Noch deutlicher als vor 20 Jahren

Schnellcheck: Deutsche Handballer gewinnen zum WM-Auftakt 43:14 gegen Uruguay

TDer deutsche Rechtsaußen Timo Kastening überwindet Uruguays starken Torwart Felipe Gonzales.
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Treffsicher: Der deutsche Rechtsaußen Timo Kastening überwindet Uruguays starken Torwart Felipe Gonzales.

Dritter Turniertag, erster Einsatz für die deutsche Handball-Nationalmannschaft und gleich ein Schützenfest: Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason ging zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Ägypten kräftig auf Torejagd.

Kassel - Dritter Turniertag, erster Einsatz für die deutsche Handball-Nationalmannschaft und gleich ein Schützenfest: Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason ging zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Ägypten kräftig auf Torejagd. Unser Schnellcheck:

Wie ging es denn los?

Vorab erst einmal: Es ging los. Nach den Corona-Hiobsbotschaften der letzten Tage vor dieser XXL-WM konnte man sich da ja nicht so sicher sein. Als es dann lief, war es wie erwartet eine eindeutige Angelegenheit füt das deutsche Team. 43:14 (16:4) stand es nach 60 Minuten gegen Uruguay. Das letzte Mal, dass das DHB-Team in einem Eröffnungsspiel so deutlich erfolgreich gewesen war, war 2001: Damals gab es ein 40:12 gegen die USA.

Verdienten sich die deutschen Spieler auch einen Abend vor dem Fernseher?

Januar ist nicht nur die Zeit für Spitzenhandball, sondern auch für leichte Unterhaltung bei RTL. Von den deutschen Nationalspielern ist bekannt, dass sie in den späten Abendstunden immer mitfiebern, wenn der Dschungelkönig gekürt wird. Um im Bild zu bleiben: Die DHB-Auswahl hat ihre Prüfung gemeistert.

Gab es eine Überraschung in der Aufstellung?

Aber hallo: Das Torwartgespann bildeten der Stuttgarter Johannes Bitter und Silvio Heinevetter von der MT Melsungen. Dabei hatte Gislason zu Beginn der Vorbereitung Andreas Wolff zur Nummer 1A erklärt. So viel sei vorweggenommen: Bitter zeichnete sich im ersten, Heinevetter im zweiten Durchgang aus.

Wie schnell schlug sich die Überlegenheit der deutschen Mannschaft im Ergebnis nieder?

Nach einer knappen Viertelstunde lag das Team des Deutschen Handballbundes (DHB) 8:1 vorn. Insbesondere der Melsunger Julius Kühn zeichnete sich als Torschütze aus. Sein MT-Kollege Kai Häfner gefiel sich dagegen in der Rolle des Vorbereiters – wie beim 8:1 durch Johannes Golla (14.). Sogar eine höhere Führung war möglich.

Weshalb war es nicht deutlicher?

Wegen Felipe Gonzalez. Der 27-Jährige ist der Torwart des WM-Neulings und ließ mit tollen Paraden aufhorchen. Unter anderem wehrte er einen Siebenmeter von Uwe Gensheimer ab. So sehr wie sich der Schlussmann vom HC Aleman freute, wird er sich die Glanztat wohl noch einige Male im Nachgang auf Video ansehen. Gensheimer (174) ist nun trotzdem bester deutscher WM-Schütze.

Was bedeutete die klare Führung für das Spiel?

Gislason nutzte die klaren Kräfteverhältnisse, um allen zur Verfügung stehenden Akteuren Spielpraxis zu geben. So kamen WM-Debütanten wie Regisseur Juri Knorr, Sebastian Firnhaber und Golla zu ihren ersten Toren bei einer Weltmeisterschaft. „Wir haben das Spiel in der zweiten Hälfte gnadenlos durchgezogen“, befand Bitter. Der Erlanger Firnhaber erzielte beispielsweise das 42:14 (59.).

Wer war Mann des Spiels?

Vom Veranstalter erhielt Uruguays Gonzalez diese Auszeichnung. Doch auch ein Turnier-Neuling beim Gegner hätte diese Ehrung verdient gehabt: Melsungens Timo Kastening warf nach seiner Einwechselung zur Pause neun Tore. Der 25-Jährige strich selbst die Teamleistung heraus: „Alle haben 100 Prozent gegeben und sind die Partie mit der nötigen Ernsthaftigkeit angegangen.“

Wie geht es für das deutsche Team weiter?

Morgen ab 18 Uhr (ARD) steht die Begegnung gegen Kap Verde an. Vorfreude stellt sich bei der deutschen Mannschaft aber wegen der schwierigen Corona-Situation nicht ein. „Ich wünsche mir natürlich, dass wir nicht spielen“, erklärte Bitter nach der Begegnung gegen Uruguay.

Wie war die Übertragung im TV?

Also an der MT Melsungen kam die ARD mit Kommentator Florian Naß nicht vorbei. Fünf MT-Profis wurden im Auftaktspiel eingesetzt: Kühn, Häfner, Heinevetter, Kastening und Tobias Reichmann. Insgesamt 16 deutsche Treffer gingen auf das Konto von Melsunger Akteuren. In der ARD-Übertragung hatte aber auch Finn Lemke einen Auftritt. Der MT-Kapitän, der auf die Weltmeisterschaft verzichtet hatte, wurde aus seiner Kasseler Wohnung zugeschaltet. (Björn Mahr)

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