Alle Coronatests negativ

Bundesligist MT Melsungen und der Wiedereinstieg nach der Handball-WM in Ägypten

Melsungens Nationalspieler Timo Kastening (vorn rechts) klatscht sich mit Kreisläufer Felix Danner ab. Im Hintergrund: Youngster Ole Pregler.
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Wiedersehensfreude: Melsungens Nationalspieler Timo Kastening (vorn rechts) klatscht sich mit Kreisläufer Felix Danner ab. Im Hintergrund: Youngster Ole Pregler.

Das Bundesliga-Team der MT Melsungen ist nach der Handball-Weltmeisterschaft nun wieder fast komplett. Nach negativen Coronatests ging es gestern Nachmittag los.

Kassel – Am Sonntagabend freute sich Gudmundur Gudmundsson vor dem heimischen Fernseher mit Dänemarks Handballern. Er war selbst drei Jahre für dieses Team verantwortlich. Am Montag freute sich der isländische Coach dann über das erste echte Mannschaftstraining bei der MT Melsungen seit eineinhalb Monaten.

Nachdem alle Corona-Tests vom Sonntag negativ waren, durften auch die zuletzt noch fehlenden WM-Teilnehmer einsteigen: neben Kroatiens Marino Maric und Islands Arnar Freyr Arnarsson noch die deutschen Auswahlspieler Julius Kühn, Silvio Heinevetter, Timo Kastening und Kai Häfner. Gefehlt hat der verletzte Tobias Reichmann.

Normalerweise sollte es gestern mit der Vorbereitung auf das Punktspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen beginnen. Da die Partie gegen die Mannheimer aber verschoben wurde, geht es für die MT nun erst wieder am Donnerstag, 11. Februar, bei Tusem Essen um Punkte. „Ich hatte schon mit der Analyse der Löwen angefangen. Nun haben wir eben ein paar Tage mehr Zeit, um uns auf die nächsten Gegner zu fokussieren“, sagt Gudmundsson. Dennoch bedauert er die Verlegung des Heimspiels: „Ich hätte lieber gespielt. Unser Terminplan wird immer enger.“ Ähnlich äußert sich Julius Kühn: „Einerseits ist es gut für den Körper. Andererseits bekommen wir die Quittung dann aber später.“

Fünf Spiele haben die Melsunger Stand im Februar zu absolvieren. Nach der Begegnung in Essen treffen sie in eigener Halle auf Stuttgart (14.2.) und Leipzig (18.2.) und Magdeburg (28.2.). Zwischendurch gastieren die Nordhessen in Hannover (25.2.). „Es bleibt eine Saison, die viel Variabiliät abverlangt“, betont Manager Axel Geerken, „es wird nicht leichter, Termine zu finden.“ Die MT muss bis Ende Juni noch 28 Partien austragen. Sollte es quarantänebedingt noch Zwangspausen geben, ist es fast utopisch, die Runde gut zu Ende bringen zu können.

Laut Geerken achtet der Verein sehr darauf, dass die Infektionsrisiken so gering wie möglich sind: „Es ist ein wichtiges Thema. Wir sind da in einem ständigen Prozess und schrauben an einigen Kleinigkeiten.“ Erst vor dem Jahreswechsel hatte es die MT erwischt: Heinevetter, Kastening und Yves Kunkel waren vor Weihnachten positiv getestet worden.

Kastening hat etliche Melsunger Profis praktisch seit der Rückkehr aus Göppingen nicht mehr gesehen – „das waren gefühlt zwei Monate“. Nachdem der 25-Jährige ein paar Tage bei seiner Familie in der Nähe von Hannover gewesen war und Kraft getankt hatte, ist er nun voller Tatendrang. Er sagt schmunzelnd: „Ich freue mich sogar auf das Krafttraining.“

Als am Samstag bekannt wurde, dass sich der Flensburger und Ex-Melsunger Johannes Golla nach der Rückreise aus Ägypten mit dem Coronavirus infiziert hat, rief die Nachricht auch die deutschen Nationalmannschaftskollegen von der MT auf den Plan. „Ich hoffe, dass Johannes die Erkrankung gut übersteht“, erklärt Häfner. „Ich bin natürlich auch sehr froh, dass unsere Tests allesamt negativ waren.“ Damit stand einem Wiedereinstieg gestern nichts mehr im Wege. (Björn Mahr)

Das sagen Melsunger Nationalspieler zur WM in Ägypten

Julius Kühn: „Wir sind schon unzufrieden. Es war nicht eines unserer besten Turniere. Allerdings hatten auch andere Nationen Schwierigkeiten. Positiv war unser variables Angriffsspiel. Unsere Probleme lagen im Angriff vor allem in der Chancenverwertung. In der Abwehr hatten wir ein paar Lücken zuviel.“

Silvio Heinevetter: „Ich bin froh, dass die WM vorbei ist. Das Turnier ist sub-optimal gelaufen – für die Mannschaft genauso wie für mich. Ich war in guter körperlicher Verfassung und hätte schon noch gern mehr Spielzeit bekommen. Aber ich denke, dass es noch eine gründliche Analyse geben wird.“

Timo Kastening: „Meine erste WM war eine kleine Achterbahnfahrt. Wir hatten gute und schlechte Spiele. Auch von meiner eigenen Leistung bin ich enttäuscht. Dennoch finde ich, dass wir als Mannschaft einen Schritt nach vorn gemacht haben. Darauf lässt sich mit Blick auf die Olympia-Quali aufbauen.“

Kai Häfner: „In den großen Spielen hat sich leider gezeigt, dass uns noch etwas gefehlt hat. Das WM-Turnier war dennoch eine interessante Erfahrung, durch den Sport genauso wie durch das Leben in einer Blase. Ich bin nach wie vor optimistisch, dass wir uns für die Sommerspiele qualifizieren werden.“

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