„Diese Chance sollte man nicht vergeigen“

Fragen und Antworten zur MT Melsungen und ihrem Startrecht im Handball-Europapokal

Eine Szene aus dem letzten MT-Europacupspiel vor der Coronapause: Marino Maric (links) und Finn Lemke decken Michael Knudsen (Mitte) von Bjerringbro-Silkeborg ab. Rechts im Hintergrund: Michael Allendorf. Auf die Dänen könnte die MT in der Qualifikation erneut treffen.
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Eine Szene aus dem letzten MT-Europacupspiel vor der Coronapause: Marino Maric (links) und Finn Lemke decken Michael Knudsen (Mitte) von Bjerringbro-Silkeborg ab. Rechts im Hintergrund: Michael Allendorf. Auf die Dänen könnte die MT in der Qualifikation erneut treffen.

Melsungen – Nachdem die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen einen Startplatz für den Handball-Europapokal erhalten haben, beschäftigen die Fans einige Themen. Fragen und Antworten zur MT und der EHF European League.

Wie geht die MT damit um, dass sie schon Ende August ran muss?

Zurzeit ist Manager Axel Geerken noch recht entspannt. Sobald jedoch feststeht, gegen welches Team die Melsunger antreten müssen, wird einiges intern zu besprechen sein. Kapitän Finn Lemke freut sich, dass es nach der Coronapause bald losgeht: „Wir hatten uns eigentlich auf eine längere Vorbereitungszeit eingestellt. Wenn man aber diese Chance bekommt, dann sollte man sie auch nicht vergeigen.“ Die Bundesliga plant einen Beginn erst für Anfang Oktober.

War damit zu rechnen, dass 51 Klubs eine Mannschaft für die European League melden werden?

Nein. Die Zahl kommt überraschend. Nachdem der deutsche Vertreter TSV Hannover-Burgdorf, Ciudad Logrono aus Spanien und Gornik Zabrze aus Polen vorab ihren Verzicht erklärt hatten, war sogar eher davon auszugehen, dass nur eine Qualifikationsrunde ausgespielt werden muss. Zwölf Teams sind bereits für die Gruppenphase gesetzt. Zwölf weitere Mannschaften müssen sich dafür erst qualifizieren.

Wo wird die MT in der ersten Qualifikationsrunde ihr Heimspiel austragen?

Zum jetzigen Zeitpunkt können die Melsunger dazu noch keine Aussage machen. Sie haben als Spielort die Kasseler Rothenbach-Halle gemeldet. „Der Gegner wird bei der Festlegung des Austragungsorts auch eine Rolle spielen“ sagt Geerken. Theoretisch wäre es auch möglich, für die Qualifikation in eine andere, kleinere Halle auszuweichen.

Werden die Melsunger vor Publikum spielen?

Bis zu 250 Zuschauer wären unter bestimmten Voraussetzungen kein Problem. Wenn die MT mehr Fans ermöglichen möchte, dabei zu sein, müsste sie den zuständigen Behörden ein entsprechendes Hygienekonzept vorlegen.

Welche wirtschaftlichen Möglichkeiten bieten sich der MT mit der Teilnahme am Europacup?

In der im Oktober beginnenden Gruppenphase ist nicht viel möglich – der europäische Verband EHF hat dafür feste Werbepartner. Für die Qualifikation könnte der nordhessische Bundesligist vielleicht die eine oder andere auch finanziell interessante Partnerschaft eingehen.

Was passiert, wenn die MT wegen entsprechender Reisebestimmungen in Deutschland nicht problemlos zum Auswärtsspiel anreisen kann?

Das ist schwer zu sagen. Sollte der Bundesligist tatsächlich einen Kontrahenten aus einem Land zugelost bekommen, das dann als Risikogebiet eingestuft wird, müssten sich die Verantwortlichen Gedanken machen. Im Handball-Europapokal wurde früher oft einem Gegner das Heimrecht abgekauft. Theoretisch ist dies jetzt auch bei der MT eine Option, denn für die erste Runde wird den beteiligten Klubs eben diese Möglichkeit durch die EHF eingeräumt.

Was bedeutet der frühe Pflichtspiel-Start für die Trainingsarbeit der MT?

„Wir müssen jetzt schon deutlich mehr machen und dann eben auch mal ein paar Minuten länger in der Halle arbeiten“, sagt Kapitän Finn Lemke. „Die Abläufe müssen jetzt einfach schneller sitzen.“

Zwar hat die MT – neben Eigengewächs Ole Pregler – mit den deutschen Nationalspielern Silvio Heinevetter und Timo Kastening sowie dem Isländer Arnar Freyr Arnarsson drei Neuzugänge, Lemke sieht aber keine Probleme für eine schnelle Integration: „Wir haben Qualität dazu bekommen. Solche Spieler gewöhnen sich schnell an neue Systeme.“

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