Weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus

Hallen, Sportplätze und Vereinsheime dicht: Sportvereine ohne Zuhause

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Kein Zutritt: So wie die Halle der Beruflichen Schulen in Korbach sind auch fast alle weiteren Sporthallen und Sportplätze gesperrt. Der Landkreis hat meist entsprechende Hinweise aufgehangen. 

Ein bisschen Kicken zum Zeitvertreib? Nur ganz vereinzelt ist das in Waldeck-Frankenberg noch möglich.

Waldeck-Frankenberg– Nun ist es auch offiziell, dass den heimischen Sportvereinen aufgrund der Corona-Pandemie kaum eine Möglichkeit bleibt, ihr Angebot aufrechtzuerhalten. Denn auf ihr Zuhause müssen sie weitgehend verzichten. In Waldeck-Frankenberg hat der Landkreis gestern durch den Fachdienst Gebäudewirtschaft bekannt gegeben, dass die kreiseigenen Sporthallen ab sofort bis zunächst zum 19. April (Ende der Osterferien) gesperrt werden, auch für die außerschulische Nutzung.

So halten es nach Recherchen der WLZ auch nahezu alle Städte und Gemeinden des Kreises: Zur Eindämmung des Corona-Virus haben die Kommunen unter anderem Sportanlagen und Hallen geschlossen bzw. gesperrt. Die Anordnung dauert analog zum Vorgehen der Kreisbehörden bis 19. April.

„Städtische Hallen und alle Sportanlagen sind ab Montag, 16. März, geschlossen“, gab die Stadt Korbach bereits am Wochenende bekannt. In Frankenberg gilt das auch; die Verfügung gilt dort zunächst bis zum 5. April. „Da wir nicht wissen, wie der weitere Verlauf sein wird, werden wir die Lage durch den städtischen Pandemiestab weiter beobachten und die Entscheidungen anpassen bzw. verlängern“, wird Bürgermeister Rüdiger Heß auf der Homepage der Stadt zitiert.

Wildunger Bürgermeister lässt Bolzen zu

Die Gemeinde Allendorf sperrte im Verlauf des gestrigen Tages ebenfalls ihre Sportanlagen. „Ich werde auch den Vereinen empfehlen, dies mit ihren Anlagen ebenfalls zu tun“, sagte Bürgermeister Claus Junghenn.

Hallen, Sportplätze und Sportlerheime gesperrt: Der Vereinssport ruht in Diemelsee. Die Gemeinde vertraut den Vereinen; Sanktionen oder gar Strafen seien noch beschlossen worden. „Falls ein Verein sich nicht an dieses Verbot halten sollte, müssten wir den Platz absperren, sagte Hauptamtsleiter Rainer Fischer der WLZ. und betont: „Bei drei, vier Kindern schreiten wir aber nicht ein.“

Die Sportplätze in Bad Wildungen sind nicht gesperrt. Gegen Kicken oder andere Ballspiele in kleinen Gruppen sei nichts einzuwenden, sagte Bürgermeister Ralf Gutheil.

Fight-Night muss ausfallen

Das Hallen-und-Sportplätze-nicht nutzen-Verbot gilt auch in Willingen; allerdings hat die Gemeinde mit der Sporthalle in Usseln nur eine eigene. Gar keine eigenen Hallen und Sportplätze hat die Gemeinde Edertal – wie andernorts auch gehören die Hallen mehrheitlich dem Landkreis, und die Sportplätze den Vereinen.

Die Stadt Volkmarsen hat laut ihrer Internetseite ebenfalls „mit sofortiger Wirkung alle gemeindlichen Versammlungsstätten geschlossen“. Dazu zählt sie auch die Sporthallen. Das heißt, dass auch der Fight-Night der Thaipanther ausfällt, die am 28. März in der Nordhessenhalle geplant war.

Bad Arolsenschließt ebenfalls Sporthallen und Sportanlagen. Die Vereine werden bereits unterrichtet, teilte Bürgermeister Jürgen van der Horst mit. Auch Amtskollege Elmar Schröder hat für Diemelstadt die Schließung „städtischer Versammlungsräume und Sportplätze“ bekannt gegeben, sämtliche Veranstaltungen sind bis auf Weiteres abgesagt. „Wir fühlen uns sehr gut vom Landkreis mit Informationen versorgt“, so der Bürgermeister.

Strafen bei Verstöße sollen vermieden werden

In der Stadt Lichtenfels wurden gestern ebenfalls alle Hallen geschlossen, auch die Schießstände. Das gelte auch für die Sportplätze, sagte Christopher Hansen vom Bürgerbüro Lichtenfels. „Die Vereine wissen das, die Fußballer werden dort auch kein Training machen.“ Ein Sportplatz sei aber weiterhin frei zugänglich. Drohen Strafen falls sich ein Verein nicht an das Verbot hält? „Nein, so weit wollen wir nicht gehen“, sagt Hansen. Die Gemeinde hoffe, dass die Bürger auch selbstverantwortlich handelten. „Es ist schwer zu kontrollieren, wenn Privatleute auf den Sportplatz gehen würden.“

Auch in Twistetal soll niemand dafür bestraft werden, falls er einen gesperrten Sportplatz betritt. „Wenn vereinzelt einer sagt, ich mache da trotzdem Training, dann kann er das auf eigene Verantwortung natürlich tun“, betont Bürgermeister Stefan Dittmann. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir irgendwo Flatterbänder um einen Sportplatz aufstellen müssen. Bei Sportvereinen ist das eine andere Sache, da geht es dann wieder um Haftungsfragen.“

Mit einem Aushang am Halleneingang weist der Landkreis an manchen Orten auf die Schließungen hin.

Die Twistetaler haben sich für dieses Verbot keine Frist gesetzt. „Wir haben uns der Verordnung des Landes Hessen, bis zum 19. April nicht angeschlossen, ein Virus hat keinen Kalender in der Tasche.“

„Bis zunächst zum 19. April werden keine städtischen Veranstaltungen stattfinden, und städtische Kultur- und Sporteinrichtungen werden für die Öffentlichkeit geschlossen“, vermeldet die Stadt Waldeck. Gemeint sind damit auch Turnhallen. Die Gemeinde appelliert daran, vereinsinterne Veranstaltungen, wie etwa Training, in nichtstädtischen Gebäuden, ausfallen zu lassen, auch wenn diese Gebäude von der Regelung nicht betroffen seien.

In der Gemeinde Vöhl wird ab heute die Halle in Marienhagen gesperrt, die Sporthalle in Herzhausen gehört dem Landkreis. Eine Sperrung der Sportplätze hat Bürgermeister Karsten Kalhöfer nicht veranlasst, da die Vereine vom Hessischen Fußballverband ohnehin angehalten seien, auch auf den Trainingsbetrieb zu verzichten.  (schä/tsp)

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