Appell vor dem Derby gegen Darmstadt: „Seid fair“

Kassel. Nach dem 2:0-Erfolg des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel am vergangenen Mittwoch blickten die Fans schon auf den nächsten Samstag: „Wir woll’n den Derbysieg“, sangen und forderten sie.

Dass zuvor noch die Partie bei der SG Sonnenhof Großaspach anstand - Nebensache.

Nun, nach dem 1:1 des KSV in Heilbronn gegen Großaspach richtet sich auch der Blick der Mannschaft auf das Derby: auf die Partie gegen Darmstadt 98 am kommenden Samstag im Auestadion. Anpfiff ist um 14 Uhr.

Die Löwen gegen die Lilien - das ist ein Spiel voller Brisanz. Und das bezieht sich längst nicht nur auf das rein Sportliche. In der Vergangenheit tauschten die Anhänger beider Klubs häufig nicht gerade Freundlichkeiten aus. Das Polizeiaufgebot ist deshalb stets sehr groß, wenn beide Mannschaften aufeinandertreffen.

Vor der Partie am Samstag appellieren wir gemeinsam mit dem Darmstädter Echo und Verantwortlichen der beiden Mannschaften an die Fairness auf und neben dem Platz. In einer kleinen Serie, die wir „Seid fair“ genannt haben, machen Präsidenten, Trainer und Spieler den Reiz dieses Derbys deutlich und rufen zum fairen Miteinader auf. (hag/frz)

Das sagt KSV-Präsident Jens Rose:

Die gegenseitige Rivalität zwischen Darmstadt und Kassel ist befruchtend und treibt zu Höchstleistungen an. Dieses Traditionsderby bezieht seinen Reiz nicht aus dem Tabellenstand beider Teams.

Jens Rose

Am nächsten Samstag geht es um das Nichts von drei Punkten und um das Alles der Anerkennung. Die Fairness ist der Rahmen des Ganzen – auf dem Platz und außerhalb davon. Deshalb: Seid fair.

Das sagt Hans Kessler, Präsident des SV 98

Die sportliche Rivalität zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem KSV Hessen Kassel, verbindet uns mehr, als sie uns denn trennt. Beide Vereine wollen nach oben, haben eine vergleichbare Historie und stehen unvergleichbar in ihrer Region für Tradition, Kult und Emotion.

Deshalb sind die Spiele beider Mannschaften etwas besonderes und für mich das persönliche „Highlight“ in jeder Saison. Bei aller Rivalität steht jedoch gegenseitiger Respekt und Fairness, vor und nach dem Spiel, auf und neben dem Platz, an allererster Stelle.

Ich freue mich sehr auf ein spannendes und faires Fußballfest in Kassel.

Das sagt KSV-Trainer Mirko Dickhaut

So ein Derby soll ruhig richtig brisant sein. Es geht schließlich um große Rivalität zwischen zwei Klubs. Auf dem Platz dürfen die Mannschaften deshalb bis an die Grenzen gehen – aber eben nicht darüber hinaus. Ich brauche kein Derby mit einer Flut an Platzverweisen. Und genau so sollte es am Samstag auch auf den Zuschauerrängen sein. Wir freuen und über die bedingungslose Unterstützung für die eigene Mannschaft. Was wir nicht brauchen, sind Randale und Gewalt.

Das sagt Kosta Runjaic, Trainer von Darmstadt 98

Beide Vereine haben eine sehr große Tradition, und beide Fanlager sind mit großen Emotionen verbunden. Wir vom SV Darmstadt 98 freuen uns auf den sportlichen Vergleich mit dem Tabellenführer der Regionalliga Süd. Vor allem freuen wir uns auf die Derby-Atmosphäre. Trotz aller sportlicher Rivalität stehen der Respekt voreinander und die Fairness über allem, sowohl auf dem Rasen als auch auf den Rängen.

Das sagt KSV-Stürmer Thorsten Bauer

Dieses Spiel ist natürlich kein Spiel wie jedes andere. Für die Fans nicht, die Vereine nicht und für uns Spieler auch nicht - und das ist auch gut so. Doch bei aller sportlichen und emotionalen Brisanz, die so ein Derby birgt, sollten wir alle versuchen, einen kühlen Kopf zu bewahren und diesen Tag einfach genießen. Bei aller Besonnenheit, die wir uns von den Fans erhoffen, sollten wir auch daran denken: Emotion, Leidenschaft und lautstarke Unterstützung gehören dazu, den Gegner etwas zu kitzeln, muss auch erlaubt sein. Das alle sollte aber im Stadion und vor allem gewaltfrei bleiben.

Quelle: HNA

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