MT-Niederlage in Wetzlar

Beim Derby in Wetzlar fehlt der MT Melsungen die Power

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War mit acht Treffern bester MT-Torschütze: Lasse Mikkelsen. 

Bei der 28:31-Pleite in Wetzlar ließ Handball-Bundesligist MT Melsungen gerade in der ersten Hälfte Tempo vermissen. Die Gesundheit von Philipp Müller bereitet weiter Sorgen. 

Kurz vor dem Anwurf zur zweiten Halbzeit kam Nebojsa Simic noch einmal aus seinem Kasten heraus. Der Torwart des Handball-Bundesligisten MT Melsungen lief Richtung Mittellinie, wo sich seine Kollegen für den nächsten Derby-Abschnitt fertigmachten. Er klopfte Julius Kühn auf die Brust, er schlug Tobias Reichmann, Kapitän Michael Müller und einigen anderen kameradschaftlich auf die Schultern. 

Es war ein Versuch, die Mannschaft noch einmal wachzurütteln. Geholfen hat es nur bedingt: Simic und seine Mitstreiter konnten der Partie keine Wende mehr geben und verloren bei der HSG Wetzlar 28:31.

Das bleibt vom Auftritt der MT in Erinnerung:

1. Die Mannschaft zeigt zwei Gesichter. „Wir haben zuvor super trainiert, aber es bringt uns nicht weiter, wenn wir das nicht auf die Platte bringen“, erklärte Regisseur Lasse Mikkelsen enttäuscht. Wie schon nach der Heimschlappe gegen Hüttenberg eine Woche zuvor passte die Leistung nicht zu den Eindrücken aus dem Training. „Wir haben die Niederlage gegen Hüttenberg gut aufgearbeitet. Die Jungs waren auch auf der Fahrt zum Spiel ruhig und konzentriert“, berichtet Coach Heiko Grimm, „in der Partie selbst hat uns dann etwas Geschwindigkeit gefehlt.“ Was sogar noch ein bisschen untertrieben ist, denn speziell in der ersten Hälfte drückte nur eine Mannschaft aufs Tempo - und das war Wetzlar. Dabei war auch nichts davon zu spüren, dass die Mannschaft auf etlichen Positionen gute Wechselmöglichkeiten hatte. „Wir müssten eigentlich mit viel mehr Power kommen können“, sagt Grimm.

2. Die Melsunger haben die Negativserie fortgesetzt. Der Auftritt in Wetzlar war das dritte und letzte Spiel für die MT Melsungen im April - die Ausbeute ist ernüchternd: null Punkte. Nach der Niederlage am 1. April in Hannover folgten nun zwei Pleiten gegen die beiden hessischen Liga-Rivalen. „Wir bräuchten in unserer Situation einfach mal wieder ein Erfolgserlebnis“, meint Torwart Johan Sjöstrand, „dann wird es wieder besser laufen“.

3. Die MT geht nicht mit einem guten Gefühl in die Wettkampfpause. „Wir müssen als Mannschaft viel besser funktionieren“, sagt Kreisläufer Marino Maric. Drei Wochen haben er und seine Kollegen nun keinen Einsatz. Erst am 13. Mai geht es vor heimischer Kulisse wieder gegen den HC Erlangen um Punkte. „Das werden trainingsintensive Wochen für mein Team“, erklärte Grimm. Mögliche freie Tage hat die Mannschaft mit den jüngsten Niederlagen verspielt.

4. Die Sorge um Philipp Müller: Das war schon ein kleiner Schock, als Abwehr-Ass Philipp Müller zu Beginn der zweiten Halbzeit in Wetzlar ausfiel – wegen Herz-Rhythmus-Störungen. Der 33 Jahre alte Profi wurde direkt in die Uni-Klinik nach Gießen gebracht und musste über Nacht bleiben. Am Montag wurde Müller weiter untersucht und erhielt Medikamente. Allerdings scheinen die Ärzte bislang nichts Konkretes gefunden zu haben. Soll heißen: Eine genaue Diagnose gab es bis Montagabend nicht. MT-Pressesprecher Bernd Kaiser geht davon aus, dass am Dienstag mehr zu erfahren ist.

Das ist der aktuelle Stand in der Handball-Bundesliga

Quelle: HNA

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