Jetzt wird um den vierten Platz gezittert

Auch im Endspurt der Hauptrunde finden Huskies nicht zu Konstanz

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Heute hui, morgen pfui: So schön es sich beim 5:1-Sieg gegen Frankfurt für Evan McGrath (links) und Braden Pimm jubeln lässt, so bitter schmecken Niederlagen.

Kassel. Um Platz vier muss nun richtig gezittert werden nach diesem 2:3 in Bad Tölz. Zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde in der DEL2 haben die Eishockeyspieler der Kassel Huskies ihren Vorsprung fast eingebüßt.

Kaufbeuren liegt nur noch einen Zähler zurück, Bad Nauheim zwei. In den beiden verbleibenden Partien in Ravensburg und am Sonntag zuhause gegen Spitzenreiter Bietigheim steht also einiges auf dem Spiel. „Wir müssen nur unsere Hausaufgaben machen“, sagt Manager Joe Gibbs mit Blick auf den Hauptrunden-Abschluss. Doch auch ein fünfter Rang wäre weder sportlich noch wirtschaftlich eine Katastrophe. Gibbs: „Dann hätten wir trotzdem keine schlechte Saison gespielt.“

Natürlich darf nicht in den Hintergrund rücken, dass die Huskies am vergangenen Wochenende auch Grund zum Feiern hatten. Das erste Etappenziel ist erreicht; Die Mannschaft von Trainer Rico Rossi steht wieder in den Playoffs. Doch die Verwunderung über dieses verflixte Auf und Ab der Huskies bleibt. Wie kann eine Mannschaft, die noch am Freitag den hessischen Rivalen Frankfurt beim 5:1 entzauberte, zwei Tage später beim bisherigen Tabellenletzten Bad Tölz verlieren? Wo ist die Konstanz der Blau-Weißen? „Wenn ich das wüsste, hätte ich schon an den entscheidenden Rädchen gedreht“, sagt Gibbs. Und hofft darauf, dass „die Konstanz für die Playoffs gefunden wird“.

Das werden auch die Fans hoffen, schließlich finden sich für die Achterbahnfahrten der Huskies in dieser Hauptrunde einige Beispiele:

• Im November 2017 gewinnt die Mannschaft sechs Spiele in Serie, holte die Derbysiege gegen Bad Nauheim (6:1) und Frankfurt (4:3 n.V.) sowie drei Punkte gegen Bietigheim (5:2). Und dann? Mit einer deutlichen 3:7-Klatsche in Bad Tölz endete die stärkste Phase der Saison - vor vielen hundert mitgereisten Fans.

• Anfang Januar gab es nach schwachem Spiel, massiver Kritik der Fans und zwei Pleiten gegen Bayreuth und Kaufbeuren einen erlösenden und spielerisch starken 5:2-Sieg im kleinen Derby gegen Bad Nauheim. Aufatmen? Von wegen: Gegen Heilbronn setzte es eine 2:5-Heimpleite, bedingt auch durch schwache Schiedsrichter. Beim bitteren 0:3 in Freiburg aber enttäuschten die Huskies auf ganzer Linie.

• Es geht auch andersherum. Der derben 1:5-Klatsche daheim gegen Freiburg am 12. Januar lassen die Huskies Auswärtssiege in Crimmitschau (6:3) und beim Derby in Frankfurt (4:3 n.V.) folgen. Es wird sogar ein weiterer Sieg errungen. Doch die Leistung beim 6:5 nach Verlängerung daheim sorgt eher für Unmut bei den Anhängern. Der Gegner auch da: Bad Tölz, Neuling und Kellerkind.

Braden Pimm beim 2:3 gegen Bayreuth.

Eine Erklärung für diese Schwankungen sei schwer zu finden, gesteht neben Gibbs auch Trainer Rico Rossi: „Nach dem Spiel am Freitag haben wir auch am Sonntag ein gutes erstes Drittel gespielt“. Zwei individuelle Fehler zu Beginn des Mitteldrittels hätten sein Team auf die Verliererstraße gebracht und so die Spannung im Rennen um Platz vier richtig angeheizt. Er erinnert aber an die Saison 2015/2016: „Da haben wir am letzten Spieltag Rang drei verloren - wurden aber am Ende Meister.“

Diese Entscheidungen sind in der DEL2 bereits gefallen

- Kassel spielt auf jeden Fall im Playoff-Viefrtelfinale. Ob zunächst mit Heimrecht oder nicht, ist bei noch zwei verbleibenden Spielen und sechs zu vergebenden Punkten unklar. Kaufbeuren und Bad Nauheim könnten noch vorbeiziehen.

- Bietigheim, Riessersee und Frankfurt sind ebenfalls sicher dabei. Auch Kaufbeuren ist durch, wenngleich Dresden noch vorbeiziehen könnte. Dazu wären 46 Treffer in der Tordifferenz aufzuholen.

- Ravensburg, Dresden und Bad Nauheim kämpfen um den sicheren sechsten Playoff-Platz, wobei es am letzten Hauptrunden-Spieltag zum Showdown zwischen Bad Nauheim und Ravensburg kommen könnte.

- Heilbronn, Crimmitschau und die Lausitzer Füchse kämpfen um die zwei übrigen Pre-Playoff-Plätze, die nicht an Bad Nauheim, Ravensburg oder Dresden vergeben werden. Von den drei erstgenannten muss folglich ein Team in die Playdowns.

- Freiburg, Bad Tölz und Bayreuth müssen Playdowns spielen.

Von Frank Ziemke und Thomas Lange

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Quelle: HNA

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