Weltweit Berühmtester Volkskilanglauf

Die letzten 90 Kilometer: Willinger Florian Göbel startet mit 50 noch einmal beim Wasa-Lauf

Platz 99 wäre top: Florian Göbel (hier beim Wettkampf 2021) startet erneut beim Wasalauf in Schweden.
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Platz 99 wäre top: Florian Göbel (hier beim Wettkampf 2021) startet erneut beim Wasalauf in Schweden.

100 Jahre Wasalauf am 6. März: Der berühmteste Volkskilanglauf der Welt über 90 Kilometer von Sälen nach Moro soll in diesem Jahr nach Gert-Dietmar Klause (1975) möglichst zum zweiten Mal einen deutschen Sieger feiern.

Wie Bundestrainer Peter Schlickenrieder ankündigte, starteten das xc-ski.de A/N Skimarathon-Team und der Deutsche Skiverband gemeinsam mit Topläufer Thomas Bing das „Projekt Vasaloppet“. Bing war im Vorjahr direkt von der Oberstdorfer WM nach Schweden angereist und Elfter geworden.

Mit der Startnummer 100, die gleichzeitig seine bisher beste Platzierung anzeigt, war auch der Willinger Florian Göbel ins Rennen gegangen und in neuer persönlicher Bestleistung von 3:57:56 Stunden auf Platz 148 angekommen. Auch der Hotelier hat für die Jubiläums-Ausgabe des Rennens ein großes Ziel: „Ich möchte einmal unter die Top 100 kommen – und wenn es auch nur Platz 99 sein sollte“, sagt er.

Visma Classic Serie: Göbel startet mit guten Platzierungen

Florian Göbel wird am 5. April 50 Jahre alt. Schon im vergangenen März hatte er angekündigt, dass er 2022 „vermutlich“ seine Karriere beenden werden. „Das vermutlich können wir jetzt streichen“, sagte er jetzt. Es wird seine letzte Saison in der Visma Ski-Classic-Serie und damit auch sein letzter Wasalauf werden.

Beim Saisonauftakt in der Visma Classic Serie im schwedischen Orsa Grönklitt kam er im Prolog über 33 Kilometer nach 1:26.39,9 auf Rang 102 ins Ziel, im Mannschaftswettbewerb war er mit einem Endless-Team auf Platz 32 zweitbeste deutsche Vertretung.

Bessere Platzierungen erreichte Göbel bei zwei Wettbewerben am Wochenende in Südtirol. Beim Pustertaler-Skimarathon über 62 Kilometer, den die Favoritin Britta Johansson Norgren (Lager 157 Ski Team) und Max Novak (Team Ramudden) gewannen, belegte Göbel nach 3:00:42,7 Stunden Platz 69. Bei der Prato Piazza Mountain- Challenge über 32 Kilometer wurde er nach 2:08:45,0 Stunden 68.

Seine Mannschaft, das Endless Local Nordic-Team, ist in Corona-Zeiten nicht nur zusammengeblieben, sondern hat nicht so einfach aufgeben wollen. Die Teamkollegen Robin Frost und Florian Rohde etwa peilen einen Start bei den Militär-Weltmeisterschaften in Berchtesgaden und Ruhpolding an. Ein American Footballer hat sich der Mannschaft angeschlossen, um den Sport aus wissenschaftlicher Sicht zu testen. Auch die Sponsoren sind bei der Stange geblieben. Rund 10 000 Euro pro Mann kostet eine Saison mit den rund einem Dutzend Starts.

Ich möchte einmal unter die Top 100 kommen – und wenn es auch nur Platz 99 sein sollte.

Florian Göbel

Göbel startete früher schon im Team des Sportwissenschaftlers Thomas Freimuth, der DSV-Mann Bing zum Sieg beim Vasaloppet führen soll. „Er kann mit Bing viele Kilometer mitlaufen und ihn unterwegs abschirmen. Das wichtigste in einem solchen Rennen ist die Verpflegung“, sagt Göbel. Es muss organisiert sein, dass ein Teammitglied zur Stelle ist, wenn einmal der Griff nach der Flasche ins Leere gegangen ist..

2021 war der Vasaloppet ein Eliterennen mit den besten Bedingungen für einen Läufer wie Bing. „Das kann 2022 schon wieder ganz anders aussehen“, weiß Göbel nur zu gut, dass für eine Topplatzierung am Renntag alles zusammen kommen muss. Der Ski, das Wetter, die Entwicklung im Teilnehmerfeld.

Der gebürtige Berliner wandelt – wenn man so will – in den Spuren Jochen Behles. Der Skilanglauf-Klassiker, spätere Bundestrainer und EUROSPORT-Kommentator, versuchte sich 1996 hoch ambitioniert am Ende seiner Laufbahn ebenfalls beim Vasaloppet und wurde im Ziel Vierter, weil er mit etwas Pech die Spitzengruppe wenige 100 Meter vor dem Zielstrich laufen lassen musste. (Werner Rabe)

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