Löwen gewinnen beim niedersächsischen Oberligisten durch drei Tore nach Standards

KSV Hessen Kassel: Ein 3:1-Sieg und viele Klappstühle in Göttingen

Kassels Frederic Brill (hinten) und Göttingens Justin Taubert im Luftduell um den Ball
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Augen zu und durch: Kassels Frederic Brill (hinten) und Göttingens Justin Taubert im Luftduell um den Ball.

Am Tag, als die Deutsche Fußball Liga und ihre Klubs für Bundesliga-Spiele ohne Stehplätze stimmten, da war die SVG Göttingen bereits vorbereitet. Zu Gast war Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel.

Zu Gast waren aber auch 500 Zuschauer – die sich zum Großteil einen Klapp- oder Campingstuhl mitgebracht hatten. Die Göttinger hatten vor dem Testspiel dazu aufgefordert, um die Bestimmungen zu erfüllen. Auf dem Platz bestimmten die Löwen trotz des 3:1-Sieges dann nicht immer das Geschehen.

Es war eine recht zerfahrene, ereignislose erste Hälfte. Anders als angekündigt ließ KSV-Trainer Tobias Damm nicht im 3-5-2-System spielen, sondern erst einmal im gewohnten 4-1-4-1. Nach der Pause und zehn Wechseln – nur Gastspieler Aram Kahraman durfte die kompletten 90 Minuten absolvieren – hielt Damm dann aber Wort und probierte die andere Grundordnung aus.

Es lag nicht unbedingt daran, dass nach dem Wiederanpfiff mehr los war im Stadion am Sandweg in Göttingen. Doch in der 48. Minute legte sich Göttingens Richard Hehn den Ball 25 Meter vor dem Tor, in dem nun Rückkehrer Niklas Neumann stand, zurecht. Es war ein gut getretener Freistoß – allerdings auch nicht unhaltbar. Dennoch lag der Ball im Netz. 1:0 für den Fünftligisten aus Niedersachsen.

Doch die Löwen hatten postwendend eine Antwort parat. Mahir Saglik wurde im Strafraum gefoult – Elfmeter. Ingmar Merle schnappte sich die Kugel und verwandelte sicher unten links (50.). Da war das Spiel wieder ausgeglichen. So wie es auch in den ersten 45 Minuten gewesen war, vielleicht mit einem ganz leichten Vorteil für den KSV. Etwas Aufregung kam da nur in der 37. Minute auf, als Hehn an der Strafraumkante von Kevin Nennhuber gefoult wurde, dieser das aber anders sah. Es kam zu einer Rudelbildung. Am Ende bekamen Nennhuber und der Göttinger Ali Ismail Gelb. Das zeigte aber: Als Testspiel nahm diese Partie niemand so wirklich wahr. Es war ernst.

Ein zweiter Elfmeter brachte dann die Führung für die Löwen. Dieses Mal verwandelte Saglik nach Handspiel des Göttingers Benjamin Duell (70.). Nur zwei Minuten später verwertete Brian Schwechel eine abgefälschte Freistoßhereingabe von Merle per Kopf zum 3:1. Da war die Partie dann entschieden.

Bitter allerdings: Weil sich Innenverteidiger Alexander Mißbach zehn Minuten vor dem Ende verletzte, beendete der KSV die Partie nur mit neun Feldspielern.

Statistik - So hat der KSV Hessen Kassel gespielt

Kassel: Labonte (46. Neumann) - Najjer (46. Merle), Evljuskin (46. Allmeroth), Nennhuber (46. Mißbach), Zornio (46. Brandner) - Brill (46. Schwechel) - Dawid (46. Pichinot), Bravo Sanchez (46. Iksal), Kahraman, Mogge (46. Schmeer) - Fischer (46. Saglik)

Schiedsrichter: Salb (Bad Gandersheim)

Zuschauer: 500

Tore: 1:0 Hehn (48.), 1:1 Merle (50./Foulelfmeter), 1:2 Saglik (70./Handelfmeter), 1:3 Schwechel (72.)

Von Maximilian Bülau

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