Derby am Sonntag

Huskies gegen Bad Nauheim: Ein Duo sorgt für viel Gefahr

Bad Nauheims Tristan Keck, Taylor Vause und Tomas Schmidt jubeln über einen starken Lauf.
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Bad Nauheims Tristan Keck, Taylor Vause und Tomas Schmidt jubeln über einen starken Lauf.

Die Kassel Huskies empfangen den EC Bad Nauheim ab 18:30 Uhr zum zweiten Derby des Wochenendes. Bei den Gästen spielt sich ein Duo mehr und mehr in den Fokus.

Bad Nauheim/Kassel – Der eine ist Top-Scorer und -Vorbereiter, der andere der Top-Torjäger der DEL 2. Taylor Vause und Tristan Keck mischen die Liga derzeit so richtig auf, haben erheblichen Anteil am Höhenflug des EC Bad Nauheim. Da haben sich zwei Profis gesucht und gefunden.

„Was Taylor Vause täglich im Training und im Spiel auf das Eis bringt, ist unfassbar wichtig für Tristan und die Mannschaft. Und an deren Seite macht Christoph Körner einen sehr guten Job“, sagt Harry Lange, in seiner ersten Saison als Cheftrainer. Langes Assistent bei dem Team aus der Wetterau ist der frühere Huskies-Kapitän und Co-Trainer Hugo Boisvert.

Keck kam mit wenig Profierfahrung

Die Verpflichtung von Tristan Keck hatte sich von der Transferpolitik 2021/22 unterschieden. Die Roten Teufel waren bei ihm bereit, ein gewisses Risiko einzugehen. Die nordamerikanischen Neuzugänge Jordan Hickmott, Jerry Pollastrone und Taylor Vause hatten sich in Europa längst einen Namen gemacht. Keck, 26 Jahre alt, in der kanadischen Provinz Manitoba geboren und später an der Universität von Nebraska studierend, konnte hingegen auf lediglich 14 Spiele als Profi verweisen. Mit 15 Treffern im Vorjahr für Coventry in Großbritannien und seiner ungeheuren Geschwindigkeit hatte der nur 1,73 Meter große Flügelstürmer aber durchaus Eindruck hinterlassen.

Taylor Vause ist aus Wien in die Wetterau gewechselt. Fünf Jahre lang hatte er dort gespielt, zuvor einen Winter in Bozen. Nun also Bad Nauheim. „Ich hoffe, dass wir unseren Fans noch viel Entertainment bieten können“, sagt der 30-Jährige, der am Dienstag drei der fünf Treffer beim Sieg gegen Kaufbeuren erzielt hat. Die anderen beiden schoss Nebenmann Keck.

Vause trotzt einer Diabetes-Erkrankung

Die Karriere von Vause schien vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Der Mittelstürmer war gerade 17 Jahre alt, Rookie in der Western Hockey League, als bei ihm Diabetes diagnostiziert worden war. Ein Schock. Inzwischen hat er mehr als 450 Profispiele absolviert. „Ich habe nicht eine einzige Partie aufgrund der Erkrankung verpasst“, sagt er stolz.

Das erfordert Erfahrung und Disziplin. Zehn bis zwölf Mal täglich misst er seinen Blutzucker. Die Insulinpumpe nimmt er nur im Wettkampf ab, im Training ist sie unter der Hose versteckt. „Lass Dich nicht von Diabetes kontrollieren, sondern kontrolliere Diabetes“, sagt der Kanadier anderen Erkrankten. Diabetes lasse sich durch tägliche Erfahrungen in den Griff bekommen.

Einer, der Vause kennt, ist Husky Brett Cameron. In der Saison 2014/15 ging er für fünf Spiele bei den Adirondack Flames in der AHL aufs Eis, dort spielte auch Vause. „Wir haben einen Monat zusammengespielt und sogar im selben Hotel im New Yorker Umland gewohnt. Er ist ein guter Spieler, ein engagierter Typ“, so Cameron. Er habe aber schon länger keinen Kontakt mehr zu Vause gehabt. Den wird es erst am Sonntag wieder geben.

Von Michael Nickolaus Und Björn Friedrichs

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