Blick auf Hrvoje Horva: Er trainierte MT Melsungen und Coburg

Kassel. Nummer gewählt. Freizeichen. „Cveba Horvat hier“, meldet sich eine Stimme am anderen Ende der Telefonleitung. Auch wenn er schon lange nicht mehr als Handball-Trainer in Deutschland tätig ist, so ist doch der Handyanschluss von Hrvoje Horvat derselbe wie zu seiner Zeit bei der MT Melsungen.

„Ich bin da etwas traditioneller“, sagt Cveba, wie ihn Freunde und Kollegen rufen, „ich hatte diese Nummer schon in den Neunzigern.“

Mit der MT klopfte Horvat von 2000 bis 2004 mit dem Team wiederholt ans Tor zur 1. Bundesliga. Der ganz große Wurf blieb der damaligen Zweitliga-Mannschaft verwehrt. „Vor einiger Zeit haben mir mal gute Bekannte aus Melsungen einen Bericht geschickt, in dem mein Name vorkam“, erzählt der 70-Jährige. Horvat lebt mittlerweile wieder in seiner kroatischen Heimatstadt Bjelovar.

Dort begann seine großartige Karriere als Handballer. Olympiasieger mit Jugoslawien, Bundesliga-Profi in Milbertshofen und Schwabing – Horvat war in den 70er-Jahren einer der besten Spielmacher der Welt. Als Trainer arbeitete er in Gummersbach, Eitra, Willstätt, Melsungen und mit Unterbrechung sechs Jahre beim HSC 2000 Coburg. „In Coburg hatte ich eine schöne Zeit“, erinnert sich Horvat. Unter seiner Führung stieg der Verein in die 2. Liga auf. „Die Stadt lebt für den Handball, der Verein ist gut geführt, hat eine große Tradition und viele treue Fans.“ Noch immer pflegt er den Kontakt zu vielen Menschen in Oberfranken. Bis vor einigen Wochen fuhr er immer noch ein Auto mit Coburger Autokennzeichen. Den Wagen meldete er inzwischen ab.

„Cveba war der beste Trainer, den wir hier je hatten“, stellt Erich Bilek, ein Urgestein des Coburger Handballs, klar: „Er hatte hier viele Fans.“ Horvat reist nur noch einmal pro Jahr in seine frühere Wahlheimat. Seine Frau Dunja ist schwer krank – er muss sich praktisch 24 Stunden um sie kümmern. Wenn er sich über Handball informiert, dann nutzt er dafür das Internet: „Ich verfolge Melsungen genauso wie Coburg.“ Mit MT-Mäzenin Barbara Braun-Lüdicke stand er noch lange nach seinem Abschied aus der Fuldastadt im lockeren Austausch.

Vor allem aber richtet der 70-Jährige ein Augenmerk auf die Arbeit seines Sohnes, der den gleichen Namen trägt. Hrvoje Horvat junior, vor mehr als einem Jahrzehnt auch mal Spieler bei den Rhein-Neckar Löwen, ist seit einem halben Jahr Chefcoach beim kroatischen Spitzenverein RK Nexe. In dieser Woche wird er voraussichtlich noch eine weitere Aufgabe übernehmen. Der neue Nationalcoach Kroatiens, Lino Cervar, möchte ihn zu einem seiner Assistenztrainer berufen.

„Mein Sohn wird ein guter Trainer“, sagt Hrvoje Horvat senior stolz. Und vielleicht landet der 39-Jährige irgendwann auch mal in Deutschland. Kontakt könnte der Papa herstellen. Der besitzt ja noch dieselbe Handynummer.

Quelle: HNA

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