Samstag bei Aufsteiger Walldorf zu Gast

Applaus für die Löwen: Der KSV überzeugt beim 2:1 gegen Freiburg

Wieder als Torschütze erfolgreich: KSV-Kapitän Tobias Becker. Foto:  Fischer

Kassel. Als Matthias Mink während der Pressekonferenz ansetzte, um dieses Spiel zu kommentieren, streikte kurzzeitig das Mikrofon. Es hakte und knatterte, ehe es nach einiger Zeit schließlich ging und der Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel seine Sicht der Dinge schildern konnte.

Eigentlich hätte Mink dann gar nicht viele Sätze benötigt. Er hätte nach dem 2:1 seiner Löwen gegen die Reserve des SC Freiburg einfach auf die Geschichte mit dem Mikrofon verweisen können. Sie bildete gut ab, wie sich der KSV an diesem Mittwochabend vor 1600 Zuschauern im Auestadion so anstellte: Es hakte erst und knatterte, aber dann lief alles rund. So drehten die Löwen den frühen Rückstand durch Adel Daouri noch in einen Sieg um.

Nach dem Seitenwechsel deuteten sie gar an, dass sie in der Lage sind, einen sehr schönen Kombinationsfußball zu spielen – mit Hacke, Spitze und zur Not wohl auch einem dreifachen Rittberger als Sprungelement. Da lief das Bällchen so durch die Reihen, wie es lange nicht mehr an selber Stelle zu beobachten war. Mink sprach anschließend von einem „sehr, sehr guten Spiel“ seiner Mannschaft. Das Lob und den Applaus der Zuschauer hatten sich die Spieler verdient – vor allem wegen der starken zweiten Halbzeit.

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Allerdings zeigte Minks Mannschaft auch, dass ihr eine gewisse Sicherheit fehlt, um diesen sehr ansehnlichen Fußball wie selbstverständlich zu bieten – als ob sie sich das Vertrauen in sich selbst erst erarbeiten muss. Die KSV-Spieler Sebastian Schmeer und Sergej Evljuskin verwendeten anschließend oft das Wort Kampf und benannten damit die Grundlage für diesen Sieg gegen den Tabellenletzten Freiburg, der besser auftrat als ein Tabellenletzter.

Dass es dem KSV gelang, sich im wahrsten Sinne des Wortes in das Spiel zu kämpfen, führten Schmeer und Evljuskin als Indiz für die intakte Moral der Mannschaft an. Sie verhielt sich an diesem Tag wie ein Kleinkind, das 99-mal probiert, vier Klötzchen zu stapeln – und es beim 100. Mal schafft. Nach dem Elfmetertor durch Tobias Becker kurz vor der Halbzeit folgte schließlich die Kür mit dem 2:1 durch Schmeer, der seinen Treffer selbst „als nicht so schlecht“ bezeichnete. Er traf mit dem Spann und drosch den Ball ins Eck. Ein typischer Schmeer.

Mit dem Sieg hat sich der KSV wieder herangetastet an die Spitzengruppe der Tabelle. Er reist nun morgen in dem Bewusstsein zum Auswärtsspiel bei Neuling Astoria Walldorf (Anpfiff: 14 Uhr), mit einem weiteren Erfolg hartnäckiger oben anzuklopfen. Matthias Mink weiß um die Schwere der Aufgabe bei dem ambitionierten Aufsteiger. Er sagte während der Pressekonferenz: „Für uns gilt es, die Kräfte zu sammeln.“ Das hörten alle, denn das Mirkofon funktionierte bis zum Schluss – wie der KSV kurz zuvor.

Von Florian Hagemann

Quelle: HNA

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