiben würden. Um die müsse man sich nicht sorgen, aber um diejenigen, die zwar zum Training kämen, aber verschwänden, wenn das nicht mehr stattfinde. „Die denken, wenn sie drei Monate nicht da waren, bräuchten sie gar nicht mehr zu kommen. Und das stimmt nicht, wir brauchen alle“, sagt bergenthal.

Die Trainerin hatte vor einigen Wochen jedem Mitglieder ihrer Abteilung folgende Botschaft gesendet: Schick mir bitte ein Foto von dir mit einem Weihnachtsgruß. Und sie hat darauf zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Sie hat von den Selfies ein Video gedreht und es bei Facebook veröffentlicht. „Das haben schon über 8000 Leute gesehen, das ist der Hammer für unseren kleinen Verein“, sagt sie.

Die Trainerin agiert wie eine Animateurin. Kommt von der anderen Seite auch mal ohne Aufforderung etwas? „Ab und zu schickt mal einer in unsere Whatsapp-Gruppe ein Foto wie er zu Hause trainiert. Aber je länger der Lockdown dauert, desto stiller wird es.“

Danke für Corona-Konzepte

TV Germania Rhoden: Der Vorstand des TV erwähnt in seinem Gruß an die Mitglieder zwar die Einschränkungen durch die Pandemie. „Wir (...) durften keinen gemeinsamen Sport mehr machen, mussten Hygienekonzepte erstellen, umsetzen und einhalten und trotzdem sind die Hallen wieder zu“. Vor allem aber bedankt sich der Verein bei den engagierten Übungsleitern, Helfern und Trainern, „die wirklich viel Arbeit in diese Konzepte gesteckt haben. Zum Teil ermöglichen sie euch mit viel Phantasie online Sport zu machen. Das ist eine tolle Möglichkeit!“

Weiter heißt es: „Umso mehr freuen wir uns, dass ihr dem Verein die Treue gehalten habt!“ Und es folgt der Appell zum Durchhalten: „Wir hoffen natürlich, dass im kommenden Jahr wieder Sport angeboten werden kann. Das wird nicht sofort sein und unter anderen Bedingungen als bisher, aber es wird Möglichkeiten geben.“

„Den Weg weitergehen“

SV Eimelrod: Der Vorstand stellt in den Mittelpunkt seines Grußes die positiven Entwicklungen, die der Verein trotz der schlimmen Pandemie erlebt habe. Zum Beispiel: den Vorstand im Frühjahr komplett besetzt; viele neue Mitglieder und Fußballer im Frühsommer gewonnen; einen erfolgreichen Saisonstart hingelegt; eine auch dank der Mitglieder blühende Gymnastikabteilung.

„Für das neue Jahr liegt der Fokus gerade auf neuen Angeboten, die auch im reduzierten Rahmen in Pandemie- Zeiten darstellbar sind“, schreibt der SVE-Vorstand. Und: „Wir wünschen uns, den eingeschlagenen Weg in 2021 mit euch weiterzugehen.“

Geisterspringen? Bitte nur einmal!

Ski-Club Willingen: „Jeder von uns wünscht sich sein normales Leben zurück, um die gesellschaftlichen Kontakte wieder aufleben zu lassen“, mit diesem Wort sprechen die Präsidenten des SC Willingen in ihrem Weihnachtsgruß nicht nur ihren Mitgliedern aus dem Herzen. Im Kern kreist die Botschaft von Jürgen Hensel, Wilhelm Saure und Thomas Behle um die „Geisterspringen“ beim Weltcup am letzten Januar-Wochenende 2021 und beim Continentalcup eine Woche später. „Es ist bitter“, schreiben sie, aber die Gesundheit aller habe Vorrang.

Obwohl keine Zuschauer kommen dürften, sei der Verein weiterhin auf die Hilfe der „Free Willis“ angewiesen, betont das Trio. Es verbindet diese Feststellung mit einer „Hoffnungsbotschaft für 2022“: „Wir bauen darauf, dass dies der erste und einzige „Geister-Weltcup“ in Willingen sein wird.“ Und: „Es werden auch wieder andere Zeiten kommen, in denen wir wie gewohnt mit Tausenden Fans ausgelassen ein Skisprung-Wochenende am Mühlenkopf feiern werden“ – dann erstmals mit einem Frauenspringen und einem zurückgekehrten Stephan Leyhe.

Schicke Schanze: Der Adlerhorst am Mühlenkopf in Willingen zeigt sich zum Fest in den Vereinsfarben des Ski-Clubs.

Den Baum zum Training nutzen

Badminton-Abteilung TSV Korbach: Abteilungsleiter Dankwart Terörde hat die Aktion der WLZ zu einer unkonventionellen Mail an die Mitglieder genutzt. Sein Thema (augenzwinkernd): Training in Zeiten geschlossener Hallen.

Das Wohnzimmer werde in diesen Tagen doch sowieso umgebaut, vermutet Terörde und erzählt, der Sohn habe im Alter von vier Jahren mit Freundin schon mal morgens um sechs ein Netz quer durchs Wohnzimmer geknüpft – zum Badmintonspielen. „Jetzt wäre da eventuell der Weihnachtsbaum im Weg oder man nutzt diesen mit, etwa zum Aufschlagtraining. Ist er zu klein, wird noch ein Stern aufgesetzt, ist er zu groß, wird er etwas abgesägt.“ Wichtig sei, den Baum immer mal umzustellen, „damit verschiedene Varianten geübt werden“.

Auch der „Drive“ könne daheim trainiert werden. Schließlich seien „diesmal sowieso nicht so viele Gäste da“. Also: Möbel in die Ecke, Baum in die Mitte. „Und bitte: konzentrierter Handgelenkeinsatz, gerade der Unterarmmuskel wird in den letzten Wochen wahrscheinlich etwas geschrumpft sein.“ Außerdem ruft Terörde zu zwei bis vier Stunden Dehn- und Kräftigungsübungen täglich auf – vor dem Essen! Mentale Vorbereitung auf entscheidende Matchphasen etwa mit autogenem Training sei gut nach dem Essen. Terörde schließt: „Kommt gut und rücksichtsvoll durch diese teils trostlose Zeit, bis wir in der Halle zusammen wieder die schöne Ansteckung genießen dürfen: das Lachen!“

„Gelernt online zu tagen“

Sportkreis Waldeck-Frankenberg: Vorsitzender Uwe Steuber greift in seinem Grußwort zu Weihnachten und Jahreswechsel Positives aus dem Corona-Jahr auf. Zwar habe die Pandemie nur wenige Wochen einen geregelten Sportbetrieb erlaubt. „Aber alle Beteiligte haben jede Chance genutzt, Aktivitäten zu veranstalten.“ Als „Leuchtturmprojekt“ nennt er dabei den preisgekrönten Fitnessparcours des TSV Elleringhausen.

Eine Chance sieht Steuber in den digitalen Formaten, in denen im Corona-Jahr viele Sitzungen abgehalten wurden. „Auch wir vom Sportkreis haben gelernt online zu tagen.“ Der Sportkreis-Chef schließt selbst einen virtuellen Sportkreis-Tag 2021 nicht ganz aus, favorisiert aber ein Treffen in einer Großsporthalle mit Abstand und Hygieneregeln. Die Jubiläumsfeier zu seinem 75-jährigen Bestehen hat der Sportkreis dagegen abgesagt. „Wir haben beschlossen, sie in einen Zeitraum zu verschieben, in dem wir diesem Fest einen würdigen Rahmen geben können.“

Steuber schließt seinen Gruß mit der Hoffnung, „dass wir ein Sportjahr 2021 erleben werden, das uns wieder etwas mehr der Normalität entgegenführt“.

„Die Sponsoren nicht vergessen“

TSV Landau: Vorsitzender Marco Steinbach stellt seinem Gruß das große Eigentlich voran: „Eigentlich würden wir (...) unseren Weihnachtsmarkt auf dem Landauer Schlosshof feiern… „Eigentlich wären wir Fußballer nach einer hoffentlich erfolgreichen Hinserie in unserer wohlverdienten Weihnachtspause... „Eigentlich würden wir jetzt alle aktiv Hallensport betreiben... Aber in diesem Jahr ist alles anders!“

Steinbach erwartet, dass das Vereinsleben so schnell nicht wieder erwachen wird. Er schließt mit einem Appell an die Mitglieder: „Bitte unterstützt auch unsere Sponsoren in diesen für sie so schwierigen Zeiten.“

Akrostichon vom Schützenverein

Dieses Akrostichon (so nennt man diese Textform) hat Friedhelm Michel, Vorsitzender des Lütersheimer Sportschützenvereins, verschickt:

S...chöne Weihnachten
P...hantasievolle Geschenke
O...riginelle Weihnachtsdeko
R...uhige Feiertage
T...eller voller Süßigkeiten
S...chönes Weihnachtsmenü
C...orona ernst nehmen
H...offentlich gesund bleiben
U...rlaubsträume bewahren
E...nde der Pandemie
T...rübe Gedanken nicht zulassen
Z...eit für die Familie
E...in frohes neues Jahr
N...ächstes Jahr sehen wir uns wieder.

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