Spontane Idee und Gänsehaut ohne Ende

Zwei Twistetaler  Handballer beim WM-Finale

Im Zentrum des Welthandballs: Steffen Fingerhut (links) und Uwe Nolte von der HSG Twistetal waren hin und weg von der Stimmung beim WM-Finale in Herning. Foto: pr

Twistetal – Aus Spaß wurde Ernst. Und aus Ernst wurde eines der schönsten Handballerlebnisse für Steffen Fingerhut und Uwe Nolte.

Das Duo von der HSG Twistetal zählte am Sonntag zu den 15 003 Zuschauern, die das WM-Finale (Dänemark - Norwegen 31:22) und das Spiel um Platz drei (Deutschland - Frankreich 25:26) in der Halle im dänischen Herning gesehen haben. Dabei wussten Fingerhut und Nolte am Mittwoch noch nicht, dass sie drei Tage später in Dänemark sitzen und Zeugen einer von ihnen noch nie zuvor erlebten Liebeserklärung für ihre Sportart wurden.

„Die Stimmung in Berlin und Köln war ja schon toll, aber die Dänen haben noch mal einen draufgesetzt“, erzählt Fingerhut. „Das war Gänsehaut ohne Ende.“ Da sei auch die Enttäuschung über die unglückliche deutsche Niederlage schnell verflogen gewesen.

Die dänische Art der Unterstützung habe schon bei der Nationalhymne angefangen - „Zuschauer und Spieler haben sie ohne Musik lauthals gesungen“ - und setzte sich mit einer tollen Unterstützung des Teams fort. Sobald ein dänischer Spieler einen Fehler gemacht habe, sei er sofort vom Publikum dafür aufgefangen worden. „Die dänischen Zuschauer singen auch viel mehr als die deutschen - komplette Lieder, textsicher, minutenlang.“

Der Satz „Lass uns zum WM-Finale fahren“, war am Donnerstagabend bei der HSG-Vorstandssitzung ein Running Gag. Danach nahm dieser Witz zumindest bei Fingerhut und Nolte konkrete Formen an.

Sie ergatterten per Internet sogar noch Eintrittskarten. „Zum Glück haben wir vor dem Halbfinale bestellt, da kostete eine Karte noch 200 Euro, danach schon 500 und mehr.“ Dann ging es Sonntagmorgen los: Twiste, Hamburg, Herning rund 700 Kilometer. Die sich für die beiden Handballer auch sportlich gelohnt haben. „Die Dynamik und das Tempo der Dänen waren unglaublich.“

Gern hätten die beiden Twistetaler von diesen Eigenschaften einiges in Tüten gepackt und diese an ihre Teamkollegen verteilt, die Mannschaft kämpft um den Klassenerhalt in der Landesliga. Dennoch glaubt Fingerhut, dass diese stimmungsvolle WM einiges im Handballsport bewegen kann - auch bei den kleineren Vereinen. „Es ist ein guter Zeitpunkt, um Kinder zum Handball zu bringen oder neue Trainer oder Betreuer zu finden.“ Auch das Ehrenamt im Verein könnte von der WM profitieren. „Wer die tollen Spiele der deutschen Mannschaft gesehen hat, bekam vielleicht auch Lust, sich für den Handballsport zu engagieren.“

Auch Fingerhut und Nolte könnten dazu in ihrem Verein etwas beitragen, und vielleicht diesen Workshop anbieten: So feiern die Dänen Handball.  rsm

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