Kreispokal-Halbfinale zwischen KSV Hessen und CSC

Ein 5:1 und 875 Zuschauer: Ein guter Tag für einen Löwen

KSV-Maskottchen Totti lässt die Fahne wehen, die 875 Zuschauer auf der Tribüne sehen zu.
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Kassel – Worum ging es eigentlich an diesem Freitag? Ging es wirklich um das Kreipokal-Halbfinale zwischen den Fußball-Teams des KSV Hessen Kassel und des CSC 03? Oder lag der Fokus doch eher auf der Rückkehr der Zuschauer ins Auestadion? Es gibt sicher keine klare Antwort. Von beidem etwas. Auch wenn unbeteiligte Betrachter eher mit Spannung verfolgt haben dürften, wie dieses nordhessische Pilotprojekt „Fußball mit Fans während Corona“ abläuft.

So oder so: Es war ein guter Tag, wenn man denn ein Löwe ist. So viel sei verraten – es kam zu keinen Zwischenfällen mit den Zuschauern. Und der KSV Hessen siegte zudem auch noch 5:1 (3:0) gegen den CSC 03.

Die Finalfrage

Anders als die Zuschauerfrage ist diese bereits final geklärt. Der KSV Hessen wird voraussichtlich am kommenden Samstag gegen den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen dem OSC Vellmar und dem SV Nordshausen antreten. Zeit, Ort und Uhrzeit sind noch nicht offiziell. Mutmaßlich wird dieses Endspiel aber um 14 Uhr im Auestadion angepfiffen. Mit oder ohne Zuschauer? Auch das ist noch offen.

Auf dem Feld sorgten die Löwen dagegen schnell für klare Verhältnisse. Lange kam das Team vom Kreisel von Trainer Lothar Alexi nicht einmal über die Mittellinie, hatte die erste Möglichkeit durch Jaroslaw Matys in Minute 25. Da hatten Neuzugang Nils Pichinot und Mahir Saglik die Löwen aber bereits mit 2:0 in Führung gebracht (13. und 22.). Jon Mogge erhöhte noch vor der Pause auf 3:0 (34.). „Wir waren mit dem 3:0 zur Halbzeit noch gut bedient“, sagte Alexi hinterher. „Der KSV hat uns immer wieder schlecht aussehen lassen. Auf das flexible Mittelfeldspiel haben wir nie einen Zugriff bekommen.“

In der Winterpause waren beide Teams in einem Testspiel aufeinandergetroffen, damals ging es deutlich enger zu. Die Löwen siegten durch einen späten Treffer von Nasuf Zukorlic 3:2. Alexi sprach KSV-Coach Tobias Damm deswegen ein Lob aus, weil man sehen könne, wie sich die Mannschaft in der Zwischenzeit weiterentwickelt habe. Damm selbst störte an diesem Abend nur das Gegentor durch den eingewechselten Maximilian Werner zum 4:1 (72.). Weil erneut Saglik aber das 4:0 (54.) und Marco Dawid das 5:1 (89.) für den KSV erzielten, musste sich der Trainer keinen kritischen Fragen stellen.

Die Zuschauerfrage

Diese wird sicher deutlich kritischer beäugt als die Leistung des KSV. Wobei kritisch hierbei keinesfalls negativ gemeint ist. Es ist einfach ein Thema, das sehr sensibel betrachtet wird.

Der KSV Hessen lieferte aber Argumente dafür, dass auch in den kommenden Wochen Zuschauer live dabei sein dürfen. Vor dem Stadion kam es zu keinen größeren Ansammlungen, Ein- und Ausgang sowie der Zugang zu den Verpflegungsständen waren gut organisiert. Mit 45 Ordnern – die eine Hälfte Ehrenamtliche, die andere Sicherheitspersonal der Firma Protex – war der Klub gut vorbereitet. Vorgeschrieben ist ein Ordner pro 100 Zuschauer. Der KSV lag deutlich über diesem Schnitt. Das – so viel wurde deutlich – ist aber auch notwendig.

Denn am schwersten zu kontrollieren, ist das Verhalten der Zuschauer auf ihren Plätzen. Trägt jeder eine Alltagsmaske? Sind die vorgegebenen Reihen frei? Sind es nur zehn Leute in einer Gruppe? Da waren die Ordner im Dauereinsatz, um zu kontrollieren und hinzuweisen. „Wir haben gesehen, dass es möglich ist, Fußball mit Abstand und an der frischen Luft zu gestalten“, sagt Daniel Bettermann, Marketingvorstand des KSV. Verein und Stadt werden nun in der kommenden Woche über die Zukunft der Zuschauerfrage sprechen. (Maximilian Bülau)

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