Heute spielt wer kann

Letzter Tabellenplatz: Baunatal auf dem Zahnfleisch gegen Neckarelz

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Muss auf die Zähne beißen: Baunatals Kapitän Christian Käthner will heute mit Schmerztabletten spielen.

Baunatal. Für den KSV Baunatal könnte es wahrlich besser laufen. Sportlich ist der Fußball-Regionalligist auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Personell kriecht die Mannschaft auf dem Zahnfleisch.

Für das Spiel am Dienstag gegen die Spielvereinigung Neckarelz im Parkstadion (19 Uhr) gilt das Motto: Es kommt der zum Einsatz, der irgendwie kann. Und diese Liste ist nicht lang.

„Dass so viele Spieler auf einen Schlag fehlen oder angeschlagen sind, habe ich noch nie erlebt“, sagt Christian Käthner.

Der Kapitän steht beispielhaft für die Baunataler Misere. Ende August hatte der 27-Jährige drei Spieltage wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade pausieren müssen. Drei Spiele stand er danach zur Verfügung, doch nun droht er wieder auszufallen wegen einer Reizung am Fuß. Käthner sagt: „Vermutlich werde ich mit Schmerztabletten spielen.“ Der Mittelfeldmann wird nicht der einzige sein, der heute Abend auf die Zähne beißen muss.

Schließlich wissen die Baunataler um die Bedeutung dieser Partie. „Ein Sieg ist Pflicht. Neckarelz ist ein unmittelbarer Konkurrent um den Klassenerhalt“, sagt Käthner. Außerdem sei es schlicht und ergreifend nicht schön, ganz unten zu stehen. Im Gegensatz zur Vorsaison könnten sie in diesem Jahr aber besser mit der Situation umgehen. „Wir haben einen Reifeprozess durchlaufen, lassen uns nicht so schnell aus der Bahn werfen.“ Einfacher würde es aber trotzdem nicht.

Zumal wegen der angespannten Personallage für die genesenen Spieler kaum die Möglichkeit besteht, die Form langsam und behutsam wieder aufzubauen. Wer halbwegs in der Lage ist, beschwerdefrei zu laufen, muss sofort aushelfen. Doch jammern wollen sie nicht in Baunatal. Im Gegenteil. Nach dem blamablen Auftritt beim 0:3 in Pirmasens fordert Trainer Tobias Nebe eine Trotzreaktion: „Ich erwarte, dass wir brennen. Die Einstellung muss heute stimmen.“

Immerhin gäbe es ein gutes Omen, erinnert sich Käthner. In der vergangenen Saison hätten sie das Heimspiel gegen Neckarelz ebenfalls an einem Dienstagabend bestritten. Endstand 3:0 für Baunatal. „Die haben sich nicht groß verändert. Neckarelz ist keine Übermannschaft.“ Mit Blick auf den Nachbarn KSV Hessen und dessen jüngste Niederlagen gegen Teams aus dem Tabellenkeller warnt der Baunataler Kapitän aber auch davor, „dass in dieser Liga wirklich alles möglich ist“.

Sein Trainer sieht das genauso. Angesichts der Personalnot hatte Nebe schon mit dem Gedanken gespielt, selbst das Trikot überzustreifen. Doch auch der Baunataler Trainer ist - Überraschung: verletzt. Zerrung. Außerdem muss er Antibiotika nehmen. Wegen einer Mandelentzündung lag in der vergangenen Woche fast die komplette Mannschaft um. Nebe versichert aber: „Elf Mann bekommen wir heute zusammen.“

Von Robin Lipke

Quelle: HNA

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