Handball-Bundesliga: 31:30-Überraschung in Leverkusen

Die Bad Wildungen Vipers zünden einen Knaller

- Leverkusen/Bad Wildungen (jh). Die Vipers haben vorzeitig einen Silvesterknaller gezündet. Nach der sechswöchigen WM-Pause und im Spiel eins unter Markus Berchten als neuem Trainer hat die HSG Bad Wildungen in der Handball-Bundesliga der Frauen mit 31:30 (13:16) bei Bayer Leverkusen überrascht und sich auf Rang sieben geschoben.Den Sieg sicherte Ruta Latakaite sechs Sekunden vor dem Ende mit ihrem insgesamt elften Treffer.

27 Sekunden waren noch zu spielen, als Berchten die grüne Auszeitkarte auf den Tisch legte. Als die Schiedsrichter die Partie nach der einminütigen Pause wieder freigaben, kam Cristina Mihai zwölf Sekunden vor Schluss nach einem Freiwurf an den Ball. „Ich wollte eigentlich werfen“, sagte die Rumänin später. Doch weil sich zwei Leverkusener Abwehrspielerinnen auf sie stürzten „und ich Ruta am Kreis freigesehen habe“, entschied sich die Linkshänderin im letzten Moment um und passte den Ball zu Latakaite, wobei dieser auf halbem Weg zu Boden zu fallen schien. „Das war ein Scheißpass“, gab die Torjägerin später mit einem Grinsen zu, bevor sie anfügte: „Aber ein gutes Tor von Ruta.“ Und durch den Treffer der überragenden Spielmacherin kam der Rangneunte tatsächlich zum Auswärtscoup beim bisherigen Vierten. Denn nach Latakaites Tor sechs Sekunden vor Schluss hielt die in der zweiten Halbzeit ebenfalls herausragende Torfrau Julia Gronemann auch noch den letzten Freiwurf von Laura Steinbach und tanzte dann ausgelassen mit der Mannschaft. Der erste Erstligaerfolg der Vipers in der Fremde war auch deshalb ein Coup, weil die Gäste schon mit sechs Toren zurücklagen (7:13, 21.) „und niemand gedacht hätte, dass wir hier gewinnen“, wie Gronemann zugab. Die Keeperin, die zunächst Petra Diener, die aber keinen Ball zu fassen bekam, den Vortritt lassen musste, nagelte in der zweiten Halbzeit ihr Tor zeitweise zu. Zwölf Bälle parierte sie in diesem Zeitraum und hatte damit großen Anteil daran, dass die zuvor bis auf das 1:1 (6.) ständig zurückliegenden Gäste nach 46 Minuten durch Mihai nicht nur ausgleichen konnten (24:24, 47.), sondern durch Miranda Robben eine Minute später sogar 25:24 führten. Danach entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch, bei dem die Gäste nicht mehr in Rückstand gerieten, gar zweimal mit zwei Toren führten. Zuletzt beim 29:27 175 Sekunden vor Schluss durch die in der zweiten Hälfte aufblühende Mihai. „Ich ziehe meinen Hut vor der Mannschaft, dass sie nach dem ängstlichen Beginn nicht die Flinte ins Korn geworfen hat und zurückgekommen ist“, freute sich Berchten – und wurde von den mitgereisten Fans mit Sprechchören gefeiert.

Ausführlicher Bericht in unser Print-Ausgabe an Silvester.

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