Jannik Woidkte steht im Fokus

Kassel Huskies: Kopfüber ins Derby gegen Bad Nauheim

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Mal eine andere Perspektive: Husky Jannik Woidtke pflegt ein besonderes Aufwärmritual.

Die Huskies wollen am Freitag den nächsten Derbysieg: Drei Tage nach dem 4:1 gegen Frankfurt wollen die Kasseler auch Bad Nauheim ärgern.

Nur den Speiseplan, den hat er kurzfristig verändert. Vor dem Derby gegen Frankfurt am Dienstag gab’s für Jannik Woidtke nämlich Hühnchen mit Süßkartoffeln und nicht – wie normalerweise – Nudeln als Beilage. Ansonsten aber ist der gebürtige Düsseldorfer, der seit Oktober für die Huskies aufs Eis geht, vielmehr einer, der auf Bewährtes vertraut.

Beim Dehnen vor Spielbeginn etwa. Dabei verändert der 27-Jährige gern mal den Blickwinkel, wenn er den Oberkörper nach hinten auf die Oberschenkel legt. So weit, bis er mit dem Helm die Kufen der Schlittschuhe berührt. Es ist sein Erfolgsgeheimnis für lockere Beine.

Kopfüber ins Derby – das ist auch am Freitag die Devise, wenn ab 19.30 Uhr die Roten Teufel zu Gast in der Kasseler Eissporthalle sind. Für Woidtke ist es das Wiedersehen mit dem Klub, für den er zu Saisonbeginn in der DEL2 13-mal aufs Eis ging. „Klar ist es immer noch etwas Besonderes“, sagt er. „Ich hatte bei den Roten Teufeln eine schöne Zeit, habe dort viele Freunde gefunden. Aber all das blende ich heute aus.“ Auch mit Kumpel Daniel Stiefenhofer wird’s vorab keinen Kontakt mehr geben.

Denn nach 28 Spielen im blau-weißen Dress ist Woidtke längst Husky durch und durch. Einer, der selten mit Toren oder spektakulären Aktionen in den Fokus rückt. Er ist der Typ fleißiger Arbeiter mit Sonderrolle. Trainer Tim Kehler charakterisiert seine Nummer 64 so: „Jannik ist einer, der sich ganz in den Dienst der Mannschaft stellt. Er ist wertvoll in der Offensive und in der Defensive.“ Denn wird ein Verteidiger gebraucht, steht Woidtke hintendrin. Verteidiger ist das, was er mal gelernt und die meiste Zeit auch gespielt hat. Derzeit aber sind eher seine Offensivqualitäten gefragt.

Als Teil der vierten Sturmreihe ist er meist mit den jungen Kasseler Jungs Tim Lucca Krüger und Bastian Schirmacher unterwegs. „Je nachdem, wo die Lücke ist, springe ich rein.“, erklärt er. Spielt er im Angriff, geht’s darum, für Entlastung zu sorgen. „Das Spiel schnell und einfach gestalten, die Abwehr unter Druck setzen und den Gegner hinten beschäftigen“, beschreibt er seine Aufgaben. „Und klar, wenn es sich ergibt, kreieren wir natürlich auch Torchancen.“

Ausgebildet worden ist er bei der Düsseldorfer EG, für die Woidtke auch mal in der DEL spielte. Ansonsten hat ihn seine Liebe zum Eishockey durch die halbe Republik geführt. Er spielte im Westen für Duisburg und Ratingen, im Süden für Kaufbeuren und Freiburg, im Osten für Dresden. Und nun ist der Netflix-Fan in der Mitte Deutschlands angekommen. Mit Neuzugang Neil Manning und dem Wolfsburger Valentin Busch bildet er Fahrgemeinschaften, hilft als Berater bei Handy- und Internetverträgen aus und springt auch mal als Fremdenführer ein. Nick Walters ist zum besten Freund im Team geworden.

Für Freitag ist die Marschroute klar: Den Schwung aus dem Derbysieg gegen Frankfurt mitnehmen, gegen Nauheim „wieder vor vollem Stadion zu spielen, denn das treibt uns enorm an. Und wir wollen den nächsten Dreier holen“, sagt Woidtke, auch wenn er um die Qualitäten der Gäste weiß: „Nauheim hat mit Felix Bick einen starken Torhüter, steht kompakt, agiert aus einer stabilen Defensive heraus. Aber wir können sie knacken, wenn wir das Spiel schnell halten, unsere Aggressivität reinbringen und Druck mit allen vier Reihen machen.“ Kopfüber gedehnt versteht sich, und gestärkt mit dem Derbysieger-Essen Hühnchen und Süßkartoffeln. Könnte also klappen mit seinem Tipp: 3:1 für die Huskies.

Die Personallage

Die Huskies können am Freitag personell fast aus dem Vollen schöpfen. Einzig der Wolfsburger Förderlizenzler Alexander Karachun steht Trainer Tim Kehler nicht zur Verfügung. Welche beiden Ausländer pausieren müssen – bei dieser Frage lässt sich der Coach nicht in die Karten gucken. Er sagt: „Wir müssen viel besser spielen als im letzten Spiel in Bad Nauheim.“ Das verloren die Huskies 0:1. „Und wir wollen so weitermachen wie am Dienstag im Derby gegen Frankfurt. Wir hoffen wieder auf die lautstarke Unterstützung der Fans, die uns schon gegen die Löwen getragen hat“, erklärt er.

Quelle: HNA

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