Samstag, 14 Uhr, Auestadion

KSV Hessen gegen Walldorf ohne Zuschauer: Eine Achse wird jetzt wichtig

Adrian Bravo Sanchez
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Aushilfskapitän: Adrian Bravo Sanchez.

Gleich zum Auftakt dieser Saison in der Fußball- Regionalliga bekam der KSV Hessen Kassel zu spüren, wie es ist, ohne Publikum zu spielen. Bei der Reserve des VfB Stuttgart war das.

Kassel – Die Löwen gewannen 2:0 – doch bei Zweitvertretungen von Bundesligisten ist es auch nichts Außergewöhnliches, dass nicht allzu viele Zuschauer am Rand sitzen. Im Auestadion in Kassel ist das anders. Und dank bislang niedriger Coronazahlen in der Stadt waren die vier Heimspiele des KSV vergleichsweise gut besucht. Die Löwen haben mit 1888 verkauften Tickets pro Spiel den besten Zuschauerschnitt der gesamten Liga und profitierten dabei von einem funktionierenden Hygienekonzept sowie den gemäßigten Umständen.

Doch damit ist nun Schluss. Die Pandemie hat Kassel in dieser Woche mit voller Wucht getroffen – was zur Folge hat, dass der KSV sein Heimspiel heute gegen Astoria Walldorf unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen muss. „Das ist schon eine Umstellung. Für mich wird das in zehneinhalb Jahren als Aktiver und Trainer das erste Heimspiel ohne Fans sein“, sagt KSV-Coach Tobias Damm. „Von Partien auf anderen Plätzen sind wir das teilweise schon gewohnt, aber im Auestadion wird das neu, anders“, schätzt Damm.

Beim Auftakt in Stuttgart hatte Kapitän Frederic Brill gerade in der Schlussphase den lautstarken Motivator gegeben und hinterher gesagt, dass das bei Geisterspielen eine seiner Aufgaben sei – die eigenen Mitspieler zu pushen, wachzurütteln, anzuspornen. Das Problem nur: Der 28-Jährige fällt derzeit wegen eines Innenbandrisses aus, wird erst Anfang November zurückkehren. Es müssen also andere einspringen.

Einer von diesen könnte Kevin Nennhuber sein. Doch auch beim Abwehrchef hat Damm keine guten Nachrichten zu verkünden. Der 32-Jährige habe sich im Hessenpokal am Mittwoch gegen Ederbergland gezerrt, sei heute nicht dabei, sagt der Trainer. Neben Brill und Nennhuber fallen auch Sebastian Schmeer, Serkan Durna, Niklas Hartmann und Nicolas Gröteke aus. Gröteke zog sich ebenfalls im Hessenpokal eine Prellung oberhalb der Kniescheibe zu.

Mehr denn je kommt es nun auf eine Löwen-Achse an. „Die Stimmung muss jetzt von uns kommen, wenn keine Zuschauer da sind. Das erwarte ich auch von den anderen Spielern. Zwei, drei brauchen wir, die das auf dem Platz übernehmen“, sagt Damm. „Da haben wir in den vergangenen Spielen zu wenig gemacht. Wir müssen uns pushen – in Phasen, in denen es nicht so läuft“, ergänzt der 36-Jährige. Der Trainer baut dabei auf eine Achse, die sich vom Torhüter bis zum Angreifer zieht. In Abwesenheit von Brill, Nennhuber und Schmeer werden es Maximilian Zunker, Sergej Evljuskin – der heute wieder dabei ist – Adrian Bravo Sanchez, Alban Meha und Mahir Saglik sein, die beim KSV für die Stimmung auf dem Feld zuständig sind.

Nach zwei Siegen zum Start wartet der KSV seit nunmehr sechs Spielen auf einen Erfolg. Und auch, wenn bislang nur zwei Niederlagen dabei waren, wären drei Punkte gegen den 19. aus Walldorf gut für die Stimmung. Für die auf dem Platz. Und hoffentlich bald auch wieder auf der Tribüne. Dann hat die Löwen-Achse ihren Job gemacht. (Maximilian Bülau)

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