DHB-Team spielt heute um 20.30 Uhr

Klassiker bei der Handball-WM in Ägypten: Deutschland gegen Spanien

Handball-Nationalspieler Kai Häfner von der MT Melsungen bereitet sich auf den Klassiker vor.
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Wichtiger Spieler im deutschen Rückraum: Kai Häfner bereitet sich auf den Klassiker vor.

Ein Klassiker zum Start in die Hauptrunde: Wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft heute ab 20.30 Uhr (ZDF) bei der WM ihr erstes Spiel in der New Capitals Hall in Kairo bestreitet, dann geht es gegen den amtierenden Europameister Spanien.

Kassel - Ein Klassiker zum Start in die Hauptrunde: Wenn die deutsche Handball-Nationalmannschaft heute ab 20.30 Uhr (ZDF) bei der WM ihr erstes Spiel in der New Capitals Hall in Kairo bestreitet, dann geht es gegen den amtierenden Europameister Spanien. Seit 2015 standen sich die beiden Teams mindestens einmal pro Jahr gegenüber – oft ging es dabei um sehr viel.

„Natürlich erinnere ich mich immer noch gern an unseren Final-Triumph 2016 in Polen. Aber ich habe auch schon einige negative Erinnerungen gesammelt, und da war dann auch schon mal ein Turnier für uns beendet“, sagt Rückraumspieler Kai Häfner von der MT Melsungen.

Im Januar 2018 musste die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bei der Europameisterschaft in Kroatien nach einer 27:31-Pleite die Heimreise antreten. Vor einem Jahr kassierte das Team in der EM-Vorrunde eine 26:33-Pleite gegen die Iberer. Der letzte deutsche Erfolg war ein 31:30 bei der Heim-WM 2019. Allerdings hatte die Begegnung in Köln damals nur noch statistischen Wert.

Es war eines der letzten Länderspiele von Patrick Groetzki, bevor der Rechtsaußen von den Rhein-Neckar Löwen für eine lange Zeit nicht mehr im Adlertrikot auflaufen durfte. Zuletzt waren die beiden Melsunger Timo Kastening und Tobias Reichmann erste Wahl. Jetzt ist Reichmann verletzt – und „Jonny“, wie Groetzki von Freunde und Kollegen gerufen wird, ist zurück.

Bei der 28:29-Niederlage am Dienstag gegen Ungarn erzielte er das letzte deutsche Tor – bitter für Deutschland: Es blieb nicht das letzte des Spiels. Die Ungarn warfen noch den Siegtreffer. Damit hat der Druck für die deutsche Mannschaft nun deutlich zugenommen. Eine weitere Niederlage heute könnte schon alle Hoffnungen auf einen Viertelfinal-Einzug begraben. Denn nur die beiden Erstplatzierten kommen weiter.

„Die Spiele gegen Topmannschaften sind die geilsten“, erklärt Groetzki, für den nach seiner Rückkehr nun zwei Dinge bei der Nationalmannschaft neu sind. „Einen eigenen Koch hatten wir vor zwei Jahren noch nicht“, sagt der 31-Jährige schmunzelnd. Und seine Aufgabe als Mannschafts-DJ hat inzwischen der Melsunger Timo Kastening übernommen. Ansprüche meldet Groetzki jetzt nicht an: „So gut wie Timo seit zwei Jahren spielt, halte ich mich da lieber im Hintergrund.“ Nach der Ungarn-Niederlage sei die Musik-Auswahl in der Kabine aber „etwas wild“ gewesen.

Wie stimmungsvoll es heute wird, hängt vor allem mit der Leistung gegen die Spanier zusammen. Trotz des bitteren Ausgangs kann die Mannschaft einiges mitnehmen. „Positiv war, wie die Mannschaft auch nach ein paar Toren Rückstand gekämpft hat“, stellt Häfner fest. Zwischendurch lagen er und seine Kollegen 10:15 hinten und schafften es aber, schnell wieder den Anschluss herzustellen.

„Wir müssen im Angriff ähnlich variabel spielen, wie es uns besonders in der zweiten Hälfte mit Kai Häfner und Philipp Weber sowie dem 1:1-Spiel von Paul Drux gelungen ist“, hofft Co-Trainer Erik Wudtke. Zumal der Kontrahent eine abgezockte Truppe aufbietet. Gedeon Guardiola (36) vom TBV Lemgo und Viran Morros (37) von Paris Saint-Germain sind die Eckpfeiler der Abwehr. Im Angriff steckt ebenfalls viel Erfahrung: Joan Canellas, Daniel Sarmiento und Raul Entrerrios sind die Entscheidungsspieler. Dazu stehen die Dushebajew-Brüder Alex und Daniel für Qualität.

Bundestrainer Alfred Gislason erwägt einige personelle Veränderungen im Vergleich zum Ungarn-Spiel. Wie die genau aussehen könnten, bleibt abzuwarten. Möglich, dass Silvio Heinevetter wieder in den 16-köpfigen Kader rückt. Vielleicht ist auch Youngster Juri Knorr eine Option für die Rolle des Spielmachers. Er spielte auch schon mal in Spanien – für das B-Team des FC Barcelona. (Björn Mahr)

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