Aktion Junges Ehrenamt

Zoe Lache vom TSV Frankenberg: 15-Jährige unterstützt inklusive Trainingsgruppe

Zoe Lache aus Frankenberg
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Strebt als nächstes den Prüfer-Schein an: Zoe Lache aus Frankenberg, die ehrenamtlich die inklusive Sportabzeichen-Gruppe des TSV Frankenberg unterstützt.

„Da müssen Jüngere ran.“ Hat mancher altgediente Ehrenamtler zum Ausstand gesagt. Und trotz Nachwuchsmangel gibt es sie: Junge Menschen im Ehrenamt. Was treibt sie an? Wir stellen sie vor.

Frankenberg – Zoe Lache aus Frankenberg hat 2020 bereits ihr achtes Sportabzeichen abgeschlossen – wesentlich mehr Menschen hat sie allerdings dabei geholfen, ihr eigenes Abzeichen zu erwerben. Denn: Die 15-Jährige unterstützt seit einigen Jahren das inklusive Training für Menschen mit Behinderung bei der Sportabzeichen-Gruppe des TSV Frankenberg, das im Mai 2017 gestartet ist.

„Meine Eltern sind sportlich sehr aktiv und helfen ebenfalls beide bei der Inklusions-Gruppe mit. Meine Mama holt die Menschen mit Behinderung ab, betreut sie auf dem Sportplatz, mein Papa ist Prüfer. Beide haben mich oft mit auf den Sportplatz genommen und irgendwann habe ich nicht mehr nur selbst geübt und trainiert, sondern eben auch bei der Inklusion-Gruppe geholfen. Auch meine Schwester ist öfters mit dabei und hilft“, sagt Zoe Lache, die die neunte Klasse der Edertalschule in Frankenberg besucht, und fügt an: „Das Training macht immer besonders viel Spaß, weil die Menschen mit Behinderung so viel Freude daran haben. Sie haben einen ganz anderen Blick auf alles und sind immer fröhlich.“

Jede Woche andere Disziplinen

Jede Woche stehen andere Disziplinen auf dem Plan, damit es nicht langweilig wird. Und jede Woche besteht die Möglichkeit, sich zu verbessern: Vom Aufbau der Stationen über das Aufwärmen bis hin zum Üben an den einzelnen Stationen und das Anfeuern beim Ablegen der Prüfung – Zoe Lache ist überall dabei. „Vor allem durch das Anfeuern kann ich noch einmal sehr gut motivieren, das spornt richtig an.“

Aber auch den Prüfern greift sie gern unter die Arme. „Mal die Zeit stoppen oder das Maßband halten, weil ich das später auch gern machen möchte. Denn mein nächstes Ziel ist der Prüfer-Schein, den kann ich aber erst Ende des Jahres machen, wenn ich 16 Jahre alt bin.“

Zoe Lache selbst probiert sich auch jede Woche an einer anderen Station aus. „Wenn mein Soll erfüllt ist, mache ich nur noch so mit und muss mich nicht mehr zwanghaft verbessern.“ Ihre Lieblingsdisziplinen sind der Hochsprung und das Laufen. Coronabedingt muss die Sportabzeichen-Gruppe zwar noch weiterhin pausieren, aber zumindest waren hin und wieder mal Spaziergänge möglich. „Die Bewegung darf schließlich nicht zu kurz kommen.“

Gymnastik im Winter

Von Mai bis September stehen ansonsten immer montags die Übungsstunden auf dem Plan, die Winterzeit wird mit Gymnastik überbrückt. „Außerdem steht Ende des Jahres immer eine Wanderung mit den Prüfern an, und zum Abschluss bekommt man bei der Ehrung seine Urkunde überreicht“, sagt Zoe Lache, die hofft, in diesem Jahr ihr neuntes Sportabzeichen ablegen zu können.

Aber auch außerhalb der Sportabzeichen-Gruppe ist Zoe Lache sportlich unterwegs: „Ich mache allgemein sehr viel Sport. Früher bin ich geritten, geschwommen, habe getanzt sowie Tennis und Handball gespielt und mittlerweile fahre ich Bob im Team von Celine Harms“, sagt die 15-Jährige und fügt an: „Mein Vater hat mal Eintrittskarten fürs Rodeln in Winterberg bekommen. Ich bin zusammen mit ihm hingefahren, war gleich begeistert und bin dann recht schnell zum Bob-Training gegangen und dabei geblieben.“ (fw)

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