Fünftligist 1. FC Düren heute im DFB-Pokal beim FC Bayern München

Ex-Löwe Nico Perrey vor dem Pokalkracher: „Düren steht hinter uns“

Nico Perrey (1. FC Düren) trinkt aus einer Flasche. Für sein erstes Spiel geht es gleich mal zum FC Bayern München.
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Nico Perrey spielt seit zehn Tagen für den 1. FC Düren. Für sein erstes Spiel geht es heute gleich mal zum FC Bayern München. Dort tritt Düren im DFB-Pokal an.

Fußball-Verbandsligist 1. FC Düren (NRW) tritt heute im Nachholspiel der ersten Runde des DFB-Pokals als krasser Außenseiter bei Rekordsieger FC Bayern München an (20.45 Uhr).

Kassel - Mit dabei ist dann auch Nico Perrey. Der ehemalige Spieler des KSV Hessen Kassel ist erst vor zehn Tagen nach Düren gewechselt.

Herr Perrey, zehn Tage beim neuen Verein – und gleich eine Partie der Marke „Spiel des Lebens“. Kann das danach überhaupt noch übertroffen werden?
Für uns ist das natürlich ein besonderes Spiel, aber ich bin auch keine 18 oder 19 Jahre mehr und habe schon einiges erlebt.
Spielte das Pokalspiel bei ihrem Wechsel eine Rolle?
Nein, der Wechsel hat sich vor wenigen Tagen zum Ende der Frist sehr kurzfristig ergeben. Dass ich dieses Highlight jetzt miterleben darf, ist sehr schön – es war aber kein Wechselgrund. Auch in der Mannschaft liegt der Fokus viel mehr auf der Meisterschaft und dem Aufstiegswunsch.
Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft und in der Stadt?
Ich wurde in der Mannschaft sehr gut aufgenommen, kannte einige Spieler schon von vorherigen Stationen. Das Spiel gegen die Bayern war bei jedem Training ein Thema. Ich habe das Gefühl, dass die Stadt sehr hinter dem Verein steht und dieses Spiel der Außendarstellung des Klubs guttut.
Mit Adam Matuschyk wechselte kürzlich auch ein Ex-Kölner nach Düren, der 2011 gegen die Bayern gewonnen hat. Hat er Tipps gegeben?
Dass Adam schon einmal gegen die Bayern gewonnen hat, war in der Truppe bekannt. Wir haben uns dann den einen oder anderen Spaß mit ihm erlaubt. Man kann die beiden Spiele aber nicht miteinander vergleichen.
Ihr Vereinschef sagte, Düren wolle besser als Schalke und Barcelona abschneiden. Außerdem habe er sich gefreut, dass der Mannschaftsrat eine Siegprämie aushandeln wollte. Was hat sich denn die Mannschaft wirklich vorgenommen?
Wir sind alle ambitionierte Fußballer. Wir gehen nicht in dieses Spiel mit dem Vorhaben, einzig und allein unter 0:8 zu verlieren. Wir versuchen alles – und wenn die Bayern weiterkommen wollen, müssen sie etwas zeigen. Wir werden es ihnen so schwer wie möglich machen.
Und wie hoch fällt denn die Siegprämie aus?
(lacht) Das bleibt mannschaftsintern. Es wurde aber tatsächlich eine ausgehandelt.
Das letzte Pflichtspiel hat Düren vor zwei Wochen bestritten. Wie lief die Vorbereitung auf das Pokalspiel?
Wir haben uns eigentlich ganz normal auf dieses Spiel vorbereitet. Wir haben geguckt, wie unser Gegner normalerweise spielt, und haben versucht, ihr System im Training zu simulieren. Die Bayern sind eine unfassbar gute Truppe – egal, wer da morgen auf dem Platz steht.
Gestern haben Sie sich das erste Mal in der Allianz-Arena umgesehen. Wie groß ist die Vorfreude auf das Spiel in dem Stadion?
Es ist schon ein bisschen beeindruckend, da unten auf dem Rasen zu stehen. Wir haben aber keine Angst, sondern Respekt.
Und wie schade ist es, dass keine Zuschauer dabei sein können?
Ich finde es sehr bedauerlich, dass wir kein Heimspiel austragen können. Viele sagen, dass wir uns glücklich schätzen können, einmal in der Allianz-Arena zu spielen. Hätte ich es mir aussuchen können, hätte ich aber lieber vor unseren Zuschauern in der Region gespielt. Ob in Düren, Aachen oder Köln: Das Stadion wäre sicher nahezu ausverkauft gewesen. Die erste Pokalrunde lebt vom Heimvorteil der kleinen Vereine.
Sind Sie Bayern-Fan?
Nein, ich bin Fan von Borussia Dortmund. Eine zusätzliche Motivation habe ich für das Spiel aber nicht gebraucht.

Von Björn Friedrichs

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