Sportkreis lädt ein:Professor Ronald Wadsack zur Zukunft der Sportvereine

Zukunftsthema Kooperation

Hebt das Thema Zusammenarbeit und Fusion von Sportvereinen bei einem Vortrag in Korbach auf die Tagesordnung: Ronald Wadsack. Foto: Ostfalia-Hochschule

Korbach - Sinkende Lust am Ehrenamt, wachsende Anforderungen an die Vorstände, drohende Überalterung der Mitglieder: Probleme aus dem Alltag der Sportvereine. Bieten Fusionen und Kooperationen einen Ausweg?

Der Hochschul-Professor Ronald Wadsack plädiert für eine vertiefte Zusammenarbeit der Clubs untereinander, aber auch mit anderen Institutionen. Nach der Fitnesswelle in den 1990er-Jahren, der „Eventisierung“ des Vereinssports mit der Pflicht zum „Kick“ im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts und der aktuellen Gesundheitswelle hat er Kooperationen und Fusionen sogar zum nächsten Zukunftsthema ausgerufen, das die Vereine umtreiben wird. Am Freitag, 7. November (19 Uhr), spricht er darüber im Korbacher Bürgerhaus.

Der Sportkreis Waldeck-Frankenberg hat Wadsack eingeladen. Der Professor für Einrichtungen des Sports und der Sportindustrie lehrt und forscht an der Ostfalia-Hochschule für angewandte Wissenschaften in Salzgitter. Sportkreis-Chef Uwe Steuber und der Leiter des Landkreis-Fachdiensts Sport, Matthias Schäfer, sind überzeugt, dass in Zeiten von Schuldenbremsen der öffentlichen Hand und sinkender Mitgliedszahlen an einer gezielten und verstärkten Zusammenarbeit im Vereinssport kein Weg vorbeiführt.

Steuber brachte unlängst Modelle ins Gespräche, bei denen sich entweder mehrere Vereine zusammentun, um gemeinsam eine hauptamtliche Teilzeitstelle zu finanzieren, oder ein größerer Club kleineren Nachbarn schwierige Verwaltungsaufgaben wie das Finanzwesen gegen Bezahlung abnimmt - Vorbild interkommunale Zusammenarbeit. Auch Vereinsfusionen sind für ihn kein Tabu.

Vereinsgenossenschaften

Ronald Wadsack bläst ins gleiche Horn. Der studierte Betriebswirtschaftler bringt zum Beispiel die Überlegung ins Spiel, Aufgaben auszulagern und mit anderen Vereinen eine gemeinsame Geschäftsstelle zu betreiben, Stichwort: Vereinsgenossenschaften für Verwaltungsaufgaben. Das spare Kosten.

Patentrezepte will er freilich nicht bieten. Im Kanon der Anforderungen - von Angeboten im Freizeitsport über eine bessere Qualifikation der Übungsleiter und Talentförderung bis hin zur Aufnahme neuer Sportarten - muss jeder Verein erkennen, was das Richtige für ihn ist. „In turbulenten Zeiten muss man klären, wer und was man ist“, so Wadsack. Darauf aufbauend müsse eine Zukunftsstrategie entwickelt werden.

Wadsack plädiert für ein stärkeres Miteinander. „Nicht jeder muss alles machen“; „Ideen zur Vereins- und Sportentwicklung als Geschenk betrachten“; „Kooperation und Fusion als Zeichen der zukunftsorientierten Vereinsführung“ - das sind einige Schlagworte, wie sie Wadsack auf dem 18. Forum Sport des Kreissportbundes Salzgitter Ende November vergangenen Jahres vorstellte. Erfahrungen in der Materie bringt er beispielsweise aus einem Projekt des Kreissportbundes Helmstedt/Niedersachsen mit. Er untersuchte dabei „Kooperationssituation und -bedingungen von Sportvereinen“.

Der heimische Sportkreis will mit dem Vortrag neue Ideen anstoßen und Grenzen in den Köpfen aufbrechen. Anmeldungen sind erwünscht an Kerstin Mühlhausen im Sportamt.

Telefon: 05631/954-459; E-Mail: kerstin.muehlhausen@landkreis-waldeck-frankenberg.de

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