Einsatz in der EM-Qualifikation

Zurück am Ort großer Momente: Deutsche Handballer treffen morgen in Köln auf Österreich

Der deutsche Nationalspieler Tobias Reichmann gewann 2016 mit Kielce in Köln die Champions League.
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Das war 2016: Der deutsche Nationalspieler Tobias Reichmann gewann mit Kielce in Köln die Champions League.

Kurz vor der Handball-WM in Ägypten bestreitet das deutsche Nationalteam am Sonntag ab 18.10 Uhr (ARD) in Köln noch ein EM-Qualispiel gegen Österreich - ein einem Ort großer Handball-Momente.

Kassel - Das letzte Spiel vor einer Handball-WM – es dient immer auch dazu, dass die deutsche Nationalmannschaft noch etwas Rückenwind für das anstehende Turnier erhält. Und eigentlich wäre die Lanxess-Arena in Köln der geeignete Ort, um sich mit einem guten Gefühl in Richtung Ägypten zu verabschieden. Doch genauso wie bei allen vorangegangenen EM-Qualifikationsspielen sind auch für das Kräftemessen morgen ab 18.30 Uhr (live in der ARD) gegen Österreich pandemiebedingt keine Zuschauer zugelassen.

„Ich habe nur positive Erinnerungen an Köln“, sagt Rechtsaußen Tobias Reichmann, „aber bei der Partie am Sonntag wird es natürlich ganz anders sein: ein leerer Palast, alles etwas traurig und verloren.“ Vor fast fünf Jahren gewann der mittlerweile in Melsungen unter Vertrag stehende Profi noch mit dem polnischen Spitzenklub Kielce in der Arena die Champions League. Damals war sie mit 20 000 Besuchern ausverkauft.

Für die Heim-WM 2019 war Reichmann von Ex-Bundestrainer Christian Prokop aus dem Kader überraschend gestrichen worden. Den Siegeszug im Henkelmännchen, wie die Kölner die Halle im Stadtteil Deutz aufgrund ihrer besonderen Architektur bezeichnen, erlebte er zumindest als Zuschauer auf der Tribüne mit. In der Hauptrunde schlug die DHB-Auswahl nacheinander Island, Kroatien und Spanien.

Deutscher Nationalspieler: Johannes Golla.

Die Bilder unterm Dach erinnerten an den WM-Triumph der deutschen Handballer 2007 – das Wintermärchen. Einer der Helden von damals gehört auch zum aktuellen Team: Johannes Bitter, inzwischen 38 Jahre alt. Etliche Kollegen kennen die Kölnarena, wie sie auch oft noch genannt wird, indes nur aus dem TV. „Ich habe das Finale damals im Fernsehen gesehen, ich war aber noch zu jung, um die Tragweite zu verstehen“, sagt Jung-Nationalspieler Johannes Golla (23) von der SG Flensburg-Handewitt. „Ich freue mich auf den Auftritt in der Arena, lieber wäre es mir natürlich, unter normalen Bedingungen in einer vollen Halle zu spielen.“

Leere Ränge beim Final Four im Dezember 2020: In die Lanxess-Arena passen normalerweise 20 000 Zuschauer.

Zumindest als Zuschauer beim Final Four der Königsklasse bekam Handballer des Jahres Timo Kastening schon einmal einen Eindruck von der riesigen Spielstätte. Für ihn ist die Arena „das Mekka des Klubhandballs“. Seit der Saison 2009/10 werden dort die Handball-Könige Europas gekrönt.

Erst vor knapp zwei Wochen war die Halle wieder Austragungsort des Finalturniers. Wegen Corona war die Veranstaltung aus dem vergangenen Frühling in den Dezember verlegt worden. Der deutsche Rekordmeister THW Kiel sicherte sich nach längerer Durststrecke mal wieder den Titel – selbstverständlich auch vor Geisterkulisse. Nach den WM-Absagen von Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold wird aber kein Kieler Profi am Sonntag in Köln auflaufen. Einzig der schwedische THW-Torwarttrainer Mattias Andersson, der auch für die deutschen Schlussleute Bitter, Andreas Wolff und Silvio Heinevetter zuständig ist, kehrt schon wieder in die Arena zurück.

Der Vorstand Sport beim Deutschen Handballbund: Axel Kromer

„Bei unseren erfahreneren Spielern“, sagt DHB-Sportvorstand Axel Kromer, „wird es schon ein schönes Gefühl auslösen, wenn sie mal wieder die Halle, die Kabine betreten werden.“ Was auch für Bundestrainer Alfred Gislason gilt, der mit Kiel in der Arena in Köln nicht nur zweimal die Champions League gewann, sondern dort früher auch als Bundesliga-Coach des VfL Gummersbach einige Einsätze hatte. (Björn Mahr)

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