Star in Zahlen 

Bietigheims Trainer Kevin Gaudet: Meistermacher ohne Bart

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Der Meistermacher: Trainer Kevin Gaudet von den Bietigheim Steelers.

Am Ende seiner siebenjährigen Amtszeit hat Kevin Gaudet die Bietigheim Steelers erneut zur Meisterschaft in der zweiten Eishockey-Liga geführt. Der kanadische Trainer in Zahlen:

1,75 Meter misst Bietigheims Meistermacher. Damit ist er wahrlich kein Hüne, und dennoch der Größte in der Trainerhistorie der zweiten Liga. Seit 2011 steht Gaudet an der Bande in Bietigheim, zuletzt sechsmal in Folge erreichten seine Schützlinge die Playoff-Finals. Dreimal holten sie den Titel: 2013 gegen Schwenningen, 2015 gegen Bremerhaven und nun gegen den SC Riessersee.

2-mal wurde er als Trainer des Jahres in der DEL2 geehrt – 2013 und 2015. Diesmal musste er diese Auszeichnung Toni Söderholm überlassen, dem Coach des unterlegenen Überraschungsfinalisten SC Riessersee. Vor den Playoffs...

2,8 Millimeter pro Woche beträgt das Wachstum von Barthaaren bei Männern. So steht’s bei Wikipedia. Und wer die Steelers Shawn Weller, ausgezeichnet als wertvollster Spieler der Playoffs, und Justin Kelly mit ihren Rauschebärten sieht, der glaubt das auch. Kevin Gaudet indes, der smarte, hat sich immer rasiert, auch in den Playoffs. Seine Frau Robin, Fitnesstrainerin auch des Teams, hasst Bärte. Und außerdem, sagt der Coach, „sollte ein Bart diesmal kein Pech bringen“.

3-mal verpassten die Steelers den finalen Triumph. 2014 gegen Bremerhaven, 2016 gegen die Kassel Huskies und 2017 gegen Frankfurt. Kurios: Ihre drei Titelgewinne feierten die Bietigheimer allesamt mit Auswärtssiegen in den entscheidenden Spielen.

4-mal musste der Coach vorzeitig seinen Stuhl räumen. 2000 für Curt Lindstörm, 2001 für Olle Öst, 2005 für Gunnar Leidborg (jeweils in Wedemark bzw. Hannover) und 2012 für Danny Held in Bietigheim. Aber: Dreimal durfte der Kanadier zur nächsten Saison beim selben Klub wieder ran.

5 Bussis drückte Titelhamster Gaudet dem Meisterpokal auf, jeweils einen für jeden Titelgewinn. Denn mit Wedemark (1993: Oberliga; 1996: 2. Liga) war Gaudet der damals noch mögliche Aufstieg gelungen.

14 seiner 24 Spieler im aktuellen Meisterkader sind 30 Jahre und älter. Schon immer vertraut Gaudet auf erfahrene Spieler wie Dominic Auger (41), „Silo“ Martinovic (37) und Kapitän Adam Borzecki (39), der nun als Meister zurücktritt. Das ging nicht immer gut, mehrfach brachten Verletzungen den ohnehin kleinen Oldies-Kader an die Grenzen. Und: die kleinen, aber feinen Kader waren stets teuer.

27 Jahre hat Gaudet als Trainer schon hinter sich. Seine Laufbahn begann er 1992 als Spielertrainer des ESC Wedemark in der Oberliga, sie führte mit den späteren Scorpions in die DEL (1997 - 2001), nach Straubing (2002 - 05), zurück nach Hannover (2004 - 06), nach Wien (2007 - 11) und 2011 nach Bietigheim.

300.000 Euro müssen die Steelers einsparen pro Saison in den nächsten beiden Jahren, insbesondere beim Personal. Das wird ein maßgeblicher Grund sein, weshalb Verein und Trainerpaar fortan getrennte Wege gehen werden. Gaudet will zunächst daheim in Kanada Golf spielen und bis November oder Dezember warten „bis die ersten Trainer gefeuert werden“. Über seinen Nachfolger wurde noch nichts bekannt. Als einer der Kandidaten gilt Hugo Boisvert, der bisherige Co-Trainer der Kassel Huskies.

Quelle: HNA

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