Samstag DFB-Pokal ab 18.30 Uhr

VfL Bochum zu Gast in Baunatal: Gute Stürmer hatten sie immer

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Sie sind die aktuellen Torjäger des VfL Bochum: Silvère Ganvoula (links) bejubelt sein Tor zum 2:2 gegen Arminia Bielefeld am vergangenen Wochenende mit Neuzugang Danny Blum, der aus Frankfurt kam. 

Seit zehn Jahren spielt der VfL Bochum in der 2. Fußball-Bundesliga. Kein aktueller Verein aus dem Unterhaus gehört dieser Spielklasse am Stück länger an.

Das Umfeld – so heißt es aus Bochumer Kreisen – würde gern wieder erstklassig sein. Die Verantwortlichen des Vereins hätten auch nichts dagegen – aber: Sie seien auch froh, überhaupt so lange in der zweiten Liga zu sein. Es gibt Beispiele von Traditionsvereinen, die mittlerweile weiter nach unten durchgereicht wurden. Kaiserslautern oder 1860 München. Auch Duisburg hat es wieder getroffen.

Die Verantwortlichen haben das Ziel, zu den besten 25 deutschen Vereinen zu gehören. Heißt: Mindestens auf Platz sieben wollen sie am Ende dieser Spielzeit landen. Ein Favorit auf den Aufstieg sind sie nicht. Wenn die Ruhrpottler am Samstag ab 18.30  Uhr (Sky-Konferenz) in der ersten Runde des DFB-Pokals im Parkstadion gegen den KSV Baunatal antreten, werden sie aber Favorit sein. Im vergangenen Jahr verlor der VfL in der ersten Runde gegen den Regionalligisten Weiche Flensburg 0:1. Insofern sind sie in Bochum vielleicht froh, dass Baunatal nur ein Fünfligist ist.

Der Spruch „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften“ trifft auf die Bochumer besonders zu. Denn bis auf drei Zweitliga-Meisterschaften (siehe Hintergrund) ist die Trophäen-Vitrine der Blau-Weißen leer. Gute Stürmer hatte der Klub von der Castroper Straße allerdings fast immer.

Allein in den vergangenen 16 Jahren hatte Bochum dreimal den Torschützenkönig in seinen Reihen. 2003 war es Thomas Christiansen, der sich diesen Titel in der Bundesliga mit 21 Treffern sicherte, 2007 machte es ihm Theofanis Gekas (20 Tore) nach. 2016 traf Simon Terodde 25 Mal in der zweiten Liga für den VfL. Ebenfalls im Unterhaus gelang das Uwe Wegmann 1994 (22 Tore). Wegmann – heute 55 Jahre alt und Trainer des FC Memmingen in der Regionalliga Bayern – ist Rekordtorschütze des Vereins (Hintergrund).

Einer darf in dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen: Stefan Kuntz, Europameister von 1996 und mittlerweile Trainer der deutschen U21- Nationalmannschaft, wurde 1986 mit 22 Treffern der erste Torschützenkönig der Bochumer in der Bundesliga.

Zuletzt hieß der Topstürmer Lukas Hinterseer. Der Österreicher erzielte in den vergangenen beiden Spielzeiten insgesamt 32 Tore für den VfL, wechselte in diesem Sommer allerdings ablösefrei zum HSV. Die Hoffnungen ruhen nun auf einem 23 Jahre alten Kongolesen: Silvère Ganvoula. Für 400 000 Euro holten die Bochumer den kantigen Mittelstürmer vom RSV Anderlecht, im vergangenen Jahr war er bereits ausgeliehen. Ganvoula ist der Zielspieler des VfL. Und er wird das wohl auch in Baunatal sein. Denn nach der Blamage im Vorjahr will Trainer Robin Dutt dieses Mal kein Risiko eingehen und die bestes Elf aufbieten.

Hintergrund: Lange Tradition, keine Titel

Der VfL Bochum 1848 entstand am 14. April 1938, am 10. August 1949 wurde die Fußballabteilung in einen eigenständigen Verein ausgegliedert. Die Zahl 1848 wurde übernommen, als der Klub 1938 aus dem SV Germania 1906 Bochum, der TuS Bochum 1908 und dem Turnverein zu Bochum von 1848 zusammengeschlossen wurde. Der VfL hat heute rund 11.000 Mitglieder. 

Die Bochumer wurden dreimal Zweitliga-Meister – 1994, 1996 und 2006. Titel stehen aber ansonsten keine in der Vitrine der Westfalen. Und das obwohl der VfL insgesamt 33 Jahre der Fußball-Bundesliga angehörte, von 1971 bis 1993 ununterbrochen. Rekordspieler des aktuellen Zweitligisten ist Michael Lameck, der insgesamt 554 Einsätze im Bochumer Trikot vorweisen kann. Rekordtorschütze ist Uwe Wegmann, der in 259 Partien 79 Tore erzielte. Die beste Quote hat allerdings ein anderer: Simon Terodde (heute bei Köln) traf in 72 Spielen 47 Mal, also im Schnitt alle 128 Minuten. Theofanis Gekas kommt bei 35 Einsätzen auf 22 Treffer.

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Quelle: HNA

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