Starke erste Hälfte reicht nicht zum Sieg über Wetzlar

MT selbstkritisch: „Das war ein Punktverlust“

Ärgert sich: Der starke MT-Torhüter Mikael Appelgren ist dann doch manchmal überwunden worden. Foto: Fischer

Kassel. Ihm gehörte die letzte Torchance des Spiels - ein Freiwurf aus zehn Metern. Zwar brachte Handballer Momir Rnic von der MT Melsungen an diesem Derby-Nachmittag viele Bälle im gegnerischen Kasten unter, diesen einen aber nicht.

Die Abwehrmauer des Bundesliga-Rivalen HSG Wetzlar fälschte das Spielgerät so ab, dass Torwart Andreas Wolff keine Mühe hatte, das Leder zu entschärfen.

„Bei mir war es heute ein Schritt nach vorn“, meinte Neuzugang Rnic, „ich hätte jedoch lieber die beiden Punkte gewonnen.“ So mussten sich er und seine Mitstreiter mit einem 28:28 (16:14) begnügen. Sie konnten damit den hessischen Konkurrenten in der Tabelle nicht überflügeln.

Auch wenn das Ergebnis durchaus die Kräfteverhältnisse widerspiegelte, so war die Enttäuschung bei den Hausherren spürbarer. Klar, die 24:32-Heimpleite aus der Vorsaison wollten sie unbedingt ausmerzen. Und auch klar: Vier Tage vor der Europapokal-Premiere wollten sie weiteres Selbstvertrauen tanken. Hinzu kam, dass sich die Melsunger in der ersten Hälfte eine Ausgangsposition erarbeitet hatten, die zu einem Erfolg hätte reichen können.

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„In den ersten 25 Minuten habe ich es mit der Angst zu tun bekommen“, bekannte HSG-Coach Kai Wandschneider. Tatsächlich wurden seine Schützlinge teilweise förmlich überrollt. Bezeichnend, dass Kapitän Nenad Vuckovic nach Parade des über weite Strecken famos haltenden Torwarts Mikael Appelgren aus der zweiten Welle das 4:1 gelang (4.). Und auch, dass Rückraummann Philipp Müller einen Konter zum 9:4 nutzte (12.). „Eine sehr gute erste Hälfte, nur nicht mit dem richtigen Zwischenstand“, bilanzierte Trainer Michael Roth ernüchtert – mit Blick auf einige unnötige technische Fehler, die sich seine Mannen leisteten. Zudem wurden zu selten die Außen Michael Allendorf und Johannes Sellin eingebunden, wenn es ins Positionsspiel ging.

Momir Rnic

Da darüber hinaus bei eigener Überzahl einige Male der Ball zu leicht hergegeben wurde, schmolz der Vorsprung der Hausherren. „Wir waren nicht clever genug“, bedauerte der starke Appelgren, „für mich ist dieses Unentschieden ein Punktverlust.“ Wobei sich die Wetzlarer das Remis redlich verdienten – dank deutlicher Steigerung in der Deckung.

Zweimal lagen die Gäste sogar mit zwei Toren Differenz vorn – erst als Christian Rompf (19:17) zweimal in Serie getroffen, dann als Tobias Hahn zweimal zugeschlagen hatte (25:23). Nur gut aus Sicht der Melsunger, dass Rnic „heute leistungsmäßig explodiert“ (Roth) ist. Die Treffer des Serben zum 26:26 und 27:27 waren alles andere als einfach – und fast lebensnotwendig. Zumal kurz vor Ende Philipp Müller nach Foul an Kent Robin Tönnesen den Roten Karton sah (59.).

Trotz Unterzahl brachte Michael Allendorf seine Farben noch einmal in Führung. Nachdem Rompf auf der Gegenseite ausgeglichen hatte, ergab sich für die MT keine gute Möglichkeit mehr. Nur noch die Freiwurf-Gelegenheit für Rnic.

Von Björn Mahr

Quelle: HNA

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