„Spieleraufstand gegen den Übungsleiter“

Fußball-Drittligist Wacker Burghausen: Aufstand gegen Ex-Löwe Uwe Wolf

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Uwe Wolf

Kassel. Uwe Wolf ist zwar schon seit Sommer des vergangenen Jahres nicht mehr Trainer beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Für Schlagzeilen, die auch in Nordhessen interessieren, sorgt er dennoch – nun als Trainer vom abstiegsbedrohten Drittligisten Wacker Burghausen.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt im Bayern-Teil ihrer Donnerstagausgabe von einem „Spieleraufstand gegen den Übungsleiter“. Sieben Aktive hat der Verein demnach suspendiert.

Was war passiert? Wie die Zeitung berichtet, sollen zehn Spieler von der Burghausener U23 ein Zusatztraining unter Wolf verweigert haben. Wörtlich heißt es: „Augenzeugen berichten, Wolf habe daraufhin die Jüngsten aus der U23 unter Druck gesetzt, sodass sie mit Tränen in den Augen und mit Medizinbällen in den Händen doch noch laufen gingen.“ Die sieben anderen seien vom Klub freigestellt worden.

Einer von ihnen wird im Internetportal Fupa.net zitiert: „Wir wussten uns nicht mehr anders zu wehren.“ Und weiter: „Aus meiner Sicht wäre so eine Maßnahme gesundheitsgefährdend gewesen. Die Einheit nicht durchzuführen war reiner Selbstschutz.“

Umso bemerkenswerter ist der Vorgang, da Wolf eigentlich das Profiteam trainiert und die U23 einen anderen Coach hat. Allerdings sollen beide Teams einmal in der Woche gemeinsam arbeiten – unter Wolf. Dabei ist allerdings von einer Zweiklassengesellschaft die Rede.

Nun wird spekuliert, dass der Streit noch tiefer sitzt. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Neben den Spielern, heißt es aus Vereinskreisen, hätten am Montag auch sechs weitere Personen aus dem organisatorischen Umfeld beider Mannschaften aufgehört, für den Verein zu arbeiten – aus Protest gegen Wolfs Vorgehensweise.“ Wolf selbst wird nur knapp zitiert – nämlich so: „Arbeitsverweigerung gibt es bei Uwe Wolf nicht. Wir haben jetzt die Konsequenzen daraus gezogen.“

Wolf, der von sich ganz gern in der dritten Person spricht, arbeitete von Anfang 2012 bis zum Sommer 2013 beim KSV Hessen. Ihm gelang mit den Löwen in der vergangenen Saison die Meisterschaft, allerdings nicht der Aufstieg. Der 46-Jährige war zwar bei Teilen der Mannschaft und bei vielen Fans beliebt, intern aber auch trotz des sportlichen Erfolges sehr umstritten – vornehmlich wegen seines Auftretens.

So stellte er zum Beispiel öffentlich die Arbeitsmoral der städtischen Mitarbeiter infrage, betonte während einer Vereinsversammlung, dass er ein Konzept habe – und stellte damit indirekt klar, dass er es bei den Bossen vermisse. Vor den entscheidenden Aufstiegsspielen gegen Kiel schickte er zwei junge Spieler zum Friseur: Sie sollten sich einen Kurzhaarschnitt zulegen.

Nun ist Wolf in Burghausen – die Diskussionen über ihn aber reißen nicht ab. (hag)

Quelle: HNA

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