Nach Niederlage im Spiel sechs in den Playoffs

Ein Traum zerplatzt: Optimismus der Huskies-Fans zahlte sich nicht aus

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Familienausflug: Jason Guth (7) feuert gemeinsam mit Tante Ricarda und deren Freund Patrick die Huskies an.

Die Zuversicht der Huskies-Fans, mit einem Sieg gegen die Löwen Frankfurt ins siebte Spiel zu kommen, war groß vor Spiel sechs . Doch der Optimismus der Fans zahlte sich am Ende nicht aus. Eindrücke aus der Halle.

Es ist klar: In die Sommerpause will in Kassel noch keiner. Die Fans der Huskies sind geeint in gutem Gefühl und dem Glauben an ihre Mannschaft: Ihre Huskies schaffen das, holen sich Spiel sechs. „Do or die“ sagen dazu gern die Eishockeyspieler. Und an diesem späten Nachmittag sagt es auch einer, der weiß, wie sich die Huskies da unten auf dem Eis fühlen: Derek Dinger, Kasseler Junge, zuletzt beim DEL-Team Augsburger Panther unter Vertrag und jetzt zurück in der Heimat. 

Neben Oma Gisela, einer Dauerkarteninhaberin, sitzt er nun auf der Tribüne. „Es wäre doch schade, wenn’s heute schon vorbei wäre. Die Jungs müssen vor allem von der Strafbank wegbleiben“, sagt der 30-Jährige. Oma Gisela nickt. Ihre 82 Jahre sieht man der rüstigen Dame nicht an. Ein wenig nervös sei sie schon, verrät sie noch. Wie gut, dass ihr Enkel heute dabei ist.

Arm in Arm in der Eishalle: Oma Gisela mit ihrem Enkel Derek Dinger.

Auch Jason ist aufgeregt. Der siebenjährige Baunataler ist gemeinsam mit Tante Ricarda und deren Freund Patrick da. Sein Tipp: „Das wird ein gutes Spiel, die Huskies gewinnen 4:1.“

Zuversicht herrscht auch bei Susanne und Jürgen Schade. Das Ehepaar aus Bebra sitzt sonst im A-Block, wollte aber Spiel sechs nicht mit den Frankfurter Fans im Rücken verfolgen und hat sich deshalb für die andere Seite entschieden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Eishockey-Saison heute endet“, sagt sie nicht nur, weil ihr Mann gern seinen 58. Geburtstag am Dienstag in Frankfurt feiern würde. 

Und die Huskies bestätigen die Optimisten auf den Rängen. Sie legen los wie die Feuerwehr, Tyler Gron belohnt sein Team im ersten Drittel. Aber: „Wir hätten aberhöher führen müssen“, sagt nicht nur Oma Gisela Dinger. Auch Michael Roth sieht das so. „Mit vergebenen Torchancen kenne ich mich ja aus“, erklärt Trainer der MT Melsungen, der mit seinen Bundesliga-Handballern am Mittag einen Sieg gegen Lübbecke gefeiert hat und den freien Nachmittag kurzerhand für einen Besuch beim sportlichen Nachbarn nutzt. „Ein klasse Spiel“, sagt er und berichtet, dass Sohn Niklas (20) neidisch sei. „Er spielt Eishockey. Ich habe ihm schon mehrere Videos geschickt.“ Zumindest die beiden Frankfurter Tore, die die Kasseler Fans kalt erwischen, wird er sicher nicht geschickt haben. Die Zuversicht ist zwar gedämpft, aber sie schwindet nicht. Klar doch, Huskies geben ja niemals auf.

Und so geht’s ins Schlussdrittel. Roths Tipp geht nicht mehr auf. 3:1 hatte er prophezeit.

Helfen aber würde ja erst mal ein Tor, der Ausgleich. Die Huskies rennen an. Aber dieses Tor, es will einfach nicht fallen. Und das Glück des Tüchtigen bleibt unbelohnt. Die Frankfurter, die in der Schlussphase zwei-, dreimal Glück mit ausbleibenden Pfiffen der Schiedsrichter haben, treffen ins verwaiste Kasseler Tor. Der Schlusspunkt. Und das Ende aller Kasseler Träume. „Stolz auf Euch“ hält das Maskottchen Herkules auf seiner Tafel in die Höhe. Ein kleiner Trost, mit dem es jetzt in die Sommerpause geht.

Alle Ergebnisse der Playoffs der DEL2 in der Saison 2017/2018

Quelle: HNA

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