Dienstag in Stadtallendorf

KSV Hessen schlägt Schott Mainz: Ein Sieg, der nicht zufriedenstellt

Jon Mogge köpft den Ball zur Führung gegen Schott Mainz ins Netz.
+
Das 1:0: (links) Jon Mogge köpft den Ball zur Führung ins Netz. Leon Kern von Schott Mainz kann das nicht verhindern.

Der KSV Hessen Kassel hat nach zwei Spielen in der Fußball-Regionalliga sechs Punkte auf dem Konto. Er hat am Samstag den Heimauftakt im Auestadion vor 2000 Zuschauern mit 2:1 (0:0) gegen den Mitaufsteiger TSV Schott Mainz gewonnen.

Kassel – Vor einer tollen Kulisse mit einer beeindruckenden Atmosphäre für diese besondere Coronazeit. Grund zur Freude – sollte man meinen. Doch so richtig zufrieden waren weder die Spieler noch ihr Trainer Tobias Damm, als sie am Samstag das Stadion verließen und auf dem Weg in die Kabine waren.

Außenverteidiger Tim Brandner wollte keine Glückwünsche annehmen und winkte nur lächelnd ab. „Wenn man das Kämpferische nimmt, waren wir gut“, sagte er. „Aber über den Rest reden wir besser nicht.“ Und auch Damm hatte einiges am Auftritt seines Teams auszusetzen. Als lethargisch und schläfrig bezeichnete er diesen über weite Strecken. „Ich habe in der Halbzeit aber auch gesagt, dass es solche Spieler immer wieder geben wird. Wenn es schwer ist, reinzukommen, muss man sich reinbeißen“, sagte er.

Die Löwen mussten sich in diese Partie definitiv reinbeißen. Der Gast aus Mainz war spielbestimmend. Druckvoller. Schneller. Wacher. Nicht so schläfrig. Das einzige Manko: Die Mainzer machten nichts aus ihrer Überlegenheit. Richtige Torchancen gab es kaum. Einen frühen Rückschlag gab es in anderer Form: Sebastian Schmeer, der eine Woche zuvor in Stuttgart so ein starkes Spiel gemacht hatte, musste nach 17 Minuten ausgewechselt werden. „Basti hatte am Freitag im Training schon muskuläre Probleme, er wollte es aber unbedingt versuchen“, sagt Damm. Der Versuch scheiterte. Schmeer musste raus, für ihn kam Saglik.

Nach 20 Minuten nahm der KSV dann etwas mehr am Spiel teil, hatte selbst Möglichkeiten durch Nils Pichinot, Alban Meha und Kevin Nennhuber. Auf der Gegenseite stoppte Frederic Brill Jost Mairose einmal in höchster Not. Viel mehr kam aber zunächst nicht von beiden Teams. Gästetrainer Sascha Meeth sagte hinterher allerdings: „Sie haben durch eine blöde Standardsituation und einen fantastischen Konter das Spiel auf den Kopf gestellt. Wir müssen hier einen Punkt mitnehmen, wenn man so ein tolles Auswärtsspiel gegen so einen starken Gegner macht.“

Weil der KSV nach der Halbzeit dann aber doch auf einmal hellwach war, nahmen die Gäste nichts aus Kassel mit. Großen Anteil daran hatte Neuzugang Nils Pichinot, der beide Löwen-Tore vorbereitete. Zunächst verlängerte er in der 51. Minute einen Eckball von Meha an den zweiten Pfosten, wo Jon Mogge den Ball nur über die Linie drücken musste. „Diese Variante hat extrem gut funktioniert“, sagte Pichinot. Und zum Zunge schnalzen war der Spielzug, der das 2:0 brachte. Pichinot hätte selbst abschließen können, passte dann aber zurück auf Adrian Bravo Sanchez, der in der 59. Minute nur noch einzuschieben brauchte. „Er war noch besser postiert, also habe ich abgelegt. War nicht die schlechteste Entscheidung“, sagte Pichinot und lachte.

In einer anderen Sache waren sich beide Trainer hinterher einig. Sascha Meeth sagte: „Es freut mich wahnsinnig, Fußball vor so einer Kulisse zu sehen. Das macht ganz viel Spaß.“ Damm fügte kurze Zeit später an: „Ein Riesenlob für das, was hier auf die Beine gestellt wurde. Dass man mit 2000 Zuschauern hier spielen kann, das ist einfach super.“ Wohl wahr. Denn blickt man deutschlandweit auf Fußballplätze, sieht man nur wenige, auf denen das möglich ist, was in Kassel möglich ist. Am kommenden Samstag steht dann bereits das nächste Heimspiel gegen Pirmasens an – denn bereits morgen spielt der KSV in Stadtallendorf. (Maximilian Bülau und Torsten Kohlhaase)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare